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In der Weltauswahl sind fast nur Spieler aus der Primera DIvision zu finden © Getty

Bei der Weltfußball-Gala war der deutsche Fußball nur Zuschauer, obwohl vor allem einige Bayern-Profis mehr verdient gehabt hätten. Doch die so genannten Experten interessieren sich offenbar nur für die Primera Division.

Aus deutscher Sicht war der Ballon d'Or ein Abend zum Vergessen. Standen nach den deutschen Triumphen in der Champions League 2013 und bei der WM 2014 zuletzt immer mehrere Bundesliga-Akteure in Zürich im Blickpunkt, so herrschten diesmal bei der FIFA-Gala wieder spanische Verhältnisse.

Dabei ist das ewige Duell zwischen Rekordsieger Lionel Messi und Vorgänger Cristiano Ronaldo um die Weltfußballer-Krone zwar langweilig, aber die Auszeichnung für den Argentinier zumindest gerechtfertigt. Der beste Individualist war er schon vorher, doch 2015 gewann er mit dem FC Barcelona auch alle wichtigen Titel.

Wesentlich mehr Diskussionsstoff bietet dagegen die sogenannte Weltelf, die von den rund 55.000 in der internationalen Spielergewerkschaft organisierten Profis gewählt wurde. Denn dabei wird man angesichts von acht Spielern von Barca und Real Madrid den Eindruck nicht los, dass sich die übergroße Mehrheit nur für den spanischen Fußball interessiert.

Anders ist kaum der Verzicht auf jegliche Feldspieler aus der Bundesliga und der Premier League zu erklären, von denen sich ja laut der Experten immerhin vier unter den zehn weltbesten Spielern befinden sollen: Lewandowski (4.), Müller (6.), Hazard (8.) und Alexis Sanchez (10.).

Ebenso auffällig ist das erneute Fehlen von defensiven Feldspielern bei der Weltfußballerfußball-Wahl - was aber irgendwie zur Auswahl der Abwehrspieler in der Weltelf passt: Ramos und Marcelo, im Vorjahr titellos mit Real, Thiago Silva von PSG und Dani Alves von Barca.

Drei Brasilianer, deren Defensive bei der WM 2014 im Halbfinale sieben Gegentreffer von Deutschland kassierte, auch wenn der gesperrte Silva nur Zuschauer war.

Es hätte viele bessere Kandidaten für die Viererkette gegeben, allen voran Jerome Boateng und David Alaba vom FC Bayern. Einzig Manuel Neuer war im Tor unumstrittene Nummer 1, verzichtete aber vermutlich auch aus Protest auf die Reise in die Schweiz.

Allzu ernst sollte man die Fixierung der so genannten Fachleute auf die Primera Division allerdings nicht nehmen, letztlich zählen ohnehin nur die Titel mit der Mannschaft. Und da ist es in diesem Jahr am FC Bayern und seinen Stars, in der Champions League zu beweisen, dass die Experten falsch liegen.

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