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Liverpool - Der FC Liverpool von Jürgen Klopp legt im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Europa League gegen Villarreal an der Anfield Road eine grandiose Leistung hin und steht im Endspiel.

Jürgen Klopp hat den spanischen Durchmarsch verhindert und steht mit dem FC Liverpool nur sieben Monate nach seinem Amtsantritt vor seinem ersten Europapokalsieg.

Gegen den zähen und giftigen FC Villarreal zogen der deutsche Teammanager und die Reds in einer weiteren magischen Nacht an der Anfield Road mit einem 3:0 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel ins Endspiel der UEFA Europa League ein.

Das Hinspiel hatte Liverpool in Spanien 0:1 verloren

Klopp rannte nach dem Schlusspfiff mit einem breiten Lachen auf dem Gesicht auf den Rasen, umarmte lange seine Spieler und jubelte dann vor jeder der vier Tribünen mit den Fans.

"Ich bin total stolz auf die Jungs. Was sie hier heute abgebrannt haben ist der Wahnsinn", jubelte er bei SPORT1.

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"Jürgen muss man einfach lieben", twitterte Englands Ikone Gary Lineker. 

Auch Liverpools deutscher Nationalspieler Emre Can jubelte bei SPORT1:"In der Kabine war die Stimmung natürlich sehr, sehr gut. Es war kein einfaches Spiel, weil Villarreal eine starke Mannschaft hat. Dank der Fans und der Stadt Liverpool haben wir es geschafft."

Liverpools Finalgegner am 18. Mai in Basel sind die Europa-League-Experten vom FC Sevilla, Sieger der vergangenen beiden Jahre.

(SPORT1 überträgt das Finale der UEFA Europa League am Mittwoch, 18. Mai, ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm)

Es geht um einen Platz in der Champions League. Liverpool ist in dieser Saison der einzige nicht-spanische Verein in einem Europacup-Finale – dank eines Eigentores von Bruno (7.) und der unglaublich laut umjubelten Treffer von Daniel Sturridge (64.) und Adam Lallana (81.). Villarreals Victor Ruiz sah in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte (71.).

Klopps Final-Bilanz ist ausbaufähig: Dem DFB-Pokal-Sieg gegen Bayern München 2012 folgten Niederlagen im Champions-League-Finale 2013 und weiteren zwei Pokal-Endspielen.

Mythos Anfield entscheidet erneut

Klopp hatte am Mittwoch erneut den Mythos Anfield beschworen, der drei Wochen zuvor Borussia Dortmund gelähmt hatte. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Die Fans gehorchten: Das Warmsingen im sonnigen Beatles-Viertel an der Liverpooler Waterfront begann schon am frühen Nachmittag, und der beißende Geruch Dutzender bengalischer Feuer lag in der Luft, als der Bus der Reds sich unter Schlachtgesängen seinen Weg durch die engen Gassen hinter der Centenary-Tribüne bahnte.

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Vor allem auf dem legendären Kop brodelte es, beim 1:0 war die Stimmung bereits auf dem Niveau des wundersamen 4:3 gegen den BVB im Viertelfinale.

Can leitet Führung ein

Das verlieh der Mannschaft Flügel, auch dem deutschen Nationalspieler Can, der nach auskurierter Knöchelverletzung auf seine Position links vor der Viererkette zurückgekehrt war.

"Ich wollte einfach dabei sein, ein Teil der Mannschaft sein", sagte er nach der Partie und berichtete im Gespräch mit SPORT1, dass er dafür jeden Tag "sieben oder acht Stunden bei den Physios" war.

 

Und die Behandlung hat sich gelohnt: Eine Minute nach einer Großchance von Villarreals Mario (5.) spielte Can den Ball auf die rechte Seite hinaus und leitete damit den Führungstreffer ein.

Sekunden später bedrängte Daniel Sturridge am Fünfmeterraum den Verteidiger Bruno so vehement, dass dieser den Ball ins eigene Tor spitzelte.  

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Das Spiel war außergewöhnlich intensiv, Villarreal reagierte auf den Liverpooler Sturmlauf mit Konterfußball und vor allem: Härte. Beide Seiten zogen in jedem Zweikampf gnadenlos durch, Klopp feierte an der Seitenlinie in weißer Trainingsjacke jedes Tackling, als wäre das 2:0 gefallen.

"Die erste halbe Stunde war außergewöhnlich: Was für eine Performance, was für eine Power", schwärmte er hinterher. 

Klopp lieferte sich in der kleinen Coaching-Zone außerdem Diskussionen mit Villarreals Trainer Marcelino, der vierte Offizielle musste dazwischengehen. (Die Statistiken zum Spiel)

Sturridge sorgt für Explosion

Die Halbzeitpause war nur eine kurze Abkühlung, es ging weiter hitzig zur Sache - mit Vorteilen für Liverpool, das zuletzt 2007 in einem Europacup-Finale (Champions League) stand.

Beinahe im Minutentakt flogen nun die Fernschüsse auf das Tor der Spanier, Schlussmann Alphonse Areola bekam allerhand zu tun, während sein Trainer verzweifelt die Arme in die Luft warf. Die Präzision allerdings fehlte im Liverpooler Offensivspiel nun, dafür stand die Abwehr bei den wenigen Entlastungsangriffen sicher.

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Fast schien es, als hätten die Reds in den ersten 50, 55 Minuten überdreht. Doch das täuschte. Sturridge, auf den Klopp im Hinspiel überraschend verzichtet hatte, schob aus kurzer Distanz ein und brachte Anfield zur Explosion.

Villarreal änderte für die Schlussphase sein Spiel radikal und riskierte alles, um das nötige Auswärtstor zu erzielen.

Liverpools dritter Treffer sorgte jedoch für die Entscheidung. In den letzten Minuten feierten die Fans sich selbst - und immer wieder auch Jürgen Klopp.

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