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Prinz Ali lässt seine Kandidatur für die FIFA-Spitze noch offen
Prinz Ali verlor die FIFA-Präsidentschaftswahl im Sommer gegen Sepp Blatter © Getty Images

Prinz Ali wird sich erneut um das Amt des FIFA-Präsidenten bewerben. Der Jordanier sieht sich als einzigen Kandidaten, der wirklich etwas gegen die Korruption tun könne.

Gegen "Sonnenkönig" Sepp Blatter machte Prinz Ali bin Al Hussein einen Rückzieher, nun wagt der jordanische Adlige als prominenter Gegenspieler von UEFA-Boss Michel Platini einen erneuten Anlauf auf den Thron des Weltfußballs: Der 39 Jahre alte Sportfunktionär hat sich am Mittwoch offiziell für das Präsidenten-Amt beim Fußball-Weltverband FIFA beworben.

Er sei der einzige Kandidat mit dem Mut, der Korruption im Weltfußball entgegenzutreten, sagte er in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Pompöse Inszenierung

"Ich stehe hier an diesem alten Platz im zeitlosen Herzen von Amman, um ein weiteres Mal meine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zu verkünden", sagte Prinz Ali, Halbbruder des jordanischen Königs Abdullah II., vor Anhängern im römischen Amphitheater.

Bereits im Mai war Prinz Ali gegen den noch amtierenden FIFA-Präsidenten Blatter angetreten, hatte im ersten Wahlgang aber nur 73 von 209 Stimmen erhalten. Vor dem zweiten Wahlgang zog er seine Kandidatur zurück, damit blieb Blatter Präsident. Angesichts der Skandale und Korruptions-Beschuldigungen rund um den Weltverband kündigte der Schweizer aber Anfang Juni seinen Rückzug an.

"Beenden, was wir angefangen haben"

"Vor zehn Monaten war ich die einzige Person, die es gewagt hat, Herrn Blatter herauszufordern", sagte Prinz Ali. Er sei damals nicht zur Wahl angetreten, um nun anderen den Weg ins Amt zu ebnen: "Ich will beenden, was wir angefangen haben. Ich trete an, weil ich glaube, dass die FIFA einen Wandel braucht."

Vor Prinz Ali hatten UEFA-Präsident Platini (Frankreich) und der ehemalige FIFA-Vizepräsident Chung Mong-Joon (Südkorea) ihre Kandidaturen offiziell verkündet.

Neben den beiden Topfunktionären, denen Prinz Ali wegen ihrer Zugehörigkeit zum maroden FIFA-System die Eignung für die Präsidentschaft abspricht, haben auch Brasiliens Fußball-Ikone Zico sowie Liberias Verbandschef Musa Bility, David Nakhid aus Trinidad und Tobago sowie der Nigerianer Segun Odegbami Interesse an einer Kandidatur signalisiert.

Die Frist zur Abgabe der Bewerbung für Blatters Nachfolge läuft am 26. Oktober ab. Jeder Kandidat muss schriftlich die Unterstützung von fünf Nationalverbänden für seine Bewerbung nachweisen.

Asien als Trumpf im Ärmel

Platini, der den Rückhalt vieler europäischer Verbände genießt, erhält in dem Jordanier einen ernstzunehmenden Gegenkandidaten. Prinz Ali gilt vor allem in Asien als gut vernetzt und scheut nicht die offene Konfrontation. So hatte er Platini zuletzt die Eignung für das höchste Amt im Weltfußball abgesprochen.

"Ich habe großen Respekt vor ihm als Spieler und UEFA-Präsidenten. Ich glaube aber nicht, dass er die richtige Person ist, um die Reformen umzusetzen", hatte er gesagt und Platini als "Teil des Systems selbst" bezeichnet.

Für die Wahl am 26. Februar auf dem außerordentlichen Verbandskongress in Zürich rechnet sich Prinz Ali gute Chancen aus. "Wenn die Wahl korrekt, sauber und ordnungsgemäß verläuft, glaube ich, kann ich gewinnen", hatte er zuletzt auf der internationalen Fußball-Messe SoccerEx in Manchester gesagt.

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