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Der 1. FC Köln nutzt seine letzte Chance in der Europa League. Nach einer wahren Achterbahnfahrt feiern die Geißböcke am Ende einen Kantersieg gegen BATE Borisov.

Der 1. FC Köln hat sich in der UEFA Europa League den Frust von der Seele geschossen und durch Doppelpacker Yuya Osako, Sehrou Guirassy, Simon Zoller und Milos Jojic den ersten Sieg in der Europa League eingefahren.

Die zuletzt oftmals glücklosen Geißböcke feierten einen 5:2 (1:2)-Erfolg gegen BATE Borisov und dürfen dadurch nach vier Spieltagen weiter von der K.o-Phase träumen. (SERVICE: Die Tabelle)

Erster Sieg seit einem viertel Jahrhundert

Für den FC war es der erste Sieg im Europapokal seit über 25 Jahren (bislang letzter Sieg: 15. September 1992/2:0 gegen Celtic Glasgow). Osako (82., 54.), Jojic (90.), Guirassy (63.) und Zoller (16.) belohnten die zuletzt gebeutelten FC-Fans für ihre tolle Unterstüzung und ihre eigene Mannschaft für eine bemerkenswerte Energieleistung im zweiten Durchgang.

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"Ich freue mich, dass wir mal ein paar Tore gezeigt haben und unsere Zuschauer Spaß hatten. Das war eine gute Reaktion und zeigt, dass die Moral in Ordnung ist. Wir haben in der Pause ein paar Dinge angesprochen, um dann in der zweiten Hälfte das Spiel zu drehen. Das hat zum Glück geklappt", sagte FC-Trainer Peter Stöger im Gespräch mit SPORT1.

Die Geißböcke befinden sich nach dem katastrophalen Bundesliga-Saisonstart in den letzten Wochen im Aufwind. Das zeigen auch der Sieg im DFB-Pokal bei Hertha BSC und die couragierte Leistung bei der Derby-Niederlage am letzten Bundesliga-Spieltag in Leverkusen. 

"Die fünf Tore haben für einiges entschädigt, was in den letzten Wochen von uns geboten worden ist. Es war zum Teil sehr schwer für die Fans, weiter hinter uns zu stehen. Die zweite Hälfte mit vier Toren war sehr stark. Die Lage von uns ist weiterhin höchst prekär. Das ist nicht mit einem Sieg alles gutzumachen", sagte FC-Torwart Timo Horn zu SPORT1.

Köln hat nun drei Punkte und benötigt in den abschließenden Spielen gegen den FC Arsenal (23. November) und bei Roter Stern Belgrad (7. Dezember) weitere Siege, um doch noch in die nächste Runde einzuziehen. Nemanja Milunovic (31.) und Nikolai Signewitsch trafen für Borissow. FC-Torhüter Timo Horn hielt am Ende den Sieg fest. 

Köln tankte zudem Selbstvertrauen für die Bundesliga - dort steht für den Tabellenletzten am Sonntag (15.30 Uhr) das enorm wichtige Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim auf dem Programm. "Wir müssen gegen Hoffenheim direkt nachlegen. Es wäre optimal, mit zwei Siegen in die Länderspielpause zu gehen. Damit wir uns ein bisschen Selbstvertrauen holen können. Aber das geht nur über den Einsatz", blickte Horn voraus.

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Hoffenheim sollte am Donnerstag aber kein Thema sein, hatte FC-Trainer Peter Stöger angekündigt und seine stärkste Elf aufgestellt. In dieser stand etwas überraschend auch Innenverteidiger Dominic Maroh, der zuletzt im Derby in Leverkusen (1:2) noch angeschlagen ausgewechselt worden war, aber rechtzeitig fit wurde. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

FC überlässt BATE das Spiel

Maroh und Co. waren in der Defensive aber zunächst kaum gefordert, stattdessen drängte Köln die Gäste anfangs weit zurück. Im Zentrum verteilte Salih Özcan die Bälle klug, und Köln kam so schon früh zu Chancen. Nachdem sowohl Matthias Lehmann (2.) als auch Guirassy (7., 10.) die frühe Führung verpasst hatten, machte es Zoller nach schöner Vorarbeit von Özcan besser.

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Doch mit der Führung im Rücken zog sich der FC zu weit zurück und überließ Borissow weitestgehend den Ball. Diese Passivität rächte sich. Zunächst traf der völlig freie Milunovic nach einem Freistoß, dann brachte Signewitsch die Gäste mit einem artistischen Treffer sogar in Führung. (SERVICE: Ergebnisse/Spielplan)

Davon erholte sich der FC erst im zweiten Durchgang. Der eingewechselte Osako traf nach von der Strafraumkante, Guirassy versenkte einen Freistoß zur umjubelten Führung. Wenig später musste der Franzose verletzt raus, Milos Jojic ersetzte den Stürmer.

Die Fans verabschiedeten Guirassy mit lautem Applaus und Sprechchören.
Özcan (75.) und Dominique Heintz (78.) hätten in der Schlussphase beinahe schon den vierten Treffer nachgelegt, ehe Osako und Jojic alles klar machten. Zuvor hatte Horn gleich dreimal herausragend pariert.

Im zweiten Spiel der Gruppe trennten sich der FC Arsenal und Roter Stern Belgrad 0:0. Die Gunners sind auch der nächste Gegner der Kölner - und SPORT1 überträgt den Kracher am 23. November um 19 Uhr.

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