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Bob Hanning-DHB
Bob Hanning ist Geschäftsführer der Füchse Berlin und Vizepräsident des DHB © Getty Images

Dem DHB droht nach dem Rücktritt des Präsidenten die Zerreißprobe: Ein Comeback von Bernhard Bauer wird gewünscht, eine Abwahl von Vize Bob Hanning ist möglich.

Der Machtkampf an der Spitze des Deutschen Handballbundes (DHB) spitzt sich zu, der Sportart droht die Zerreißprobe: Während die Rufe nach einer Rückkehr von Ex-Präsident Bernhard Bauer lauter werden, gerät Verbandsvize Bob Hanning zunehmend unter Druck.

So wollen führende Landesverbände auf dem außerordentlichen DHB-Bundestag, der bis September einen neuen Präsidenten wählen muss, offenbar sogenannte Compliance-Regeln durchsetzen, nach denen DHB-Präsidiumsmitglieder fortan keine weiteren Ämter im Handball ausüben dürfen.

Dies berichtet der Spiegel. Eine Doppelfunktion, wie sie Hanning zurzeit als Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin ausübt, wäre dann nicht mehr möglich.

Abwahl Hannings möglich

"Die Regeln, die bisher nur für den Präsidenten gelten, müssen für das ganze Präsidium bindend sein", sagte Hans Artschwager, Präsident des Handballverbandes Württemberg, dem Nachrichtenmagazin.

Ex-DHB-Präsident Bernhard Bauer
Bernhard Bauer hatte das Amt des DHB-Präsidenten 547 Tage inne © Getty Images

Die Landesverbände sollen sogar eine direkte Abwahl Hannings erwägen. "Das ist ein nicht unwahrscheinliches Szenario", sagte DHB-Präsidiumsmitglied Georg Clarke vom Bayerischen Handball-Verband dem Spiegel.

Sollte der DHB seine Satzung tatsächlich ändern, wäre Ex-Präsident Bauer wohl zu einer Rückkehr bereit. Das Interesse des Verbandes vorausgesetzt, würde er sich auf dem außerordentlichen Verbandstag, der noch nicht terminiert ist, zur Wiederwahl stellen. "Das wäre ein Segen für den deutschen Handball", sagte Clarke.

Rückkehr von Bauer erwünscht

Nicht nur die Landesverbände würden ein Comeback Bauers begrüßen. "Ich würde eine Rückkehr klasse finden", sagte Geschäftsführer Thorsten Storm vom THW Kiel am Rande des Bundesliga-Spitzenspiels gegen die Rhein-Neckar Löwen (23:23) und warb für eine einvernehmliche Lösung mit allen Beteiligten: "Man sollte das ganze im Sinne der Sache klären und nicht immer Persönlichkeiten in den Vordergrund stellen."

Bauer hatte nach andauernden Querelen mit Hanning vor zwei Wochen nach nur 547 Tagen im Amt das Handtuch geworfen und dem mitgliederstärksten Handballverband der Welt damit ein großes Problem beschert. Die Tagesgeschäfte führt seitdem Generalsekretär Mark Schober kommissarisch.

Präsidium berät über Vorgehen

In den kommenden Tagen trifft sich das DHB-Präsidium, um über das weitere Vorgehen zu beraten. DHB-Manager Heiner Brand hat als möglicher Kandidat bereits abgesagt.

Heiner Brand wurde als Spieler und Trainer Handball-Weltmeister
Heiner Brand führte die deutsche Nationalmannschaft 2007 als Trainer zum WM-Titel © Getty Images

"Man wird keinen Präsidenten finden, der so stark ist wie Bernhard Bauer", sagte Vlado Stenzel, Weltmeistertrainer von 1978, dem SID: "Das ist unmöglich." Es wäre "perfekt für unsere Sportart, wenn Bauer zurückkehrt. Ich hoffe, dass man ihn seitens des DHB überredet."

Eine erneute Zusammenarbeit Bauers mit Hanning kann sich Stenzel allerdings nicht vorstellen. "Das funktioniert nicht", sagte der 80-Jährige und brachte die momentane Situation auf den Punkt: "Meine Handball-Heimat brennt."

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