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Schwarzer Rauch auf der Heimtribpüne im Stadion von Young Boys Bern © dpa

Bern-Fans provozieren beim Spiel der UEFA Europa League gegen Piräus eine Unterbrechung und attackieren Verwaltungsrat Urs Siegenthaler. Der zieht Konsequenzen.

Fans von Young Boys Bern haben während des Spiels in der UEFA Europa League gegen Olympiakos Piräus eine Unterbrechung provoziert und gegen Verwaltungsrat Urs Siegenthaler protestiert - und damit zu seinem Rücktritt beigetragen. 

Es waren erst wenige Minuten bei der 0:1-Niederlage gespielt, da musste die Partie in Bern unterbrochen werden. Eine riesige schwarze Rauchwolke stieg im Block der Young-Boy-Fans auf, "Sigi Raus!" hallte es durch das Stadion.

Grund für die unschöne Aktion der Anhänger war ein Interview, das Siegenthaler gegeben hatte. Der DFB-Chefscout von Bundestrainer Joachim Löw hatte in seiner Funktion als Leiter der Sportkommission der Young Boys erklärt, der Klub habe keine Chance im Kampf gegen den großen Schweizer Rivalen FC Basel.

"Das ist doch völliger Blödsinn. Dass da in der Vergangenheit gesagt wurde, man wolle den FCB angreifen. Das ist völlig unrealistisch", hatte Siegenthaler im Blick erklärt.

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DFB-Chefscout Urs Siegenthaler spielte als Profi in Bern und Basel © Getty Images

Am Tag nach der Niederlage kam der Verwaltungsbeirat der Young Boys zusammen, um die angespannte Situation um Siegenthaler zu besprechen. Wie der Blick berichtet, reichte der Fußball-Scout bei Beginn des Treffens seinen Rücktritt ein. 

Seine Begründung: In den letzten Tagen sei sehr viel auf seine Person "abgewälzt worden"  Er könne sich nicht "in dem Mass einbringen konnte, wie ich es für richtig hielt. In Anbetracht der Umstände war eine Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit nicht mehr vorhanden." 

Ein weiterer Grund für den Unmut gegenüber Siegenthaler war dessen Doppelfunktion: Er war nicht nur bei Young Boys im Verwaltungsrat aktiv, sondern ist auch Mitglied beim FC Basel.

Schon vor dem Spiel gegen Piräus gab es im und um das Berner Stadion Flugblätter mit Siegenthalers Konterfei und der Aufschrift in Schweizerdeutsch: "Hou ab!"

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