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THW Kiel v Flensburg Handewitt - DKB Supercup
Stefan Kretzschmar wählt deutliche Worte © Getty Images

Vor dem Final Four der Champions League stellt Stefan Kretzschmar den Austragungsort Köln infrage. In einer Hinsicht versteht er aber den europäischen Verband.

Der europäische Handballverband EHF trägt das Final Four der Champions League bis mindestens 2020 in Köln aus - für Stefan Kretzschmar ein Unding. "Das hat nichts mehr mit einem europäischen Wettbewerb zu tun. Da fehlt für mich der Reiz", sagte der ehemalige Nationalspieler SPORT1.

Seit 2010 entscheidet sich der Sieger der Champions League an einem Wochenende in der Kölner Lanxess-Arena und nicht mehr mit Hin- und Rückspielen im Halbfinale und Endspiel.

"Deutschland ausschlachten"

"Ich verstehe die EHF auf der einen Seite, weil sie Deutschland wirtschaftlich ausschlachten können. Wir sind nach wie vor das Handballland Nummer eins in Europa", sagte Kretzschmar. "Aber wir reden hier über die Champions League."

Stattdessen solle die EHF Städte wie Paris berücksichtigen: "Auch Zagreb ist sicherlich ein guter Standort, obwohl die Gefahr groß ist, dass keine kroatische Mannschaft dabei ist. Und Polen ist als Markt interessant."

EHF traut sich nicht

Das Hauptproblem: "Da traut sich die EHF nicht dran und setzt immer auf das sichere Pferd Deutschland, mit den tollen Möglichkeiten, die die Arena in Köln bietet", urteilte Kretzschmar, der selbst 2002 mit dem SC Magdeburg die Champions League noch nach dem alten Modus gewonnen hatte.

Immer nur Köln - das bevorteile Deutschland unnötig. "Die Aufbauarbeit, die wir eigentlich in anderen Ländern leisten müssten", komme dadurch zu kurz.

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