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Michel Platini (r.) wurde für 90 Tage suspendiert
Michel Platini (r.) wurde für 90 Tage suspendiert © Getty Images

Der suspendierte UEFA-Präsident Michel Platini wird nicht vor der FIFA-Ethikkomission erscheinen. Der Franzose nennt als Grund eine vermeintliche Vorverurteilung.

Der für 90 Tage suspendierte UEFA-Präsident Michel Platini (Frankreich) wird am Freitag nicht zur Anhörung vor der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission des Weltverbandes FIFA erscheinen.

Das kündigten am Mittwoch seine Anwälte an.

Als Begründung wurde eine vermeintliche Vorverurteilung des 60 Jahre alten Chefs der Europäischen Fußball-Union (UEFA) durch Äußerungen der ermittelnden Kammer in den Medien angegeben.

Platini hatte nach angeblichen Aussagen von Kammer-Sprecher Andreas Bantel über eine mindestens mehrjährige Sperre für den UEFA-Boss die Neutralität der Kammer in Zweifel gezogen.

Bantel hat inzwischen dementiert, sich in der wiedergegebenen Form über Sanktionen gegen Platini geäußert zu haben.

Man habe, schrieb am Mittwoch Bantel-Kollege Marc Tenbücken, "die Ankündigung von Herrn Platini, der Verhandlung am Freitag möglicherweise fernbleiben zu wollen, zur Kenntnis genommen. Obwohl sich Herr Platini damit um die Möglichkeit brächte, der Spruchkammer seine Sicht der Dinge persönlich darzulegen, könnten dies nach wie vor seine Anwälte tun".

Bereits am Donnerstag ist der ebenfalls für 90 Tage vorläufig suspendierte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) zur Anhörung durch die Ethikkommission geladen.

"Wir betonen ausdrücklich", teilte Tenbücken am Mittwoch mit, "dass die rechtsprechende Kammer den vorliegenden Fall, wie jedes andere Verfahren auch, unabhängig und unvoreingenommen behandeln wird."

Wegen einer von FIFA-Chef Blatter 2011 veranlassten Zahlung der FIFA von 1,8 Millionen Euro an Platini sind beide Funktionäre seit Anfang Oktober suspendiert.

Blatter soll am Donnerstag von der rechtsprechenden Kammer unter Vorsitz des Münchner Richters Hans-Joachim Eckert angehört werden und Platini, der noch auf seine Zulassung als Kandidat für die FIFA-Präsidentschaftswahl am 26. Februar hofft, am Freitag.

Beide Beschuldigten behaupten, dass die Zahlung ein mündlich vereinbartes Honorar für Platinis Berater-Tätigkeit in FIFA-Diensten zwischen 1998 und 2002 gewesen sei.

Die Ermittler hingegen gehen von Schmiergeld zugunsten Blatters Wiederwahl vor vier Jahren aus.

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