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London - Der Weltmeister empfängt am Donnerstag im Europa-League-Kracher mit Arsenal den 1.FC Köln. Mit SPORT1 spricht er über das Duell mit den Rheinländern und die Ziele in seiner letzten Profisaison.

Mit dem Kracher gegen den 1. FC Köln am Donnerstag (ab 19 Uhr LIVE im TV bei SPORT1) startet der FC Arsenal die Saison der UEFA Europa League. Per Mertesacker verrät exklusiv bei SPORT1, was er von seinen Gunners erwartet und welchen Traum er für sein Karriereende hat.

SPORT1: Arsenal hat zum ersten Mal seit längerer Zeit die Champions League verpasst und tritt dieses Mal in der Europa League an. Wie hoch ist deren Stellenwert für die Gunners?

Per Mertesacker: Die Europa League ist sehr wichtig. Manchester United hat es vorgemacht. Das ist auch eine Mannschaft, die sich da nicht unbedingt zugehörig fühlt. Aber sie sind durchgegangen, haben das Ding gewonnen – und sich nebenbei für die Champions League qualifiziert. Für mich ist es kein Neuland. Mit Werder habe ich schon in der Europa League gespielt. Wir scheuen uns überhaupt nicht und wollen angreifen, weil es viel zu gewinnen gibt.

SPORT1: Sie sprechen es an: Mit Werder standen Sie 2009 nach einem verrückten Halbfinale gegen den HSV im Endspiel. Wie haben Sie diese Wochen damals erlebt?

Mertesacker: Wir waren damals öfter in der Europa League und immer bissig. 2009 haben wir auch den DFB-Pokal geholt. Wir waren richtig gut drauf und wollten auch die Europa League gewinnen. Unser Finalgegner Donezk hatte aber viele gute Brasilianer in seinen Reihen. Die Europa League stand bei Werder damals ganz oben. Für Arsenal ist es nun eine neue Erfahrung. Es wird aber keine leichte Aufgabe, weil alle Gegner gierig sind, nach London zu kommen.

SPORT1: Vielleicht klappt es ja in dieser Saison mit einem Finalsieg…

Mertesacker: Ja klar. Ich möchte schon einen besonderen Abschluss. Es hat mir nicht gereicht, den FA-Cup zu gewinnen. Da gibt es noch mehr zu erreichen. Zum Saisonfinale ist am Mittwoch das Europa-League-Finale, am Samstag darauf das FA-Cup-Finale und ein Tag später der letzte Spieltag der Premier League. Das wäre eine schöne Woche, um die Karriere abzuschließen. Ich möchte schon überall ein Wörtchen mitreden.

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SPORT1: Bis dahin ist es ein langer Weg. Was war die erste Reaktion zur Auslosung – vor allem, als Köln aus dem Lostopf gezogen wurde?

Mertesacker: Ich kenne ein paar Leute aus Köln, die auch an der Mannschaft dran sind. Ich habe die Auslosung zwar nicht live verfolgt. Aber heutzutage wirst du ja gleich mit Nachrichten überhäuft. Wenn eine deutsche Mannschaft auf eine englische trifft, dann freuen sich alle und sind gut drauf. Für mich ist es etwas Besonderes, auf eine deutsche Mannschaft zu treffen.

SPORT1: Gab es schon Kontakt zu Lukas Podolski?

Mertesacker: Nein. Aber für ihn liegt es ja auf der Hand, dass er zu einem der beiden Spiele kommen müsste. Es ist schon etwas Besonderes, wenn du für beide Mannschaften gespielt hast und sie dir am Herzen liegen.

SPORT1: Für wen wird Podolski die Daumen drücken?

Mertesacker: Ich glaube für Köln. Ich kann es nicht genau sagen. Aber ich vermute es, denn es ist ja seine Heimat.

SPORT1: Köln hatte ähnlich wie Arsenal einen Fehlstart in die Saison. Ist die Ausgangslage der beiden Klubs vergleichbar?

Mertesacker: Ja, alle werden unruhig. Aber die Kölner haben letztes Jahr mit ihrer unfassbaren Konstanz beeindruckt. Auch mit einem Manager, der viele gute Leute geholt und dieses schwere Business mit Anthony Modeste gehandelt hat. Ich traue Köln auch in dieser Saison viel zu. Ich habe einen Heidenrespekt vor dem Kölner Stadion. Das wird ganz besonders. Ich habe damals mein erstes Bundesligaspiel in Köln gemacht. Das ist ein richtig positives Pflaster für mich. Ich mag es auch, auch Kölsche Lieder vor dem Spiel zu hören.

SPORT1: Steigt der Druck bei Arsenal aufgrund des unbefriedigenden Saisonstarts?

Mertesacker: Schon. Aber gerade wenn man so einen schwierigen Start hatte, kann man über die Europa League wieder die Form finden. Der Rhythmus Donnerstag - Sonntag schweißt zusammen. Man kann zwar am Samstagabend kein Bierchen trinken, aber da müssen wir jetzt durch.

SPORT1: Also kann die Europa League eine Chance sein?

Mertesacker: Ja, vielleicht auch für die Spieler, die momentan nicht so oft eingesetzt werden. Ich habe in der letzten Zeit auch nicht viel gespielt. Vielleicht kann ich mich in der Europa League anbieten. Für mich ist es super interessant – auch wenn es heißt, es sei "nur" die Europa League. Aber wenn wir so denken, dann scheiden wir schnell aus.

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