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Mats Hummels (M.) will der Meisterschaft 2011 und dem Double 2012 weitere Titel mit dem BVB folgen lassen © Imago

Dortmund - Im Sog des Dortmunder Aufschwungs befindet sich auch BVB-Kapitän Mats Hummels auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Eine Ernährungsumstellung hilft dem Weltmeister dabei.

Frust. Den hatte Mats Hummels im letzten Jahr reichlich. Aus Frust wurde Fraß. Er aß mehr als ihm gut tat.

"Ich trage das Laster des Frustessens in mir. Und weil mir die Hinrunde eben viel Frust beschert hat, bin ich in einen Teufelskreis geraten", hatte Borussia Dortmunds Abwehrchef Ende Juli verraten. (Die UEFA Europa League ab sofort LIVE im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm.)

Dem Frustfressen folgt nun der Erfolgshunger. Hummels hat Appetit auf mehr. Mehr Punkte, mehr Siege, mehr Erfolge.

Dem Rekordstart in der Liga und der besten Serie der 105-jährigen Vereinshistorie mit neun Siegen in Folge soll nun ein neues Kapitel Europapokal-Geschichte folgen.

Sojamilch und nicht jeden Tag Fleisch

Das Menü der Vorrunde in der UEFA Europa League steht: Los geht es zum Auftakt in der Gruppenphase am Donnerstag (19 Uhr im LIVETICKER, alle Infos auch im UEFA Europa League Countdown im TV auf SPORT1) mit dem FK Krasnodar.

Rechtzeitig bringt Mats Hummels dafür sein Kampfgewicht auf die Waage: geschätzte 92 Kilo.

Der 1,91 Meter große Innenverteidiger war im Sommer schon auf dem Absprung aus Dortmund, hatte Angebote namhafter europäischer Klubs. Doch der neue BVB-Coach Thomas Tuchel machte dem 26 Jahre alten Weltmeister sein Konzept schmackhaft und überredete ihn zum Bleiben.

Dass auch Tuchels Ernährungsumstellung fürs BVB-Team dabei eine Rolle spielte, ist nicht belegt.

Fakt ist: Hummels hat seinen Speiseplan verändert, setzt inzwischen unter anderem auf Sojamilch. "Normale Milch konsumiere ich beinahe gar nicht mehr, Käse ist auch viel weniger geworden. Und ich versuche, nicht jeden Tag Fisch oder Fleisch zu essen", sagte er kürzlich in der Welt am Sonntag.

Zweikampfstärkster Spieler der Liga

Beim 4:2-Erfolg am Wochenende bei Hannover 96 bestritt Hummels sein 200. Bundesligaspiel. Beim zweiten Gegentor machte der Nationalspieler dabei keine gute Figur, lieferte insgesamt eine unglückliche Partie ab.

Dennoch hatte Hummels mit 75 angekommenen Pässen den zweitbesten Wert nach Ilkay Gündogan (76). Mit 87 Prozent gewonnenen Duellen war Hummels sogar zweikampfstärkster Akteur der gesamten Liga am 4. Spieltag.

Nach den Appetithappen Wolfsberger AC und Odds BK in der Europa-League-Qualifikation will der Bundesliga-Tabellenführer nun die Gruppengegner verputzen, bevor in der K.o.-Phase die echten Leckerbissen warten.

Hummels hat schon jetzt Appetit auf mehr. "Es läuft rund, wir sind sehr zufrieden. Wir müssen nur noch einen Tick stabiler werden", sagte der BVB-Kapitän nach dem jüngsten Sieg.

Im Kopf stabiler

Das Erfolgsrezept: Das bewährte Gegenpressing, kombiniert mit mehr Ballbesitz, klarem Passspiel und schnellen Kombinationen. Für den Spielaufbau zeichnet dabei die Achse Hummels - Weigl - Gündogan verantwortlich.

Im Kopf ist der BVB auch schon wieder stabiler. Von einem Rückstand lässt sich die Tuchel-Elf im Vergleich zur Vorsaison nicht mehr aus dem Konzept bringen und verfolgt weiter zielstrebig ihren (Match-)Plan.

Das klare Ziel der Schwarzgelben, die zuletzt vier Jahre lang in der Champions League die Top-Vereine in Europa serviert bekamen: das Finale der Europa League am 18. Mai in Basel.

Hummels ist jedenfalls auf den Geschmack gekommen und befindet sich auf einem guten Weg, nicht sein altes Gewicht, aber sein altes Leistungsniveau zu erreichen.

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