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Gianni Infantino beerbte Sepp Blatter als FIFA-Präsident
Ein FIFA-Richter spricht über die Entscheidung im Fall Infantino © Getty Images

FIFA-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert verteidigt die Entscheidung des Freispruchs bei Gianni Infantino. Auch die Kommunikation sei korrekt gewesen, meint Eckert.

FIFA-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert hat die Einstellung des Verfahrens gegen den Weltverbands-Präsidenten Gianni Infantino verteidigt. "Die Untersuchungskammer hat sehr eingehend geprüft. Ich musste urteilen, ob die Verfahrenseinstellung gegen Infantino korrekt war. In meinen Augen war sie das", sagte der 67 Jahre alte Münchner dem kicker.

Dass das Verfahren gegen den 46 Jahre alten Schweizer erst nach der Einstellung öffentlich gemacht wurde, hält der Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission ebenfalls für angebracht.

"Es war eine Einzelfallentscheidung"

"Wir dürfen mittlerweile mehr kommunizieren als früher", betonte Eckert: "Aus Transparenzgründen war es uns wichtig, dass wir mehr kommunizieren können - aber nicht müssen. Es war eine Einzelfallentscheidung der Untersuchungskammer, und es gab jede Menge Fälle, in denen Ermittlungen nicht öffentlich gemacht wurden, auch gegen hochrangige Funktionäre."

Die Ermittler hatten die "Akte Infantino" geschlossen, nachdem sie nach eigenen Angaben keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen den Ethik-Code gefunden hatten. Zu der Verfahrenseröffnung geführt hatten unter anderem fragwürdige Flüge Infantinos sowie dessen Weigerung, einen Vertrag mit der FIFA zu unterschreiben.

Garcia-Report lässt auf sich warten

Mit Blick auf die umstrittenen WM-Endrunden in Russland (2018) und Katar (2022) ließ Eckert offen, wann er den sogenannten "Garcia-Report" über mögliche Korruption bei den Vergaben veröffentlichen wird. "Das FIFA-Council hat mir die Entscheidung über den Zeitpunkt der Veröffentlichung übertragen", sagte Eckert: "Und der ist noch nicht da, weil noch nicht alle Personen und Verknüpfungen abgearbeitet sind."

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