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VfL Wolfsburg v FC Internazionale Milano - UEFA Europa League Round of 16
Kevin De Bruyne (r.) erzielte zwei Tore und bereitete schon den 22. Treffer in dieser Saison vor © Getty Images

Wolfsburg - Der überragende Belgier besiegt Inter Mailand quasi im Alleingang. Dabei beginnt das Spiel mit einem Schock. Andre Schürrle bleibt nach schwacher erster Hälfte in der Kabine.

Matchwinner Kevin de Bruyne feierte mit den begeisterten Fans auf dem Zaun, während seine Mitspieler auf dem Rasen ausgelassen die erfolgreiche Aufholjagd gegen Inter Mailand bejubelten.

Der VfL Wolfsburg steht in der Europa League nach einem 3:1 (1:1) gegen die Italiener vor dem Einzug ins Viertelfinale. (Die HIGHLIGHTS des Spiels bei SPORT1.fm zum Nachhören)

Gefeierter Mann war der wieder einmal überragende de Bruyne. Dabei hatte die Partie weder für den Belgier, noch für die Wölfe gut begonnen. (SERVICE: Alles zur Europa League)

Bereits nach fünf Minuten geriet Wolfsburg nach einem Abspielfehler von Andre Schürrle durch Rodrigo Palacio in Rückstand, auch De Bruyne leistete sich mehrere Ballverluste in der Anfangsphase.

Doch dann drehte De Bruyne auf. Der 23-Jährige Mittelfeldspieler leitete den Ausgleichstreffer von Naldo (28.) mit einer Ecke ein, dann schoss er den einzig noch im Wettbewerb verbliebenen Bundesligisten mit zwei Toren (63. und 76.) zum Sieg.  (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

"Das ist die Qualität, die Kevin hat", sagte Wolfsburg Trainer Dieter Hecking bei Sky: "Dass er nach einer schwächeren ersten Halbzeit in der Lage ist, die zweite Hälfte so zu spielen."

Diesen Schritt habe De Bruyne in Wolfsburg gemacht, erklärte Hecking.

"Es war nicht einfach heute. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, auch wenn es nach dem frühen Rückstand nicht einfach war", sagte de Bruyne.

Klaus Allofs war begeistert über die Vorstellung des Teams und von De Bruyne. "Kevin hat ein tolles Spiel gemacht in der zweiten Halbzeit. 3:1 ist ein tolles Ergebnis. Inter hat sich hinten reingestellt. Dann noch so viele Chancen rauszuspielen, ist schon eine Leistung", sagte der VfL-Manager bei kabel eins.

Knappe Niederlage könnte reichen

Im Rückspiel in einer Woche im Giuseppe-Meazza-Stadion reicht den Wölfen beim 18-maligen italienischen Meister bereits eine knappe Niederlage zum ersten Viertelfinal-Einzug auf europäischer Bühne seit fünf Jahren.

Abwehrchef Naldo wird wegen einer Gelbsperre allerdings fehlen.

Daher warnt Allofs vor zu großer Euphorie: "In Mailand muss man wieder ein tolles Spiel zeigen."

Trainer Dieter Hecking erwartet einen "heißen Tanz".

Die Italiener, die ohne den nicht spielberechtigten Weltmeister Lukas Podolski antraten, spielten zu Beginn vor 25.374 Zuschauern mutig nach vorne und wurden durch die frühe Führung belohnt.

Schwacher Schürrle muss raus

Vorausgegangen war jedoch der verlorene Zweikampf des erneut schwach spielenden Andre Schürrle, der zur Halbzeit ausgewechselt wurde.

"Andre hat nicht gut gespielt, das weiß er auch selber. Deshalb mussten wir reagieren", sagte Hecking.

Die Wolfsburger antworteten auf den Rückstand mit wütenden Angriffen, besonders der Halb-Italiener Daniel Caligiuri, der als Kind Inters Stadtrivalen AC Mailand die Daumen gedrückt hatte, war äußerst engagiert.

In der 27. Minute vergab der Offensivspieler per Kopf eine große Chance.

Wolfsburg verteidigte sehr hoch und zwang die Gäste aus der Lombardei mehr und mehr zu Fehlern.

22. Vorlage für De Bruyne

Der Ausgleich durch Naldo nach de Bruynes 22. Torvorlage in dieser Saison war daher verdient, auch wenn die vom früheren Münchner Xherdan Shaqiri angeführten Mailänder bei Kontern gefährlich blieben.

In der zweiten Halbzeit erhöhten die Wolfsburger den Druck und erspielten sich gute Möglichkeiten.

Inter kam fast nur noch über Konter in die Wolfsburger Hälfte, hätte mit dieser Taktik aber bei der Großchance von Palacio (57.) beinahe Erfolg gehabt.

Shaqiri hofft auf das Rückspiel

Als de Bruyne das 2:1 nach herrlicher Vorarbeit durch Vieirinha erzielt hatte, gingen die Gastgeber nicht mehr das ganz große Risiko bei den Angriffen ein.

Beim 3:1 verwandelte der belgische Nationalspieler einen Freistoß direkt. In der Nachspielzeit vergab de Bruyne sogar noch die große Chance zum vierten VfL-Treffer.

"In der zweiten Halbzeit haben wir Wolfsburg zu viele Räume gelassen. Aber es gibt noch ein Rückspiel", sagte Shaqiri.

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