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Thorsten Fink (l., Austria Wien) und Mike Büskens (r., Rapid Wien) wollen in Österreich für Furore sorgen

München - Vor dem Ligastart in Österreich sprechen Austria Wiens Trainer Thorsten Fink und der neue Rapid-Coach Mike Büskens bei SPORT1 über ihre Klubs und das EM-Aus der Alpenrepublik.

Die Tränen über das enttäuschende EM-Aus von Österreich sind getrocknet, der Blick wird nach vorne gerichtet. 

An diesem Wochenende fällt in der Alpenrepublik der Startschuss in der Liga.

Wie immer geht Red Bull Salzburg als absoluter Topfavorit in die neue Spielzeit, doch diesmal wollen gleich zwei deutsche Trainer dem Double-Sieger das Leben möglichst schwer machen: Thorsten Fink, der mit Austria Wien in der Vorsaison auf Platz drei gelandet ist, und Mike Büskens als neuer Chefcoach des Vizemeisters und Stadtrivalen Rapid Wien.

Die Austria ist schon in guter Frühform. Nach einem 6:0-Sieg im Pokal gegen Dornbirn und einem 1:0-Heimerfolg in der Qualifikation zur UEFA Europa League gegen FK Kukesi gewannen die Veilchen am Donnerstag auch das Rückspiel mit 4:1 und kamen eine Runde weiter.

Bei Fink ist die Freude daher natürlich groß, dass es nach den ersten Pflichtspielen auf internationalem Parkett nun auch in der Liga wieder losgeht. 

"Wir sind gewappnet. Wir haben zwar momentan auch die Qualifikation zur Europa League und müssen zu Beginn der Saison auf zwei Hochzeiten tanzen, aber wir haben auch noch nicht alle Spieler verpflichtet, die wir wollen", sagte der 47-Jährige vor dem Auftakt am Sonntag in St. Pölten im Gespräch mit SPORT1.

"Homogene und schnelle Mannschaft"

Fink startet zuversichtlich in seine zweite Saison bei Austria. "Wir haben eine sehr junge, homogene und schnelle Mannschaft", betonte er.

"Da sind vorne gute Jungs, mit Felipe Pirez ist auch noch ein Spieler dazubekommen, der sehr schnell ist. Mit Dominik Prokop ist ein 18-Jähriger dabei, der in der Europa-League-Qualifikation gegen FK Kukesi schon eine gute Leistung gezeigt hat, aber er kann mehr."

Potenzial ist da, mit der Zielvorgabe ist man bei der Austria dennoch vorsichtig. "Meine Jungs müssen noch Erfahrung sammeln", meinte Fink, "da kann man nicht gleich von Platz eins sprechen. Wir sind auf einem guten Weg etwas zu entwickeln. Aber meine Mannschaft braucht noch Zeit." 

Glücklich über den Nachwuchs

Für Fink ist speziell die Nachwuchsförderung ein wichtiger Grund für seine erfolgreiche Arbeit: "Ich kann die jungen Spieler entwickeln und das macht einem jungen Trainer wie mir natürlich viel Spaß. Das ist interessanter, als wenn man nur fertige Spieler hat." 

Dass er genau das hervorragend kann, hat Fink schon zu seiner Zeit als Trainer des FC Basel nachgewiesen, wo er spätere Bundesliga-Stars wie Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri ans Profigeschäft herangeführt hat.

Auch mit seinen jungen Wilden bei der Austria will er bald ganz vorne mitmischen, wenngleich er Titelverteidiger Salzburg und Büskens' Rapid momentan noch in der Pole Position sieht.

"Rapid stand in den vergangenen Jahren besser da als die Austria" räumte Fink ein, "von daher kann man da nicht von etwas anderem sprechen, als dass wir hinten dran sind. Wir wollen etwas aufbauen, damit wir wieder konkurrenzfähig sind und Rapid wieder überholen können. Wir müssen langfristig denken. Wer kurzfristig denkt, wird nicht lange überleben."

EM-Aus kein Anlass zur Sorge

Während Österreichs Liga vor 36 hoffentlich spannenden Spieltagen steht, war die EM für das Nationalteam schon nach den drei Vorrundenpartien gelaufen. Allerdings ist das frühe Aus der Alpenrepublik für Fink kein Anlass zur Sorge: "Ich hoffe nicht, dass das traurige Abschneiden der Nationalmannschaft der Liga wehtut. Man sollte es positiv sehen, weil Österreich nach dem Turnier im eigenen Land 2008 zum ersten Mal qualifiziert war." 

Für den Austria-Coach waren die Erwartungen vor dem Turnier in Frankreich "einfach zu hoch." Trotzdem sei im österreichischen Fußball insgesamt "ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Rapid hat ein neues Stadion, auch unsere Arena wird umgebaut - da tut sich einiges."

Rapid: Neues Stadion, neuer Trainer

Das sieht man auch beim ärgsten Rivalen so, der zum Start beim Vorjahresvierten Admira Wacker antreten muss: "Wir können als Rapid einiges in die Waagschale werfen - mit dem neuen Stadion und einer jungen, talentierten Mannschaft. Wir brauchen die positive Energie - die Rapidler leben Fußball - des gesamten Vereins und müssen gierig auf Siege sein", sagte Rapids Trainer Büskens zu SPORT1.

Der 48-Jährige soll den Rekordmeister aus Hütteldorf zurück zu altem Glanz führen, weiß aber um die Schwere dieses Unterfangens. RB spiele "wirtschaftlich in einer anderen Liga und hat nicht umsonst in den letzten Jahren die Liga dominiert", erklärte der ehemalige Profi.

"Wenn die Salzburger wollen, kaufen sie einen Spieler mit einem größeren Marktwert als unser ganzes Team - und das bereitet ihnen noch nicht einmal Bauchschmerzen."

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