vergrößernverkleinern
Borussia Moenchengladbach v ACF Fiorentina - UEFA Europa League Round of 32: First Leg
Auch der eingewechselte Josip Drmic konnte die Gladbacher Niederlage nicht mehr verhindern © Getty Images

Mönchengladbach - Gladbach kassiert im Kampf ums Achtelfinale der UEFA Europa League eine schmerzhafte Heimpleite gegen Florenz. Ein nicht gegebener Elfer sorgt für Frust.

Dieter Hecking diskutierte nach seiner ersten Niederlage als Trainer von Borussia Mönchengladbach noch einmal kurz mit dem vierten Offiziellen.

Seine Spieler holten sich nach dem ernüchternden 0:1 (0:1) gegen den AC Florenz im Angesicht des drohenden Ausscheidens in der UEFA Europa League zumindest noch aufmunternden Applaus bei den Fans ab.

Allen war klar: Für das Erreichen des Achtelfinals braucht die Fohlenelf ein kleines Wunder - dabei wäre eine deutlich bessere Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag möglich gewesen. (Spielplan und Ergebnisse)

Die Höhepunkte der Partie ab 23 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

Hecking gibt sich kämpferisch

"Der Optimismus ist durch die Niederlage ein bisschen gedämpft, aber Florenz hat mich jetzt nicht so beeindruckt, dass ich sage, wir hätten nächste Woche keine Chance", sagte Hecking bei SPORT1 und gab sich kämpferisch: "Der Tenor in der Kabine war: Die sind noch nicht durch. Und genau diese Mentalität brauchen wir."

Video

Die mangelhafte Chancenverwertung dürfe man dennoch kritisch anmerken, "aber wir haben uns gegen eine defensiv gut stehende Mannschaft sechs, sieben hochkarätige Torchancen herausgespielt. Natürlich ärgern sich die Spieler darüber, dass sie diese guten Chancen nicht in Tore umgemünzt haben. Ich hoffe, dass wir es im Rückspiel besser machen", sagte Hecking.

Federico Bernardeschi (44.) stellte an seinem 23. Geburtstag mit einem umstrittenen Freistoß aus 23 Metern in den Winkel den Spielverlauf auf den Kopf. Gladbach droht damit nach 2013 und 2015 zum dritten Mal das Achtelfinale zu verpassen. Die Runde der letzten 16 eines Europapokals hatte der fünfmalige Meister zuletzt 1995/96 erreicht.

Schiri verweigert Gladbach klaren Elfer

Die beste Rückrunden-Mannschaft der Bundesliga dominierte besonders vor der Pause das Geschehen, traf aber nur den Pfosten, zudem wurde der Borussia ein "klarer Elfmeter" verweigert, wie der zu Fall gebrachte Patrick Herrmann nach dem Spiel bei SPORT1 anmerkte: "Für mich hat es sich wie ein Elfmeter angefühlt. Ich spiele klar den Ball. Aber nur weil ich zum Torschuss komme, heißt das ja nicht, dass man danach abgeräumt werden darf."

© iM Football

Nach dem Seitenwechsel drängte die nicht mehr ganz so frische Borussia auf den Ausgleich und bot dem Tabellenachten der Serie A bis in die Schlussphase einen offenen Schlagabtausch.

Vor 41.863 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Borussia-Park trat Gladbach von Beginn an mutig und beherzt auf. Mit Weltmeister Christoph Kramer als Schaltzentrale durften die Hausherren im Mittelfeld fast nach Belieben ihr Kombinationsspiel aufziehen, die Unbekümmertheit der Italiener bestraften die Fohlen aber nicht: Nach schönem Zusammenspiel mit Thorgan Hazard vergab Patrick Herrmann aus kurzer Distanz (14.).

Wenig später kochten die Gemüter hoch: Der flinke Herrmann hätte aus wenigen Metern nur einschieben müssen, wurde vor dem Abschluss aber von Maximiliano Olivera am Fuß getroffen (16.). Der spanische Schiedsrichter Jesus Gil Manzano verweigerte den fälligen Elfmeter - eine klare Fehlentscheidung, die auch der fünfte Unparteiische an der Torlinie nicht korrigierte.

Johnson scheitert am Pfosten

Bis zur Pause bestimmte die Hecking-Elf weiter klar das Geschehen. Die im Vergleich zur Hinrunde deutlich gefestigtere Abwehr ließ bis zur 37. Minute keinen einzigen Torschuss zu, vorne agierte der VfL aber unglücklich. Lars Stindl (40.) vergab freistehend, Fabian Johnson traf nur den Pfosten (42.). Wenig später sorgte Bernardeschi mit seinem Sonntagsschuss für die kalte Dusche.

Der Schock wirkte noch bis in die zweite Halbzeit nach. Gegen die nun stabilere Defensive der vom früheren Dortmunder Paolo Sousa trainierten Gäste betrieb die Borussia viel Aufwand, meist jedoch vergeblich. Fabian Johnson (60.) verzog aus guter Position, auf der Gegenseite hatte Borja Valero (63.) das 0:2 auf dem Fuß.

Auch in der Schlussphase hatte Gladbach mehr vom Spiel. Hecking brachte schon in der 65. Minute Stürmer Josip Drmic für Verteidiger Tony Jantschke, Johnson rückte in die Viererkette. Florenz blieb aber äußerst geschickt und hatte auch das nötige Glück auf seiner Seite.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel