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München - Der FC Liverpool steht dank Jürgen Klopps Vollgasfußball im Halbfinale des League Cup. Die Handschrift des Trainers wird immer besser sichtbar, die Talente profitieren.

Jürgen Klopp hat schon jetzt den FC Liverpool verwandelt. Eine Dose Goldstaub über das Team gestreut, wie das Liverpool Echo jubelt. Der 6:1-Sieg im Viertelfinale des League Cups über den FC Southampton: ein persönlicher Triumph des Trainers.

Die Reds eroberten das Stadion an der englischen Südküste genauso wie sie unter Klopp schon an der Stamford Bridge den Meister FC Chelsea demolierten (3:1) und im Etihad-Stadium Manchester City als Tabellenführer (4:1) stürzten. Wo Klopps Wunderstaub zu finden ist? Irgendwo zwischen Gaumen und Zunge. Denn der Trainer hat das Team und die ja auch schon vorher vorhandenen Begabungen der Reds stark geredet.

Beispiel: Daniel Sturridge. Der lange verletzte Engländer ist plötzlich in Topform, erzielte den Ausgleich und die 2:1-Führung. Vorlagengeber zum 2:1 war Emre Can. Seine Mittel: Hackentrick und Außenristpass. Der deutsche Nationalspieler entdeckt auf einmal spielerische Tricks, von denen er womöglich nicht einmal selbst wusste, sie überhaupt im Werkzeugkasten zu haben.

Feuer neu entfacht

"Klopp verstellt sich nicht, sondern weiß, wie er das Feuer im Team entfacht", sagte Can gerade in einem Interview. Wie dem Ex-Bayern-Spieler ergeht es vielen jungen Profis. Begeistert, entfacht und wachgeküsst von Klopps Vollgasfußball-Doktrin.

Divock Origi darf nach dem Kantersieg in Southhampton in dieser Reihe weit vorne genannt werden. Der vom Fußballgott reichlich bedachte Belgier nutzte jetzt auf großer Bühne seine Talente. Sein Hattrick trug das Copyright Klopps. "Ich habe mit ihm gesprochen, ihm gesagt, er solle nicht immer die schwierigen Dinge versuchen", erklärte Klopp auf der Pressekonferenz die wundersame Wandlung.

Lernen im Rekordtempo

Das Lächeln so breit wie zu besten Dortmunder Zeiten. "Origi muss noch lernen. Er wollte vorher immer alles zeigen, was er kann, wenn er eingewechselt wurde", berichtete Klopp. Und sein Schützling aus Belgien hat dazugelernt - wie die gesamte Elf.

Klopp macht das Team wertvoller, ohne dass die reichen Klubbosse einen Cent investieren müssen. Sieben Siege aus den letzten acht  Pflichtspielen schafften die Reds unter Klopp, seine Markenzeichen Gegenpressing und Umschaltspiel werden immer besser sichtbar. Die Fans feiern schon jetzt ihren "Jurgen", immer wieder wird in den Socialnetzwerken der Hashtag #theKloppEffect gesetzt.

Wie einst Kapitän Cook

Der Ex-BVB-Coach hält seine Mannschaft mit Rotation im Schwung, in Southampton gelang so auch ohne Firmino eine ab der 25. Minute überzeugende Vorstellung.

Englands Presse reagiert poetisch: "Irgendwie hat Klopp - innerhalb zweier ruhmreicher Monate - die Reds in das beste Auswärtsteam verwandelt, seit Kapitän Cook um den Globus segelte", schrieb das Liverpool Echo.

Und die Daily Mail kommentierte anerkennend:  "Es gibt Zeiten, da spielt eine Mannschaft mit so viel Selbstvertrauen und Stolz, dass es so aussieht, als könnten sie alles schaffen. Liverpool ist zurück."

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