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München - Im SPORT1-Interview lässt Mario Götze seine Zukunft offen - trotz großer Geste gegen Milan. Er gibt sich abwartend, ob die Kommunikation mit Pep Guardiola zunimmt.

Demonstrativ klopfte sich Mario Götze nach seinen Tor zum 2:0 auf die Brust und lief Richtung Bayern-Fans.

Sein Treffer beim 3:0 im Audi Cup gegen den AC Mailand war letztlich nur ein Tor in einem Vorbereitungsspiel, aus Götzes Sicht aber auch ein Statement in eigener Sache.

"Hey, seht her, ich kann es!" wollte er damit sagen. 

David Alaba und Mario Götze
Mario Götze (r.) nach seinem Tor gegen den AC Mailand beim Audi Cup © Getty

Nach dem Spiel schmückte der Weltmeister vom FC Bayern dieses Statement noch in Worte - und ließ damit gewaltig aufhorchen.

Schwierige Beziehung zu Guardiola

"Es war die letzten zwei Jahre nicht ganz so einfach", sagte Götze im Gespräch mit SPORT1: "Ich habe heute ein ganz gutes Spiel gemacht. Wir werden erst einmal sehen, was passiert."

Zu seiner Beziehung zu Trainer Pep Guardiola, der ihn zuletzt häufig nur als Ersatzspieler eingesetzt hatte, meinte der 23-Jährige: "Es wird sich herausstellen, ob der Trainer öfter mit mir spricht. Ich lasse es erst einmal kurz auf mich zukommen, alles Weitere wird man sehen."

Noch einmal konkret auf seine Zukunft angesprochen, antwortete Götze: "Das wird sich auch herausstellen. Heute bitte nur Fragen zum Spiel."

Ein Treuebekenntnis klingt anders, vielmehr kokettiert Götze mit seinem Abschied.

Gegen den AC Mailand stand er in der Anfangsformation und sorgte in der Offensive für viel Wirbel. "Es war ein positiver Abend und ein gutes Gefühl für mich. Wir stehen im Finale, das ist das Wichtige heute", sagte Götze.

Guardiola: "Spieler müssen mich überzeugen"

Guardiola hatte den Schützen des Siegtreffers im WM-Finale am Montag vor dem Auftakt des Audi Cups auf SPORT1-Nachfrage in die Pflicht genommen und betont, dass Götze noch mehr um seinen Platz in der Mannschaft kämpfen müsse.

"Er ist einer meiner liebsten Spieler, ein super Typ und super Profi. Die Spieler müssen mich aber auf dem Platz überzeugen - das gilt für alle", betonte Guardiola.

Kroos wünscht Götze mehr Spielanteile

Unterstützung bekam Götze am Dienstag von seinem ehemaligen Bayern-Teamkollegen Toni Kroos. "Ich wünsche ihm, dass er ein paar mehr Spielanteile kriegt", meinte der Mittelfeldspieler von Real Madrid im Gespräch mit SPORT1.

Im verlorenen Supercup-Finale gegen den VfL Wolfsburg war Götze am Samstag erst in der 84. Minute eingewechselt worden.

Berater fordert mehr Rückendeckung durch den Klub

Anfang Juli hatte Götzes Berater Volker Struth in einem Interview beklagt, dass sein Schützling in der vergangenen Saison gerade in den entscheidenden Spielen zu wenig Einsatzzeit und Unterstützung bei den Münchnern bekommen hatte.

"Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass Mario in der einen oder anderen Situation mehr Rückendeckung erfahren hätte", hatte Struth der Bild gesagt.

Er sei "fest davon überzeugt: Wenn Mario Vertrauen spürt, ist es für ihn einfacher, noch mehr von seinem unglaublichen Potenzial abzurufen. Dann ist er einer der besten Spieler der Welt", so Struth.

Juventus interessiert

Im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona und im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund wurde Götze erst spät eingewechselt.

"Als Spieler fragt man sich natürlich: Warum spiele ich nicht von Beginn an? Deswegen ist Mario ja zu Bayern gegangen, um große Spiele zu spielen und Titel zu gewinnen", hatte sein Berater erklärt: "Und dann kommt bei einem Menschen auch ein gewisser Druck auf, den man nicht so abschütteln kann."

Götzes Vertrag in München läuft noch bis 2017. Juventus Turin hatte zuletzt bereits Interesse am ehemaligen Dortmunder bekundet.

Dieses Interesse wird nach Götzes doppeltem Statement vom Dienstag nicht geringer geworden sein. 

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