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Augsburg - Durch die bittere Heimpleite gegen Athletic Bilbao sinken die Chancen des FC Augsburg auf den Einzug in die Zwischenrunde der UEFA Europa League auf ein Minimum. In der Fuggerstadt lässt man die Köpfe aber nicht hängen - im Gegenteil.

Es läuft die 82. Minute. Während der FC Augsburg am fünften Spieltag der UEFA Europa League mit 2:1 gegen Athletic Bilbao führt, steht es im Parallelspiel zwischen Alkmaar und Partizan Belgrad 1:1. Besser könnte die Ausgangsposition für den Einzug in die Zwischenrunde nicht sein, bereits ein Remis am letzten Spieltag in Belgrad würde reichen.

Doch nur zehn Minuten später sind die Chancen des FCA auf eine Fortsetzung des europäischen Abenteuers auf ein Minimum gesunken. Bilbaos Aritz Aduriz (83./86.) sorgt mit einem späten Doppelpack noch für die Wende, Belgrad gelingt in der 89. Minute der Siegtreffer und versetzt Augsburg damit in Schockstarre.

"Die Mannschaft tut mir leid. Wir haben viel investiert und das Spiel zwischenzeitlich gedreht. Wir haben wie der sichere Sieger ausgesehen und hätten mindestens einen Punkt verdient", haderte Trainer Markus Weinzierl bei SPORT1.

Reuter gibt sich kämpferisch

Am letzten Spieltag bei Partizan Belgrad am 10. Dezember hilft dem FCA nur noch ein hoher Sieg, um das Aus zu verhindern. Die Fuggerstädter müssen das 1:3 aus dem Hinspiel drehen, um den direkten Vergleich zu gewinnen und doch noch die K.o.-Runde zu erreichen. (DATENCENTER: UEFA Europa League, Gruppe L)

Die Chance ist zwar gering, aber die Augsburger wollen diese beim Schopfe packen. "Es ist eine schlechte Ausgangsituation. Mit einem Punkt wäre alles in Ordnung gewesen. Wir müssen jetzt extrem viel in Belgrad riskieren. Aber es ist immer mal möglich. Wir werden alles versuchen, das Ganze zu drehen", gab sich Manager Stefan Reuter nach dem Spiel am SPORT1-Mikrofon kämpferisch.

Piotr Trochowski, der mit einem abgefälschten Schuss für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sorgte, schlug nach dem Schlusspfiff dieselben Töne an: "Die Chance ist weiterhin da, um weiterzukommen!"

Susaeta lässt Hitz keine Chance

Allerdings hätte die Gelegenheit größer sein können, wenn nicht sogar müssen. Bilbao hatte vor 23.741 Zuschauern zu Beginn zwar nahezu in allen Belangen Vorteile und ging durch Mikael Susaeta, der Marwin Hitz mit einem platzierten Flachschuss ins linke untere Eck keine Abwehrchance ließ, in der zehnten Minuten auch folgerichtig in Führung.

Doch die Hausherren kämpften sich angetrieben von ihren Anhängern zurück in die Partie. Nach dem Ausgleich durch Trochowski in der 41. Minute hatte der Südkoreaner Dong-Won Ji (51.) allein vor Bilbaos Tor zunächst eine dicke Gelegenheit, verzettelte sich aber.

Besser macht es kurz darauf Raul Bobadilla. Der eingewechselte Angreifer behielt bei einem Kopfball die Ruhe und Übersicht und brachte die Schwaben in Führung (59.). Die SGL arena verwandelte sich in ein Tollhaus - bis zur 82. Minute.

Weinzierl hat noch Hoffnung

Dann sorgte das Augsburger Schreckgespenst Aduriz, der in den beiden Spielen gegen den FCA vier Tore erzielte, für Ruhe im weiten Rund - aber nicht für hängende Köpfe.

"Wir wissen, dass wir auswärts auch gewinnen können. Wir haben auch in Stuttgart 4:0 gewonnen und im Pokal haben wir in Freiburg drei Tore erzielt. Und Freiburg und Stuttgart sind nicht schlechter als Belgrad. Jetzt müssen wir eben 3:1 gewinnen", gab Weinzierl die Hoffnung auf ein Happy End nicht auf. Wunder gibt es schließlich immer wieder.

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