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Spanien, der amtierende Europameister, ist enthront und die Nationalmannschaft der reichsten Liga der Welt, fliegt gegen Fußballzwerg Island raus © SPORT1 Grafik: Getty Images/iStock

München - Die Nationalteams der beiden stärksten Ligen der Welt sind bei der EM sang- und klanglos ausgeschieden, weil sie planlos agierten. Englands Auftritt war ein Desaster.

Es war ein EM-Achtelfinale in drei Phasen: Dem zähen Samstag folgte ein starker Auftritt der Favoriten Frankreich, Deutschland und Belgien am Sonntag. 

Und zum Abschluss am Montag gab es dann zwei Paukenschläge: Italiens alte Herren warfen Titelverteidiger Spanien aus dem Turnier und Fußball-Zwerg Island gelang gegen England die große Sensation.

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Die Nationalteams aus den beiden stärksten Ligen der Welt sind sang- und klanglos ausgeschieden. Geld schießt hier also keine Tore, eher im Gegenteil: 

In Spanien und England sind die Stars und Leistungsträger der Topklubs wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Antoine Griezmann, Eden Hazard, Kevin de Bruyne, Alexis Sanchez etc. hauptsächlich Ausländer, entsprechend fehlten solche Anführer bei der EM sichtbar in den Auswahlmannschaften.

Der entthronte Europameister ließ sich von den Italienern in Sachen Taktik, Einsatzbereitschaft und Spielidee komplett den Schneid abkaufen, wirkte uninspiriert, überspielt und unmotiviert. Die Seleccion braucht offensichtlich dringend frisches Blut und wohl auch einen neuen Nationaltrainer, Vicente del Bosque sollte mit 65 Jahren in die wohl verdiente Rente gehen.

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Der noch drei Jahre ältere Roy Hodgson hat bereits die Konsequenzen aus dem EM-Aus gezogen, sein Rücktritt war nach Englands Blamage gegen Island allerdings auch unvermeidbar. In der Liste der vielen Rückschläge der Three Lions ist das Debakel von Nizza ein historischer Tiefpunkt.

Bei allem Lob für die überragende Leistung der Isländer war die englische Vorstellung ein spielerischer Offenbarungseid. Bei den Standards von Harry Kane und Rooney oder den Schnitzern der Defensive um Pannen-Keeper Joe Hart hatte man den Eindruck, als handele es sich um die Parodie einer Nationalmannschaft. Mit Fußball hatte der Auftritt jedenfalls nichts zu tun.

Welchen Erfolg man haben kann, wenn man im Gegensatz zu England und Spanien einen Plan besitzt, zeigen bislang Italien und Deutschland. Nicht nur deshalb ist die Partie am Samstag (ab 20 Uhr in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) für viele Beobachter das vorweg genommene Endspiel. Man darf gespannt sein, welcher Trainer danach alt aussieht.

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