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Handball - Olympics: Day 14
Wohin führt der Weg von Dagur Sigurdsson? © Getty Images

Der Erfolgscoach will seinen Vertrag mit dem DHB offenbar nicht verlängern. Dank einer Klausel kann der Isländer aus seinem Kontrakt aussteigen. Die Top-Klubs rufen.

Locken die Scheichs Dagur Sigurdsson nach Paris?

Der Noch-Bundestrainer steht offenbar vor dem Absprung. Laut eines Berichts des Magazins Handball inside sollen dem Isländer Mega-Angebote von zahlreichen Top-Klubs vorliegen - unter anderem von Paris Saint-Germain.

Beim französischen Meister und Scheich-Klub hätte der 43-Jährige einen Etat von 17 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Der deutsche Finanzkrösus THW Kiel hat "nur" 9,5 Millionen Euro.

Hinzu kommt: Der Vertrag von Noka Serdarusic bei den Franzosen läuft aus. In Paris könnte Sigurdsson rund 600.000 Euro im Jahr verdienen. Mehr als das Doppelte seines derzeitigen DHB-Gehalts.

Außerdem wäre Sigurdsson in Paris wieder mit DHB-Kapitän und Deutschlands Handballer des Jahres von 2011 bis 2014 Uwe Gensheimer zusammenarbeiten.

DHB-Vize Hanning nicht überrascht

Sigurdssons Vertrag mit dem DHB läuft noch bis 2020. Es gibt allerdings eine Ausstiegsklausel. "Fakt ist, dass es einen Vertrag bis 2020 gibt, der von beiden Seiten bis zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt werden kann", bestätigte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Bei der Entscheidung über seine Zukunft sollen nicht finanzielle Belange, sondern vielmehr persönliche Beweggründe ausschlaggebend sein. 

"Es gibt immer Situationen im Leben, in denen man einen anderen Weg einschlagen kann, manchmal auch muss. Dagur hat schon sehr, sehr lange mit mir über das Thema gesprochen, es überfährt mich nicht", sagte Hanning.

Und weiter: "Dagur hat sich durch seine Erfolge zu einem der begehrtesten Trainer in der Welt entwickelt. Es geht aber nicht nur um Geld, es geht bei Dagur auch um Lebensplanung."

Hanning betonte, dass noch in diesem Jahr eine Entscheidung getroffen und verkündet wird. Eine Trennung noch vor der WM zu Jahresbeginn (11. bis 29. Januar 2017) in Frankreich sei allerdings "ausgeschlossen".

Heiner Brand sieht Situation gelassen

Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand macht sich trotz des drohenden Abgangs von Sigurdsson keine Sorgen um die Zukunft der Nationalmannschaft. Das große Ziel Olympiasieg 2020 sieht der frühere Weltmeister-Coach nicht in Gefahr. "Die Mannschaft wird das verkraften. Ich sehe keinen Grund, die Ziele deswegen zu reduzieren", sagte Brand. 

Und weiter: "Wir haben eine sehr gute junge Generation, die unabhängig von der Person Sigurdsson weiter ganz vorne im Welthandball mitmischen wird."

Die mögliche freiwillige Demission Sigurdssons kommt für Brand "sehr überraschend. Es wäre sehr schade, da er sehr gute Arbeit geleistet hat und sehr gut mit der Mannschaft harmoniert hat", sagte der 64-Jährige. Aber man müsse die Entscheidung akzeptieren, "es bringt jetzt nichts, sich darüber aufzuregen und traurig zu sein".

Die personelle Situation im deutschen Handball sei schließlich so gut, wie "wir sie in den letzten 20 Jahren nie hatten".

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