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Tomas Rosicky, Andres Iniesta und Hakan Calhanoglu sollen in Frankreich treibende Kräfte ihrer Teams sein © SPORT1-Montage Paul Hänel/Getty Images

München - Spanien hat bei der EM Chancen auf die Titelverteidigung und ist Favorit in der Gruppe D. Dahinter kämpfen Tschechien, Kroatien und die Türkei um Rang zwei.

Am 10. Juni beginnt die EM 2016 in Frankreich. Bis zum Turnierstart gibt SPORT1 immer wochentags einen Überblick über Stars, Trainer und aktuelle Form der Teams. In der Gruppe D spielt mit Titelverteidiger Spanien ein Turnierfavorit.

Spanien

Stars: Auch wenn Spanien nicht mehr die Strahlkraft wie bei den drei Titeln (EM 2008, WM 2010, EM 2012) hat, bilden weiterhin die erfolgsverwöhnten Eckpfeiler wie Andres Iniesta, Gerard Pique und Sergio Busquets vom FC Barcelona sowie Real Madrids Sergio Ramos das Gerüst der Mannschaft. Juves Stürmer Alvaro Morata wird von mehreren Top-Klubs gejagt, im Tor stehen mit David de Gea (Manchester United) und Legende Iker Casillas (FC Porto) – an guten Tagen – zwei Weltklasse-Keeper parat. Als einziger Deutschland-Legionär schaffte es Bayerns Thiago in den Kader.

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Trainer: Voraussichtlich wird es das letzte Turnier für Vicente del Bosque an Spaniens Seitenlinie sein. Trotz der enttäuschenden WM 2014 wurde del Bosque nicht in Frage gestellt und führte die Furia Roja anschließend souverän nach Frankreich. Seine Fußstapfen sind unabhängig vom Ausgang des Turniers in Frankreich nach den Triumphen bei WM 2010 und EM 2012 groß.

Form: Die EM kann kommen. Spanien kassierte in der Qualifikation nur eine Niederlage. In den Testspielen ließ man einem 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina zuletzt ein 6:1 gegen Südkorea folgen. Spieler der beiden Champions-League-Finalisten Real und Atletico Madrid kamen dabei nur im zweiten Test - und dort auch nur dosiert - zum Einsatz.

Tschechien

Stars: Auch mit 35 Jahren ruhen die Hoffnungen der Tschechen auf Tomas Rosicky. Der frühere Dortmunder ist immer noch in der Lage mit einem Geniestreich ein Spiel zu beeinflussen, er überzeugte im Test gegen Russland und traf zum Sieg. Allerdings absolvierte er in der vergangenen Saison nur 19 Pflichtspielminuten für Arsenal. Im Tor steht ein absoluter Rückhalt: Petr Cech ist Rekordnationalspieler seines Landes und spielte eine starke Saison für die Gunners.

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Trainer: Pavel Vrba sucht mit Tschechien meist sein Heil in der Offensive, auch wenn die Verteidigung darunter leidet: In der Qualifikation kassierten die Tschechen die meisten Gegentore aller EM-Teilnehmer. Vrba führte Viktoria Pilsen zweimal zur Meisterschaft und in die Champions League. Dort gab es unter anderem zwei Niederlagen gegen den FC Bayern.

Form: Der Gruppensieg in der Quali (unter anderem vor den Niederlanden) verdient Respekt. Nach mehreren schwachen Länderspielen meldete sich Tschechien mit einem 6:0 gegen Malta und einem 2:1 gegen EM-Teilnehmer Russland rechtzeitig zurück.

Türkei

Stars: Arda Turan sollte einer der frischesten Stars der EM sein. Wegen der Transfersperre des FC Barcelona war der Mittelfeldspieler nach seinem Wechsel erst im Januar für die Katalanen einsatzberechtigt. Dort konnte er sich noch nicht wirklich in den Vordergrund spielen (nur fünf Spiele über 90 Minuten). Auch auf die Bundesligaprofis Hakan Calhanoglu und Yunus Malli gilt es zu achten.

Trainer: Die Türkei ohne Fatih Terim – nur schwer vorstellbar. Zum dritten Mal (nach 1993 bis 1996 und 2005 bis 2009) soll der "Imperator", wie Terim aufgrund seines Führungsstils genannt wird, sein Land zum Erfolg führen. Er feierte mehrere Titel mit Galatasaray und ist der erfolgreichste Trainer der Türkei.

Form: Die Türken qualifizierten sich hinter Tschechien und Island als bester Gruppendritter für die EM, gewannen dabei das Schneckenrennen gegen die Niederlande. Im Test gegen Montenegro am 29. Mai reichte es nur zu einem mühevollen 1:0 gegen Montenegro mit dem Siegtor in der Nachspielzeit. Eine Woche zuvor unterlagen die Türken England mi 1:2. Das war allerdings die einzige Niederlage in den letzten 18 Monaten. Im letzten Test vor der EM siegten die Türken glanzlos 1:0 gegen Slowenien.

Kroatien

Stars: Die Stärken der kroatischen Nationalmannschaft liegen in der Offensive – besonders im zentralen Mittelfeld. Luka Modric von Real Madrid und Barcelonas Ivan Rakitic sind die Fixpunkte im kroatischen Spiel. Vorne soll besonders der Ex-Münchner Mario Mandzukic - neben seinem Kampfgeist - Torgefahr ausstrahlen.

Trainer: Als Nachfolger des aktuellen Frankfurt-Trainers Niko Kovac übernahm bei den Kroaten Ante Cacic das Ruder. Die Wahl des international wenig bekannten Trainers sorgte für Diskussionen, doch Cacic führte das Team in den letzten zwei Quali-Spielen zur EM.

Form: Ende März ein 1:1 gegen Ungarn, Ende Mai ein 1:0 gegen Moldawien - Kroatien war auf der Suche nach der EM-Form. Allerdings fehlten da auch Rakitic und Modric. Beim 10:0-Schützenfest im letzten Test gegen San Marino schossen sich die Kroaten schon einmal für das Turnier warm - mit Rakitic und Modric.

Der Spielplan der EM 2016 zum Downloaden und Ausdrucken © SPORT1

Das sagt Experte Carles Puyol:

"Ich erwarte eine fantastische Europameisterschaft mit vielen starken Teams. Favoriten sind für mich Frankreich als Gastgeber, Deutschland und Spanien. Wir haben eine sehr gute Truppe, daher rechne ich fest mit dem Gruppensieg. Deutschland ist Weltmeister, das sagt alles. Sie haben ein großartiges Team und sind immer ein schwieriger Gegner.  Auch Belgien, Italien und England haben Chancen auf den Titel."

SPORT1-Prognose:

Spanien gehört als Titelverteidiger automatisch zu den Favoriten - auch die Qualität des Kaders untermauert diesen Status. Der Sieg in der Gruppe D sollte trotz der keinesfalls zu unterschätzenden Gegner nur Formsache sein.

Dahinter gibt es wohl ein enges Rennen um Rang zwei. Die höchste individuelle Klasse besitzt sicherlich Kroatien, bei den Tschechen hängt (zu) viel an Rosicky. Die Türkei ist unter Terim eine Wundertüte.

Alle Kader der EM 2016 in Frankreich im Überblick © SPORT1-Grafik/Getty Images

Die anderen Gruppen im Check:

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe E

Gruppe F

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