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Peterborough United v West Bromwich Albion - The Emirates FA Cup Fourth Round Replay
Große Bühne FA Cup: Dem Gewinner der englischen Pokals könnte womöglich in Zukunft ein Ticket für die Champions League winken. der VErband will entsprechende Pläne forcieren © Getty Images

München - Dem Gewinner des englischen Pokals könnte in Zukunft ein Ticket für die Champions League winken. Der Verband forciert entsprechende Pläne. Ihm droht aber Widerstand.

Im internationalen Fußball wird gemeinhin behauptet, die Premier League sei die stärkste Liga der Welt. Speziell in England schmückt man sich gerne mit diesem Attribut. Seit dieser Woche kann man die These allerdings auch als Running Gag verstehen. 

Durch die peinliche Europa-League-Pleite Pleite beim schwedischen Fußball-Zwerg FC Midtjylland hat sich Manchester United zum Gespött gemacht. Die kriselnden Red Devils stehen sinnbildlich für das schwache Abschneiden englischer Klubs im diesjährigen Europapokal. 

Durch die magere Ausbeute der Premier-League-Klubs auf europäischer Bühne droht England in der UEFA-Fünfjahreswertung hinter Italien zurückzufallen. Das wäre gleichbedeutend mit dem Verlust des vierten Champions-League-Startplatzes. 

Pokalsieger in die Champions League

Dieses Schreckensszenario ruft jetzt den englischen Verband auf den Plan. Die FA plant offenbar eine Reform bei der Vergabe von Champions-League-Starplätzen. Ihr Chef, Martin Glenn, hat sich dafür stark gemacht, künftig den FA-Cup-Sieger ins Rennen um die Königsklasse zu schicken. 

Angenommen die Premier League darf in diesen Wettbewerb künftig tatsächlich nur noch drei Teams entsenden: Nach Glenns Vorstellung wären das der Liga-Champion, der Vize-Meister und der Pokalsieger - nicht mehr der Tabellendritte. Mit dieser Maßnahme will der Ligaboss die Wettbewerbsfähigkeit der Klubs stärken, "zum Wohle des englischen Fußballs".

Um ihr Vorhaben durchzudrücken, benötigt die FA jedoch die Zustimmung der UEFA. Und um die zu überzeugen wiederum Unterstützung aus Europa. Wie Glenn ankündigte, will er für seine Pläne andere Top-Ligen mit ins Boot holen.

Deutschland als Verbündeter?

Dieses Unterfangen dürfte sich als schwierig erweisen. In Deutschland etwa genießt der DFB-Pokalsieger einen wesentlich geringeren Stellenwert. Ihm winkt im besten Fall ein Startplatz in der Europa League. Sollte er sich bereits über den Liga-Wettbewerb für das internationale Geschäft qualifiziert haben, rückt nicht der Pokalfinalist nach sondern der Liga-Siebte. 

Das ist die derzeitige Regelung in Deutschland. Und nach SPORT1-Informationen hegen weder DFB noch DFL Interesse, daran in absehbarer Zeit etwas zu ändern.

Womöglich hat sich die FA also die falsche Zeit ausgesucht für ihren Reformvorschlag. Bei der Präsentation seiner Zukunftstpläne sagte Boss Glenn fast beiläufig: "Wir sollten besser sicherstellen, dass wir genügend Punkte für den Koeffizienten sammeln, um die vier Startplätze zu behalten."

Er klang nicht wie ein Mann, der restlos überzeugt ist von seinen Plänen. 

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