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Manuel Neuer-Grafik Weltfußballer
Manuel Neuer ist einer von drei Kandidaten als Weltfußballer © SPORT1

München - Neuer spielt ein überragendes Jahr und prägt eine neue Torwartgeneration, doch zwei Dinge sprechen gegen ihn als Weltfußballer.

Am Montag findet in Zürich die Verleihung des Ballon d'Or, die Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres, statt.

Manuel Neuer, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi stehen in der Endauswahl. Trainer, Spieler und Journalisten aus der ganzen Welt haben für ihren Favoriten abgestimmt.

SPORT1 nimmt die drei Kandidaten unter die Lupe und nennt Pro und Contra. Im ersten Teil ist Manuel Neuer dran.

Er könnte der zweite Deutsche nach Lothar Matthäus im Jahr 1991 werden, der die Auszeichnung als Weltfußballer erhält:

• Das war sein Jahr

Neuers Jahr 2014 steht im Zeichen der Trophäen. Der Triumph mit Deutschland bei der WM in Brasilien war ganz klar das Highlight des 28-Jährigen.

Dazu gewann er mit Bayern ein weiteres Double aus Meisterschaft und Pokal - bereits das zweite seit seinem Wechsel nach München 2011.

Auch wenn in der Champions League im Halbfinale gegen Real Madrid Schluss war, feierte der Torhüter mit seiner Mannschaft zwei internationale Titel: den europäischen Supercup und die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.

Insofern krönte sich Neuer mit Verein und Nationalmannschaft zum weltbesten Team. Die Auszeichnung des Weltbesten fehlt ihm nur noch als Spieler.

• Das spricht für ihn

Eine überragende WM, in der Neuer mit blitzschnellen Paraden auf der Linie und modernem Torwartspiel mit außergewöhnlicher Strafraumbeherrschung auffiel. Neuer erhielt folgerichtig den "Goldenen Handschuh" des besten Torhüters des Turniers.

Zudem überzeugte er auch abseits des Platzes als Führungsfigur mit Ruhe und Lockerheit. Er lebte den Eindruck eines unüberwindbaren Rückhalts täglich vor.

Im Achtelfinale gegen Algerien rettete "Libero" Neuer die Deutschen gleich mehrfach vor dem Aus. Er grätschte, köpfte und dribbelte vor dem eigenen Strafraum - das ist sein Stil. Und damit prägt er mittlerweile die junge Torwartgeneration.

Insofern ist Neuer auf und neben dem Platz ein echtes Vorbild.

Auch nach der WM ist er kaum überwindbar: Ganze vier Gegentore ließ er beim FC Bayern in der Hinrunde der Bundesliga zu. Das macht einen Schnitt von 0,24 pro Spiel, also nicht einmal ein Gegentor in jedem vierten Spiel.

• Das spricht gegen ihn

Das deutliche Aus in der Champions League ist der einzige kleine Fleck auf Neuers ansonsten blitzsauberer sportlicher Bilanz 2014. Was dennoch gegen ihn spricht ist erstens sein - im Vergleich zu Cristiano Ronaldo und Lionel Messi - nicht ganz so exorbitantes Renommee.

Neuer vermarktet sich nicht wie Ronaldo, hat nicht die Trikotverkäufe eines Messi. Darüber hinaus kann er schlichtweg keine Tore schießen, wie das Ronaldo und Messi reihenweise tun.

Entsprechend landete Neuer zuletzt auch bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres hinter Ronaldo, den Goldenen Ball für den besten Spieler der WM bekam Messi.

Die Tatsache, dass er Torwart und kein - im besten Falle stürmender - Feldspieler ist, ist daher sein zweiter Nachteil. Mit Fabio Cannavaro (2006) wurde erst einmal ein Defensivspieler zum Weltfußballer gekürt. Einem Torhüter wurde diese Ehre gar noch nie zuteil.

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