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Gelsenkirchen - Schalke steckt gleich in der Krise. Vor dem Spiel in der Europa League gegen Salzburg (LIVE auf SPORT1) muss Trainer Markus Weinzierl gleich an mehreren Punkten arbeiten.

Markus Weinzierl fackelte gar nicht lange. Und zog die erste Konsequenz.

Der Trainer des FC Schalke 04 strich kurzerhand den trainingsfreien Dienstag und trommelte seine Truppe vor dem zweiten Gruppenspiel in der UEFA Europa League gegen Salzburg zusammen (Do, ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm sowie im LIVETICKER auf SPORT1.de und in der SPORT1 App.).

Schließlich ist es bei S04 wieder mal fünf vor Zwölf. Und nach der fünften Niederlage im fünften Ligaspiel knallte es. Vor allem verbal. Weinzierl und Manager Christian Heidel nahmen die Mannschaft eindringlich in die Pflicht.

Parallel ist die nicht öffentliche Einheit auch eine gute Gelegenheit gewesen, trotz der englischen Wochen dringend benötigte Abläufe und Mechanismen einzustudieren. Doch das ist nicht alles.

SPORT1 sagt, was der Coach dringend ändern muss.

- Einstellung

Der Grundpfeiler für die kommenden Aufgaben, für die ganze Saison. Dass die Einstellung zuletzt fehlte, ist keine Frage. Viele Spieler haben offenbar noch nicht verstanden, wie ernst die Lage wirklich ist. Einigen wird auch die nötige Identifikation mit den Tugenden eines Klubs wie Schalke abgesprochen.

"Man kann nicht sagen, man ist ein Malocherklub und vergisst das Malochen", sagte Heidel. 53 Kilometer sind die Schalker in Hoffenheim zuletzt gelaufen. Viel zu wenig, nicht nur grundsätzlich, sondern erst recht in dieser Situation.

An diesem königsblauen Phlegma, an diesem seltsam Lethargischen sind vor Weinzierl schon andere verzweifelt. "Wenn die Einstellung stimmt, ist die Taktik zweitrangig", sagte Weinzierl einmal.

Nach der LIVE-Partie gibt es am Donnerstag bei SPORT1 ab 21 Uhr die Highlights des Europa-League-Spieltags im TV - unter anderem mit dem Spiel des FSV Mainz

- Taktik

Weinzierl bekommt seine Idee vom Fußball allerdings noch nicht vermittelt. Im Spielaufbau leisten sich beispielsweise Zugänge wie Nabil Bentaleb und Benjamin Stambouli noch zu viele Fehler - und das ausgerechnet auf strategisch wichtigen Positionen im Mittelfeld. Vor allem die Defensive ist anfällig. Komplettiert wird das Ganze durch bisweilen krasse individuelle Fehler.

Weinzierl experimentiert viel, ist auf der Suche nach einem festen Gerüst. Er sollte nun vor allem für eine defensive Stabilität sorgen und sich dafür zumindest auf eine feste Formation in der Hintermannschaft festlegen. Denn ständige Rotationen können im Fall des Misserfolgs schnell auch mal als Ratlosigkeit ausgelegt werden. Und zu einer weiteren Verunsicherung beitragen.

- Druck

Weinzierl sprach nach dem 1:2 in Hoffenheim selbst von einer "brutalen Drucksituation". Die gilt es, in den Köpfen aufzulösen, auch wenn das gerade bei einem traditionell unruhigen Klub wie Schalke nicht einfach ist.

Denn die Mechanismen sind ja bekannt. Mit jedem Fehler, mit jeder Unmutsbekundung, mit jedem weiteren Misserfolg steigt der Druck. Weinzierl ist als Psychologe gefragt. Ob nun mit Zuckerbrot und/oder Peitsche ist dabei fast schon egal. Wichtig ist, dass es schnell geht. Und erfolgreich ist.

- Mannschaft

Mit Schönspielerei und Trickserei gewinnt Schalke in dieser Situation keinen Blumentopf. Denn wie Heidel betonte, sei man endgültig im Abstiegskampf angekommen. "Es sind nicht erst fünf Spieltage gespielt, sondern schon", betonte der Manager.

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Für den Status Quo braucht Weinzierl Kämpfer. Und vor allem eine Einheit, eine Mannschaft, die auch eine ist. "Wichtig ist, eingespielt zu sein. Ich kann aber nicht alle drei Tage dieselbe Aufstellung aufbieten, weil uns dann die notwendige Frische fehlt. Das ist der schmale Grat, der es so schwierig macht", hatte er zuletzt sein Dilemma erklärt.

Und immer wieder rotiert. Wobei das vor allem zu Beginn einer Saison mit dem Verweis auf die Frische eigentlich noch gar nicht nötig sein sollte.

Ein Vorteil: Nach den Spielen gegen Salzburg und Borussia Mönchengladbach ist erst einmal Länderspielpause. Deshalb muss er das Personal in beiden Heimspielen nicht zwingend austauschen. Zwingend muss er nur gewinnen. Damit er die Pause als Schalke-Trainer noch erlebt.

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