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Filip Jicha vs. Uwe Gensheimer
Im Clinch: Filip Jicha (l.) Uwe Gensheimer © Getty

München - Nach dem Foul von Uwe Gensheimer im Pokalspiel zwischen den Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel kochen die Emotionen zwischen ihm und Filip Jicha hoch. SPORT1-Experte Kretzschmar unterstützt Gensheimer und vermutet bei Jicha einen gewissen Vorsatz.

Eigentlich wäre bei Uwe Gensheimer und den Rhein-Neckar Löwen alles im Lot. Den THW Kiel aus dem Pokal geworfen und nun mit dem Sieg gegen Hannover-Burgdorf nach Punkten zu den Kielern aufgeschlossen - wäre da nicht die Gensheimer-Affäre.

Nach einem überharten Foul im Pokal an Rene Toft Hansen wurde der Kapitän der Nationalmannschaft im Spiel nicht bestraft, aber danach von Filip Jicha via Facebook attackiert.

"Nicht einverstanden"

"Ich habe mich für das Foul schon direkt nach dem Spiel entschuldigt. Deshalb war ich ein bisschen überrascht über die Reaktionen am Donnerstag und nicht ganz einverstanden mit der Art und Weise der Kommunikation, das habe ich Filip auch am Telefon so gesagt", erklärte Gensheimer bei SPORT1.

Tatsächlich sah sich der sonst als äußerst fairer Sportsmann geschätzte Weltklasse-Linksaußen plötzlich einem Shitstorm ausgesetzt. Es blieb längst nicht beim Infragestellen seiner Vorbildwirkung.

"Völlig fehl am Platz"

Stefan Kretzschmar
SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar © Getty Images

"Der Shitstorm, den Uwe jetzt kassiert, ist völlig fehl am Platz. Wenn Jicha davon spricht, dass Gensheimer eine Vorbildwirkung hat, dann hat Jicha die auch. Und wenn man Uwe Gensheimer in der Öffentlichkeit so an den Pranger stellt, dann ist das auch nicht die vorbildlichste Art", kritisierte SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar.

Auch Löwen-Teammanager Oliver Roggisch stellte sich hinter Gensheimer: "Hartes Spiel gehört dazu, das zeichnet unseren Sport auch aus. Und danach sollte man es mit Handshakes belassen." Es bleibt die Frage, ob es tatsächlich eine spontane Aktion Jichas war oder ob die Nerven beim Meister ein wenig blank liegen.

Das Verpassen des REWE Final Fours im Pokal gegen den Dauerrivalen aus dem Süden tat den erfolgsverwöhnten "Zebras" schon sehr weh.

"Emotionen überwältigen einen"

"Emotionen gehören dazu. Wenn du bei den Rhein-Neckar Löwen verlierst und aus dem Pokal ausscheidest, dann bist du natürlich frustriert. In der zunehmenden Entwicklung von Socialmedia im Handball ist eben nicht jeder sein eigener Herr und die Emotionen überwältigen einen", sagte Kretzschmar.

Dennoch bleiben auch beim Ex-Nationalspieler Zweifel an der Theorie des spontanen Frustabbaus.

Die Tatsache, dass Jicha seinen offenen Brief an Gensheimer um 17.23 Uhr online stellte und er bereits 17.51 Uhr bei den Kieler Nachrichten auftauchte, ruft die Verschwörungstheoretiker auf den Plan.

"Ohne grammatikalischen Fehler"

Kretzschmar fand dafür mit einem Augenzwinkern ein Indiz in Jichas Facebook-Post: "Es wirkt aber sehr geplant, weil es ohne grammatikalischen Fehler ablief."

Da sich für die Endphase der DKB HBL das nächste Wettballern um den Titel im Stile der vergangenen Saison andeutet, könnte der Titelverteidiger ja gezielt für Unruhe in Mannheim sorgen wollen.

Der THW wird schließlich nicht umsonst manchmal als FC Bayern des Handballs bezeichnet. Auch der Fußball-Krösus bedient sich regelmäßig des Mittels der psychologischen Kriegsführung.

Bisher lassen sich Gensheimer und die Löwen aber nicht aus der Ruhe bringen. Die Kieler haben dagegen bereits das nächste harte Spiel vor der Brust.

Am Donnerstag kommt Pokalsieger Füchse Berlin an die Ostsee (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Dann wird zur Abwechslung wieder auf der Platte gespielt.

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