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Nach dem Aus in der Königsklasse starten die Rhein-Neckar Löwen die Mission Meistertitel in Lemgo souverän. Mit TBV-Star Arnoldus Haenen gehen ob der Pleite die Gäule durch.

Nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League sind die Rhein-Neckar Löwen an der Spitze der Bundesliga wieder mit Titelverteidiger THW Kiel gleichgezogen.

Der Vizemeister, der in der Königsklasse nach zwei Niederlagen am ungarischen Vertreter Pick Szeged gescheitert war, siegte beim abstiegsbedrohten TBV Lemgo mit 39:28 (22:13).

Beiß-Attacke gegen Schmid

Überschattet wurde der lockere Sieg der Löwen von einer Bissattacke gegen Gästespieler Andy Schmid. In der 40. Minute versuchte Lemgos Arnoldus Haenen den Löwen-Spieler in den Oberarm zu beißen.

"Ich bin normalerweise ein ruhiger Typ. Aber er hat versucht, mich in den rechten Oberarm zu beißen. Es war ein bisschen fragwürdig", bestätigte Schmid nach Spielende bei SPORT1: "Wir haben uns entschuldigt, er fühlt sich jetzt sicher auch nicht super wohl. Aber vielleicht wäre eine Impfung gar nicht so schlecht".

Keine Konsequenzen für Haenel

Die Aktion gegen Schmid sah der Beschuldigte im Interview bei SPORT1 nicht so dramatisch: "Ich habe ihn nicht gebissen, so ein Spieler bin ich nicht. Meine Zähne haben seinen Oberarm berührt, aber gebissen habe ich nicht."

Wie die DKB HBL auf SPORT1-Anfrage mitteilte, hat Haenen auch keine weiteren Kosequenzen zu befürchten. Zwar sei die Aktion im Spielbericht vermerkt, die Spieler seien aber im Anschluss an die Rangelei beide mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt worden. "Damit ist das Thema erledigt", sagte Spielleiter Andreas Wäschenbach im Gespräch mit SPORT1.

Jacobsen übt Kritik

Das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen liegt mit 48:6 Punkten wieder gleichauf mit den Kielern. Dennoch war der Coach nicht vollends zufrieden, weshalb er zwanzig Minuten vor dem Ende bei einer Auszeit laut wurde.

"Wir haben vorne ohne Tempo gespielt, jeder Spieler wollte seine eigene Idee umsetzen. Die Rückwärtsbewegung war nicht akzeptabel. Ich lebe mit dem Spiel mit, und ich will eine hundertprozentige Einstellung sehen", kritisierte Jacobsen, der in seinem Team einen erneut herausragenden Uwe Gensheimer mit 13 Toren sah.

An der Konzentration müsse man noch arbeiten, besonders im Hinblick auf das Topspiel am Ostersonntag bei Meister und Titelkonkurrent THW Kiel. "Nach der Pause haben wir die Zügel etwas schleifen lassen", bestätigte Schmid.

Deshalb setzte Jacobsen genau da den Hebel an. "In Kiel muss alles klappen, wenn wir eine Chance haben wollen", sagte der Däne. Die Ausgangslage von Kiels erstem Verfolger beschrieb Schmid: "Man gewinnt nicht leicht in der Ostseehalle, wir fahren nicht als Favorit dorthin."

Haenen vermisst Aggressivität

Bei Lemgo herrschte nach der klaren Pleite Tristesse. Finn Lemke war mit sechs Treffern immerhin als bester Lemgoer Werfer eine der wenigen positiven Erscheinungen. "In der ersten Halbzeit hat uns die Aggressivität gefehlt", nannte etwa Routinier Haenen einen Grund für die Niederlage, die den TBV im Abstiegskampf zurückwirft.

Dennoch ist der Niederländer vom Klassenerhalt überzeugt. "Wir werden die nötigen Punkte holen", erklärte Haenen, gibt aber auch zu: "Wir beschäftigen uns auch mit dem Thema Abstieg".

Stenogramm:

TBV Lemgo - Rhein-Neckar Löwen 28:39 (13:22)
Tore: Lemke (6), Hornke (4/1), Haenen (3/1), Hermann (3), Suton (3), Herth (2), Niemeyer (2), Zieker (2), Bechtloff (1), Höning (1), Nielsen (1) für Lemgo
Gensheimer (13/2), Petersson (7), Ekdahl du Rietz (4), Myrhol (4), Kneer (3), Schmid (2), Steinhauser (2), Groetzki (1), Guardiola Villaplana (1), Reinkind (1), Sigurmannsson (1) für Rhein-Neckar.

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