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Christoph Kramer (2.v.l.) vergab die erste Großchance der Gladbacher © Getty Images

Sevilla - Borussia Mönchengladbach kassiert in der Europa League beim Titelverteidiger FC Sevilla eine bittere Niederlage. Geburtstagskind Kramer hadert mit vergebenen Chancen.

Von dem bitteren Ergebnis wollte sich Christoph Kramer seinen Geburtstag nicht vermiesen lassen.

"Ich habe eigentlich keine schlechte Laune nach der Niederlage, denn wir haben richtig gut und couragiert gespielt", sagte Kramer nach dem 0:1 (0:0) von Borussia Mönchengladbach beim FC Sevilla bei Sky.

An seinem 24. Geburtstag hätte sich der Mittelfeldspieler im Hinspiel des Sechzehntelfinals der Europa League selbst das größte Geschenk machen können. Doch Sergio Rico (20.) im Tor des Titelverteidigers verhinderte einen Treffer des Geburtstagskinds.

"Manchmal ist Fußball nicht erklärbar, wenn du ein Tor machst, geht es ganz anders aus", haderte Kramer. Die Spanier bestraften im zweiten Durchgang die Gladbacher für ihre mangelhafte Chancenverwertung: Vicente Iborra (70.) erzielte den Treffer des Tages (DATENCENTER: Die Europa League). Sevilla blieb so auch im zehnten Europacup-Heimspiel gegen eine deutsche Mannschaft ungeschlagen.

"Das Gegentor ärgert sehr"

"Wir haben aus unseren überraschend zahlreichen Chancen kein Tor gemacht. Das Gegentor ärgert sehr. Da müssen wir besser verteidigen. Die Situation ist nicht perfekt, aber auch nicht schlecht", sagte Sportdirektor Max Eberl nach der ersten Gladbacher Europapokalniederlage in dieser Saison.

Der fünfmalige deutsche Meister benötigt nun in einer Woche im Borussia-Park im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale einen Sieg mit zwei Toren Unterschied. Trainer Lucien Favre war dennoch zuversichtlich. "Auf diesem Niveau darf man nicht viele Fehler machen, aber insgesamt bin ich zufrieden. Alles ist möglich, wir müssen jetzt zu Hause eine Top-Leistung abliefern", sagte der Coach.

Favre hatte beim Gastspiel in Andalusien die Rotationsmaschine wieder kräftig angeworfen, unter anderem saß Nationalspieler Max Kruse zunächst überraschend nur auf der Bank. Seine Mannschaft hatte aber trotz der Veränderungen keine Anlaufschwierigkeiten im Estadio Ramon Sanchez-Pizjuan und bot dem Tabellenfünften der spanischen Liga von Beginn an Paroli.

Kramer und Xhaka sorgen für Stabilität

Die von Abwehrchef Martin Stranzl gut organisierte Defensive der Gäste ließ in der ersten Halbzeit überhaupt nichts zu, mit zunehmender Dauer gewann die Borussia sogar immer mehr Spielkontrolle. In einer hektischen Begegnung mit vielen harten Zweikämpfen übernahm Gladbach auch nach Kramers Großchance in der 20. Minute das Kommando.

Granit Xhaka und Kramer sorgten für Ordnung und Stabilität im defensiven Mittelfeld und auch die Aktionen in der Offensive wurden immer selbstbewusster. Die beste Möglichkeit zur Führung der Gäste vergab Fabian Johnson. Nach schönem Zuspiel von Raffael fand auch der US-Nationalspieler in Rico seinen Meister (33.).

Sevilla erhöht Tempo

"Es geht körperlich richtig zur Sache. Wir kombinieren aber gut und stehen hinten stabil", sagte Vizepräsident Rainer Bonhof in der Halbzeitpause.

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Iborra (2.v.l.) schockte Gladbach in der zweiten Halbzeit © Getty Images

Gladbach präsentierte sich auch nach dem Wechsel hellwach. Oscar Wendt verzog aber aus guter Position (50.). Sevilla erhöhte in der zweiten Halbzeit zwar das Tempo, kreativ wurden die Gastgeber gegen die kompakte Abwehr des Tabellendritten der Bundesliga aber lange Zeit nicht. Gladbachs Schlussmann Yann Sommer musste kaum eingreifen, weil seine Mitspieler sich weiter zweikampf- und laufstark präsentierten.

20 Minuten vor dem Ende leistete sich Wendt allerdings einen Stellungsfehler gegen Diogo Figueiras, dessen Zuspiel Iborra verwertete. Der eingewechselte Kruse vergab per Kopf fünf Minuten vor dem Ende die beste Gelegenheit zum Ausgleich.

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