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Liverpool v Villarreal CF - UEFA Europa League Semi Final: Second Leg
Jürgen Klopp trifft mit dem FC Liverpool im Finale der UEFA Europa League auf den FC Sevilla © Getty Images

München - Trainer Jürgen Klopp opfert bewusst Liverpools letzte Europa-Chance in der Liga für das Finale der UEFA Europa League - und die Chance auf Mario Götze?

"Wir haben ein paar Veränderungen vorgenommen."

So erklärte Jürgen Klopp seine Total-Rotation am letzten Spieltag der Premier League gegen West Bromwich Albion (1:1).

"Ein paar" hieß in diesem Fall: das komplette Team. Auf allen elf Positionen veränderte der Trainer des FC Liverpool seine Mannschaft im Vergleich zum letzten Spiel.

Die Marschroute bei den Reds ist klar: Alles wird auf das Finale der UEFA Europa League am Mittwoch (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im TICKERgegen den FC Sevilla gesetzt.

Dafür opferte Klopp die - ohnehin nur geringe - Chance, sich über die Liga noch für die Europa League zu qualifizieren.

Im Endspiel von Basel hat Liverpool bei der letzten Möglichkeit auf den Europapokal dagegen am Mittwoch sogar die Chance auf die Champions League. Dafür geht Klopp All-In.

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Klopp schont Can, Sturridge und Co. für Finale

"Es war absolut klar, dass es hier keinen Sinn gemacht hätte mit 50 Prozent Konzentration zu spielen", sagte Klopp zur Rotation gegen West Brom und erklärte damit, dass Stars wie Emre Can, Daniel Sturridge, Roberto Firmino oder Philippe Coutinho nicht einmal im Kader standen.

Mit dem Kopf wären sie ohnehin schon in Basel gewesen. Klopp ersparte seinen Leistungsträgern einen mental schwierigen und auch riskanten Einsatz (Stichwort: Verletzungen) am Sonntag.

"Ich weiß, wie es ist ein Finale zu spielen. Es wäre für diese Spieler schwierig gewesen, bereit zu sein für das intensive Spiel, das uns hier erwartet hat. Wenn wir mit anderen Spielern hergekommen wären, hätten sie bereits an das nächste Spiel gedacht. Dies wäre absolut menschlich gewesen", erklärte Klopp.

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Endspiel um Titel - und Götze?

Gegen Sevilla geht es für die "Reds" jetzt um Alles. Bei einer Pleite schauen Klopp und Co. den internationalen Wettbewerb in der kommenden Saison nur im Fernsehen.

Aber es dürfte um noch mehr gehen: einen Transfer von Mario Götze. Ein Wechsel des WM-Helden zu Förderer und Lehrmeister Klopp würde für beide Seiten Sinn machen – noch mehr als eine Rückkehr zu Borussia Dortmund.

"Ich würde ihm eine Rückkehr nach Dortmund nicht raten, weil ich glaube, dass die Erwartungshaltung zu groß wäre und auch das Klima wäre nicht gut für ihn. Jürgen Klopp und Liverpool wären die bessere Adresse", sagte SPORT1-Experte Thomas Strunz im Volkswagen Doppelpass.

Auch Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hatte Götze zuvor zu einem Transfer an die Anfield Road geraten.

Allerdings dürfte sich ein solcher Wechsel kaum realisieren lassen, wenn Liverpool nicht in der Champions League vertreten ist. Zumal der FC Bayern ja eine höhere Ablösesumme für Götze verlangen dürfte.

Klopp kämpft gegen Final-Trauma

Für Klopp steigert gerade die "Alles-oder-Nichts"-Situation die Vorfreude auf das Finale. "Je größer der Druck, desto cooler werde ich", verkündet er bei UEFA.com.

"Ich weiß, in anderthalb Wochen ist das Champions-League-Finale. Aber wir stehen ebenfalls in einem europäischen Endspiel. Was kann es Größeres geben?", meinte er: "Zwei gute Klubs, zwei große Vereine spielen gegeneinander um einen großen Cup. Das ist eine riesige Chance und wir werden alles tun, um sie zu nutzen."

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Um die Europa League zu gewinnen, muss Klopp allerdings auch sein Final-Trauma überwinden. Seine letzten vier Endspiele verlor der 48-Jährige: das Ligapokalfinale mit Liverpool im Februar gegen Manchester City, die beiden DFB-Pokalendspiele mit Borussia Dortmund (2015 gegen den VfL Wolfsburg, 2014 gegen den FC Bayern) sowie das Champions-League-Endspiel gegen Bayern 2013.

Auch deshalb geht Klopp All-In - für den ersten Titel mit den Reds, für die Champions League, für Mario Götze.

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