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Arsenal v Chelsea - Premier League
Für Per Mertesacker ist die Partie gegen den FC Chelsea schon früh beendet © Getty Images

München und London - Arsenal unterliegt Chelsea - mit dem Schiedsrichter sind beide Teams nicht zufrieden. Nach Rot für Mertesacker kritisiert Arsenal-Coach Wenger zudem Diego Costa.

Geschichten liefert das Stadtderby zwischen dem FC Arsenal und dem FC Chelsea für gewöhnlich ganz von allein. Per Mertesacker wollte am Samstagnachmittag aber offenbar auf Nummer sicher gehen.

In der 18. Minute holte der deutsche Innenverteidiger der Gunners als letzter Mann mit einer schlecht getimten Grätsche Chelsea-Stürmer Diego Costa von den Beinen und sah Rot. Es war eine harte, aber letztlich vertretbare Entscheidung - und eine von zwei entscheidenden Aktionen der Partie. Auch bei der zweiten war Costa Hauptdarsteller, als er in der 23. Minute das goldene Tor zum 1:0-Erfolg der Blues im Stadion des Stadtrivalen erzielte. (Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Wenger klagt über Provokateur Costa

"Es ist eine Schande, wenn man so viel Energie investiert, das Spiel aber ohne Punkt verlässt", klagte Arsenal-Coach Arsene Wenger, der trotz Unterzahl einen beherzten Auftritt seiner Mannschaft sah: "Ein 1:1 hatten wir auf jeden Fall verdient, auch mit nur zehn Mann." Zumal die Gunners ab der 22. Minute auch noch ohne Top-Torjäger Olivier Giroud spielten, der verletzt ausgewechselt werden musste.

Nicht gut zu sprechen war Wenger auf Matchwinner Costa, den er indirekt der Provokation bezichtigte. "Costa ist der Grund, warum Mertesacker vom Platz geflogen ist. Sie können nicht sagen, dass das nicht wahr ist", erklärte der Franzose, wollte aber weder den Chelsea-Stürmer noch die Unparteiischen direkt angreifen: "Ich beschuldige Costa keines Vergehens. Es ist nur das, was passiert ist."

Arsenal verliert Tabellenführung

Aus sportlicher Sicht verlor Arsenal trotz der Rückkehr des wiedergenesenen Mesut Özil die Tabellenführung an Überraschungsteam Leicester City und musste auch Manchester City vorbeiziehen lassen. Der kriselnde Meister Chelsea kletterte nach dem siebten Liga-Spiel in Folge ohne Niederlage immerhin auf Platz 13 - was Kapitän John Terry schon wieder vom Angriff auf die Champions-League-Ränge träumen ließ: "Das sind wichtige drei Punkte. Das bringt uns ein Stück nach vorne. Wenn wir jetzt einen Lauf haben, können wir noch unter die besten Vier kommen." (Die Tabelle der Premier League)

Unter Interimstrainer Guus Hiddink sind die Blues damit weiterhin ungeschlagen. Cesc Fabregas musste nach dem Spiel aber dennoch Dampf ablassen. Trotz der Roten Karte für Mertesacker war der Spanier mit Schiedsrichter Mark Clattenburg alles andere als glücklich. In der zweiten Hälfte forderte Fabregas nach einem Zweikampf mit Laurent Koscielny einen Elfmeter, der Pfiff blieb aber aus.

Fabregas kritisiert Schiedsrichter

"Meiner Meinung nach war es ein Elfmeter, aber ich weiß es nicht. Der Schiri hat nein gesagt, was soll ich da machen?", sagte Fabregas, der sich nicht zum ersten Mal über eine Benachteiligung beschwerte. "Es ist nicht das erste Mal, nicht das zweite und auch nicht das dritte Mal. Ich bin nicht mehr überrascht", erklärte der 28-Jährige, wollte sich aber keine Verschwörungstheorien entlocken lassen: "Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich sage es ja nur. Vielleicht ist es Zufall."

Ob es auch Zufall war, dass Arsenal ausgerechnet in dem Spiel den ersten Platzverweis seit September kassierte, vor dem Coach Wenger im Programmheft ausführlich das Thema Disziplin angesprochen hatte? Der Blick auf jene Partie im September, in der sogar gleich zwei Arsenal-Spieler vom Platz geflogen waren, lässt anderes vermuten: Es war ein Stadtderby gegen den FC Chelsea.

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