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Daniel Caligiuri (l.) trifft zum 1:0
Daniel Caligiuri (l.) trifft zum 1:0 © Getty Images

Mailand - Wolfsburg schockt Inter früh, doch die Hausherren kommen im zweiten Durchgang zurück und machen die Partie wieder spannend. Der "Lord" sorgt für die Entscheidung.

"Von Mailand nach Warschau" tönten die Wolfsburger Fans schon vor dem Abpfiff.

Der Traum vom Europa-League-Finale in der polnischen Hauptstadt am 27. Mai wird für die Niedersachsen immer greifbarer.

Der VfL Wolfsburg hat die Bundesliga mit seinem 2:1 (1:0)-Sieg bei Inter Mailand nicht nur vor einer "schwarzen Woche" bewahrt, sondern darf weiter von seinem ersten Europapokal-Triumph träumen (Das Spiel im Ticker nachlesen).

Mancini: "Sie können die Europa League gewinnen"

"Sie können auf jeden Fall die Europa League gewinnen", sagte Gegnercoach Roberto Mancini.

Nach dem 3:1 im Hinspiel zogen die Wölfe absolut verdient ins Viertelfinale ein (Datencenter: Spielplan).

"Wir sind rundum zufrieden. Das war eine große Leistung. Wer die Stimmung heute erlebt hat, da muss man erstmal dagegen halten", meinte Manager Klaus Allofs.

"Wir brauchen vor niemandem Angst haben"

Daniel Caligiuri (24.) und Nicklas Bendtner (89.) erzielten die Wolfsburger Tore, der Schweizer Schlussmann Diego Benaglio hielt den VfL zudem mit mehreren Großtaten auf Kurs Richtung Finale in Warschau am 27. Mai.

In der 72. Minute war aber auch Benaglio beim 1:1 des argentinischen Nationalspielers Rodrigo Palacio machtlos (Datencenter: Statistiken zum Spiel).

"Das Finale ist noch ein Stück weg, aber wir brauchen vor niemandem Angst haben", sagte Benaglio. "Die Mannschaft hat viel Potenzial. Wir können uns aber noch steigern."

VfL blickt nach Nyon

Am Freitag wird in Nyon/Schweiz das Viertelfinale ausgelost. Die Paarungen sind für den 16. und 23. April terminiert.

Für Wolfsburg, das nach dem Ausscheiden von Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund in der Champions League für die Bundesliga die Woche rettete, ist es in der Europa League der zweite Einzug in die Runde der letzten Acht nach 2010.

Shaqiri nur auf der Bank

Von Beginn an entwickelte sich vor 42.100 Zuschauern im Giuseppe-Meazza-Stadion eine intensive und hitzige Partie.

Die Gastgeber, bei denen Ex-Bayern-Profi Xherdan Shaqiri trotz einer Oberschenkelverletzung überraschend auf der Bank saß, machten viel Druck und drängten auf die Führung. Bereits nach vier Minuten musste Benaglio zum ersten Mal seine Fäuste hinhalten. Mitte der ersten Halbzeit klärte er gegen Mauro Icardi.

Caligiuri macht es besser als Dost

Das Team von Trainer Dieter Hecking tat gut daran, ruhig zu bleiben und auf seine Konterchancen zu warten. Die ergaben sich zwangsläufig. Zunächst scheiterte Caligiuri mit einer Direktabnahme, kurz darauf verstolperte Bas Dost frei vor Inters Schlussmann Juan Pablo Carrizo, nachdem ihn de Bruyne freigespielt hatte.

In der 24. Minute machte es Caligiuri besser und besorgte auf Zuspiel von Kevin de Bruyne mit einem abgefälschten Schuss die Führung zum 1:0 (Die Highlights zum Nachhören bei SPORT1.fm).

Schwächen im Spielaufbau

Auch mit Beginn der zweiten Halbzeit zeigte der 18-malige italienische Meister große Schwächen im Spielaufbau.

Häufig wusste sich das Team von Trainer Roberto Mancini nur mit langen Bällen zu helfen, der läuferische Einsatz der Interisti hielt sich in Grenzen, auch im Zweikampfverhalten setzten sich die ganz in weiß auflaufenden "Wölfe" mehr und mehr durch.

Gute Ideen von De Bruyne

Spielmacher De Bruyne trumpfte nicht ganz so stark wie zuletzt auf, doch der Belgier versorgte das Spiel der Gäste immer noch mit genügend Ideen.

Weltmeister Andre Schürrle saß zunächst wieder nur auf der Bank, da sich der 24 Jahre alte Wintereinkauf zuletzt nicht hundertprozentig fit fühlte.

FC Internazionale Milano v VfL Wolfsburg - UEFA Europa League Round of 16
Starker Benaglio: Der Schweizer Keeper zeigte mehrere Glanzparaden © Getty Images

Benaglio pariert stark

Ab Mitte der zweiten Halbzeit erhöhten die Gastgeber den Druck nochmals. In der 65. Minute setzte Palacio zu einer schönen Einzelleistung an und schloss klug ab.

Die Mailänder Fans hatten den Torjubel schon auf den Lippen, doch erneut war Benaglio zur Stelle und hielt seinen Kasten sauber. Wenig später traf Palacio doch noch.

"Es war ein offener Schlagabtausch. Diego hat toll gehalten. Wir mussten das System zwei, dreimal umstellen, aber das haben die Jungs super gemacht", sagte Trainer Dieter Hecking, bevor er sich zu den Titelambitionen seines Klubs äußerte:

"Es sind noch sieben andere Teams dabei. Aber es gibt auch eine Mannschaft aus Deutschland, die zu beachten ist", sagte Hecking, bevor er sich von den begeisterten mitgereisten Fans mit LaOlas verabschiedete.

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