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Jörg Schmadtke
Kölns Sportvorstand Jörg Schmadte hat die WM-Aufstockung scharf kritisiert © Getty Images

Kölns Sportvorstand Schmadtke kritisiert die Entscheidung der FIFA scharf. Uwe Seeler sorgt sich aufgrund der Aufstockung der Teilnehmer um den Fußball. Die Reaktionen.

Kölns Sportvorstand Jörg Schmadtke, Ehrenspielführer Uwe Seeler und der frühere Bundestrainer Berti Vogts haben die Entscheidung der FIFA für eine Aufstockung der WM mit Entsetzen aufgenommen.

SPORT1 präsentiert die Reaktionen auf die Mega-WM:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Ich finde das bisherige WM-Format mit 32 Mannschaften immer noch gut und kann aus rein sportlicher Sicht einer Aufstockung gar nichts abgewinnen. Für mich hat die EM 2016 in Frankreich nicht zu einer Steigerung der Qualität beigetragen, im Gegenteil. Da gab es viele zähe Spiele, bei denen sich Mannschaften vor dem eigenen Tor geradezu verschanzt haben. Der Fußball ist dadurch nicht attraktiver geworden. Man sollte das Rad nicht überdrehen."

Reinhard Rauball (DFL-Präsident): "Der deutsche Fußball ist bekanntlich im Vorfeld aus guten Gründen für eine andere Entscheidung eingetreten. Allerdings war dieses Votum des FIFA-Councils zu erwarten: Solange sich die großen europäischen Fußball-Nationen, ihre Verbände, Ligen und Klubs nicht auf eine gemeinsame Position verständigen können, ist auch die Meinung des Weltmeisters bedauerlicherweise nur eine unter vielen."

Berti Vogts (Ex-Bundestrainer): "Ich bin sehr, sehr erschrocken, ich mag es nicht glauben. Das ist furchtbar. Wenn man die WM zugrunde richten will, muss man diesen Weg weitergehen. Ich verstehe es einfach nicht. Das ist nicht mehr meine WM. Was soll das bloß? Es ist ganz schlimm."

Uwe Seeler (Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft): "Da habe ich überhaupt kein Verständnis für. Das finde ich ganz schlecht. Das wird derart langatmig. Das wird für den Fußball nicht gut sein, das hat man bei der EM gesehen. Aber es war klar, dass es kommen würde, denn damit kann man ein paar Mark mehr machen."

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Horst Hrubesch (Europameister von 1980, ehemaliger U21-Nationaltrainer): "Ich bin überrascht. Die Überlastung der Spieler war im alten Modus schon sehr hoch. Es wird immer noch mehr reingepackt, immer mehr. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das durchgeht. Der DFB hat sich zu Recht dagegen gewehrt."

Ulli Stielike (Nationaltrainer Südkoreas): "Die kleineren Nationen sind sicherlich dafür, aber im Interesse der Gesundheit der Spitzenspieler hätte man es beim alten Modus belassen sollen. Aus Sicht von Südkorea sehen wir, dass alles enger zusammengerückt ist. Das gibt uns mehr Spielraum, wenn vielleicht dann sechs statt vier Mannschaften zur WM fahren."

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Ich bin generell gegen mehr Spiele. Der Terminkalendar ist jetzt schon voll. Die FIFA hat aber gesagt, dass es trotz der Aufstockung nicht mehr Spiele geben wird. Man muss abwarten, was passiert."

Jörg Schmadtke (Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln): "Das ist idiotisch. Wir haben ohnehin immer mehr Belastung, und dann wird die WM auch noch aufgeblasen, das finde ich nicht gut. Den sportlichen Wert kann ich nicht erkennen. Schon bei der EM waren viele Spiele langweilig."

Martin Schmidt (Trainer FSV Mainz 05): "Ich denke, dass der Fußball der ganzen Welt gehört und dass jeder die Chance haben muss, bei so einem Turnier dabei zu sein."

Rüdiger Fritsch (Präsident von Darmstadt 98): "48 Mannschaften werden nicht dazu beitragen, die sportliche Qualität zu erhöhen. Für die Ausrichtung des Fußballs als Sportart Nummer eins ist das eine Entscheidung, die mehr Länder begünstigt. Wirtschaftlich ist die Entscheidung also sicher begründbar, sportlich ist sie fraglich."

Arne Friedrich (ehemaliger Nationalspieler): "Eine aufgeblähte WM, um noch mehr Geld zu generieren? Was soll man dazu noch sagen? Die Qualität der Spiele wird darunter leiden."

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