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Franz Beckenbauer zusammen mit FIFA-Präsident Sepp Blatter

Franz Beckenbauer hat Bestechungsversuche in seinem persönlichen Fall im Zusammenhang mit der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 (Russland) und 2022 (Katar) im Dezember 2010 zurückgewiesen.

Auf einer Sicherheitskonferenz in London sagte der 69-Jährige auf die Frage, ob er finanziell bei der Stimmabgabe beeinflusst worden sei: "Ein klares Nein! Niemand hat mich angesprochen, niemand hat mir irgendetwas geboten, um meine Stimmabgabe zu beeinflussen. Nein, das ist nicht passiert."

Gleichzeitig machte sich Beckenbauer für eine Veröffentlichung des Berichts von Chefermittler Michael J. Garcia von der Ethik-Kommission der FIFA stark: "Ich weiß keinen Grund, weshalb der Bericht nicht veröffentlicht werden sollte."

Der Weltverband hatte nach einer Exekutivsitzung unlängst einer Veröffentlichung eine Absage erteilt, weil die Entscheidung allein dem Ethik-Komitee obliege.

"Das ist eine Entscheidung der FIFA, ich persönlich meine: Wenn man nichts zu verbergen hat, dann kann man auch den Bericht veröffentlichen", sagte Beckenbauer.

Der "Kaiser" war 2010 Mitglied im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA, das überraschend die WM 2022 an Katar vergeben hatte.

Schon im Vorfeld der Vergabe hatte es Korruptionsgerüchte und auch in den Jahren danach immer wieder Berichte über Bestechungen im Zusammenhang mit der WM-Doppelvergabe gegeben.

Für wen er abgestimmt hat, wollte Beckenbauer in London nicht preisgeben und berief sich dabei auf das Wahlgeheimnis. Er sei allerdings überrascht gewesen, dass Katar den Zuschlag erhalten habe. Beckenbauer: "Die Bewerbung von Katar war sehr gut, genau wie die anderen auch."

Beckenbauer war während der WM in Brasilien für einige Zeit von der FIFA suspendiert worden, weil er auf die Fragen der Ermittler im Zusammenhang mit den WM-Vergaben zunächst nicht reagiert hatte.

Erst nach der verhängten Sperre beantwortete der Ehrenpräsident von Bayern München den Fragenkatalog, daraufhin wurde die Suspendierung vom Ethik-Komitee wieder aufgehoben.

Beckenbauer war über die Sanktionierung so erbost, dass er auf eine Reise zur WM-Endrunde nach Brasilien verzichtet hatte.

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