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Doha - Deutschland gewinnt dank Uwe Gensheimer bei der Handball-WM das Spiel um Platz sieben gegen Slowenien und wahrt die Chance auf Olympia.

Der ansonsten so zurückhaltende Bundestrainer Dagur Sigurdsson ballte schon Sekunden vor Schluss die Fäuste, seine Spieler um die Matchwinner Uwe Gensheimer und Silvio Heinevetter führten überglücklich einen Freudentanz auf.

Die deutschen Handballer haben bei der WM in Katar durch einen 30:27 (16:14)-Erfolg gegen Slowenien im Spiel um Platz sieben für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt und damit einen großen Schritt Richtung Olympia-Teilnahme 2016 gemacht.

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) sicherte sich durch den überzeugenden Sieg gegen den WM-Vierten von 2013 die Teilnahme an einem der drei Qualifikationsturniere (8. bis 10. April 2016) für die Sommerspiele in Rio.

"Der Wille war riesig. Man hat gemerkt, dass wir unbedingt als Sieger von der Platte gehen wollten. Ich bin froh und stolz, wie wir uns aus dem Turnier verabschiedet haben", freute sich der mit 13 Toren überragende Kapitän Gensheimer bei SPORT1.

DHB-Präsident herzt Sigurdsson

Nach dem Schlusspfiff nahm DHB-Präsident Bernhard Bauer den Isländer Sigurdsson liebevoll in den Arm.

"Ich habe ihm gedankt und gratuliert zu der Leistung, die er und sein Team im gesamten Turnierverlauf geleistet haben. Für die junge Mannschaft war es eine wunderbare Weltmeisterschaft", resümierte Bauer und blickte nach dem sechsten Sieg im neunten Turnierspiel optimistisch in die Zukunft: "Jeder Spieler will bei Olympia dabei sein. Ich glaube, die Mannschaft hat eine große Zukunft."

Gegen die Slowenen überzeugte der Weltmeister von 2007 besonders durch seine große Willensstärke. "Wir haben uns vorgenommen, nochmal alles reinzuhauen. Es war eine sehr gute kämpferische Leistung. Jeder ist glaube ich nochmal an seine Schmerzgrenze gegangen", bestätigte der angeschlagen in die Partie gegangene Steffen Weinhold bei SPORT1.

Trainer lobt Einstellung des Teams

Sigurdsson lobte ebenfalls die Einstellung seiner Mannschaft, die nur dank einer Wildcard des Weltverbandes IHF an der WM teilnehmen durfte.

"Meine Mannschaft hat sehr viel Charakter gezeigt. Das Fazit fällt absolut positiv aus. Ich glaube, wir können sehr stolz sein, wenn man darauf schaut, welche Mannschaften hinter uns gelandet sind", sagte Sigurdsson am SPORT1-Mikrofon, während Gensheimer anfügte: "Wenn wir heute verloren hätten, wäre es ein unwürdiger Abschluss des Turniers und auch unwürdig für unsere Leistung gewesen."

Nach den beiden Niederlagen gegen Katar im Viertelfinale (24:26) und Kroatien in der Platzierungsrunde (23:28) sah es zu Spielbeginn danach nicht aus, auch wenn DHB-Vizepräsident Bob Hanning die Spieler des WM-Fünften von 2013 noch einmal in die Pflicht genommen hatte.

"Wir müssen alles an Herz und Emotionen auf die Platte bringen", sagte Hanning vor dem Anwurf.

Heinevetter bring neuen Schwung

Gegen die mit vier Bundesliga-Legionären angetretenen Slowenen lag das deutsche Team aber schnell mit 4:7 (12.) zurück, auch weil die deutsche Abwehr den Magdeburger Jure Natek zunächst überhaupt nicht in den Griff bekam.

Sigurdsson reagierte, brachte Heinevetter für Carsten Lichtlein und forderte in einer frühen Auszeit in Abwehr und Angriff "mehr Bewegung".

Seine Spieler setzten die Vorgaben um und agierten besonders in der Offensive druckvoller.

Der Lohn war die erste Führung durch Fabian Böhm (10:9/19.), der erst wenige Stunden vor Spielbeginn in der Lusail Multipurpose Hall für Linksaußen Matthias Musche ins deutsche Aufgebot zurückgekehrt war.

Gensheimer knackt 50-Tore-Marke

"Wir brauchen eine weitere Alternative im Rückraum", begründete Teammanager Oliver Roggisch den erneuten Wechsel, da Torjäger Steffen Weinhold (Adduktorenzerrung) gehandicapt in die Partie ging, sich aber durchbiss.

Nach dem Wechsel setzte sich das Wettwerfen zwischen Gensheimer, der mit seinem neunten Treffer zum 19:17 (35.) die 50-Tore-Marke bei der WM knackte, und Natek zunächst fort.

Für die erste Drei-Tore-Führung des deutschen Teams sorgte aber Kreisläufer Patrick Wiencek (20:17/36.).

Der Vorsprung gab dem deutschen Team zusätzliches Selbstvertrauen, bei den Slowenen machte sich Frust breit. Luka Zvizej sah nach einem Foul an Spielmacher Martin Strobel die Rote Karte (44.).

Deutschland nutzte die zweiminütige Überzahl zur Entscheidung, Linksaußen Gensheimer traf zum 27:21 (46. ). Der Sieg geriet in der Schlussphase nicht mehr in Gefahr.

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