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Nach seinem Rücktritt als Spanien-Coach übt Vicente del Bosque Kritik an Iker Casillas. Der Torwart-Routinier habe sich wegen seiner Ersatzrolle "nicht gut" benommen.

Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Italien hat Vicente del Bosque sein Amt als spanischer Nationaltrainer niedergelegt. Der einzige Spieler, von dem sich der langjährige Erfolgscoach der Iberer nicht verabschiedet hat, ist Iker Casillas.

"Ich habe jedem eine Nachricht geschickt - außer Iker", sagte Del Bosque dem Radiosender Cadena SER. Der Grund: Der Torhüter des FC Porto habe sich nach seiner Ernennung zur Nummer zwei hinter Manchester Uniteds David de Gea "nicht gut" gegenüber dem Trainerstab verhalten. 

Del Bosques Ära endet mit einem Zerwürfnis

Ganz offensichtlich war Casillas mit seiner Situation unzufrieden. Die Sportzeitung Marca berichtet sogar von einem Zerwürfnis zwischen Del Bosque und Casillas.

"Es tut mir leid, dass Iker sich gegenüber uns nicht genauso verhalten hat wie gegenüber seinen Mitspielern. Er hat sich perfekt mit seinen Mitspielern verstanden. Mit uns? Mal so, mal so", erklärte Del Bosque.

Die Entscheidung über seine Nummer eins habe im Prinzip seit März festgestanden, meinte der Fußball-Lehrer weiter.

"Ich habe Iker immer verteidigt"

Der inzwischen 35 Jahre alte Casillas hatte sich Medienberichten aus Spanien geweigert, nach dem sicheren Einzug in die K.o.-Phase das dritte Gruppenspiel gegen Kroatien (1:2) zu bestreiten. Del Bosque soll ihm dieses Spiel vor dem EM-Start zugesichert haben.

Umso enttäuschter ist der Trainer nun von seinem langjährigen Weggefährten, den er 2002 bei Real Madrid zum Stammtorhüter ernannt und den Weg für eine großartige Karriere bereitet hatte: "Ich habe Iker immer verteidigt. Meine Wertschätzung für ihn ist groß, denn er ist ein guter Junge. Dass er verärgert war, nicht zu spielen, kann ich verstehen, aber er hat sich nicht gut verhalten." 

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