vergrößernverkleinern
Bastian Schweinsteiger spielt in der kommenden Saison unter Jose Mourinho © Imago

München - Bei Manchester United trifft Jose Mourinho auf Bastian Schweinsteiger. Dem Deutschen steht eine Schlüsselsaison bevor - in die eine oder andere Richtung.

Bastian Schweinsteiger verließ abgekämpft das Feld, nachdem er gerade mit dem FC Bayern das Elfmeterschießen gegen Real Madrid verloren hatte. Es war nur das Finale des Franz Beckenbauer Cups im August 2010.

Doch mit Jose Mourinho wird jedes Fleckchen Erde zur ganz große Bühne.

Noch vor dem Eingang in die Katakomben der Allianz Arena trat der damalige Trainer der Madrilenen Schweinsteiger in den Weg, sah ihm in die Augen: "Ich wollte dich letztes Jahr schon holen. Da habe ich dich nicht bekommen. Nächstes Jahr gehörst du mir", soll er gesagt haben.

Video

Mourinho findet zu Schweinsteiger

Heute, sechs Jahre später, geht Mourinhos Wunsch in Erfüllung. Die Wege der beiden Weltstars kreuzen sich beim englischen Rekordmeister Manchester United

Die bisherige Beziehung der beiden ist von langjähriger und gegenseitiger Bewunderung geprägt. Während seiner Zeit bei den Bayern hielt Mourinho große Stücke auf Schweinsteiger, wollte ihn erst nach Mailand, später nach Madrid locken - jedoch immer ohne Erfolg.

In einem Interview während der WM 2014 sagte Mourinho: "Deutschland ist immer am besten, wenn Schweinsteiger der Mannschaft im Mittelfeld Stabilität verleiht."

Video

Schweinsteiger nicht mehr der Alte

In den zwei Jahren, die seit den Äußerungen Mourinhos vergangen sind, hat sich viel verändert. Schweinsteigers Standing in der Nationalmannschaft ist längst nicht mehr so unangefochten wie kurz nach dem WM-Triumph, zudem hatte der 31-Jährige zuletzt immer öfter mit Verletzungen zu kämpfen und kam daher auch bei United nicht in Tritt.

Nach zuletzt zwei enttäuschenden Spielzeiten wollen die "Red Devils" jetzt wieder ganz oben angreifen. Von den Vereinsbossen hat Mourinho als neuer Coach deshalb freie Hand gewährt bekommen. Der Portugiese darf angeblich mit einem astronomischen Transferbudget in Höhe von rund 260 Millionen Euro auf Einkaufstour gehen.

Wird Schweinsteiger aussortiert?

Wird dabei ausgerechnet Schweinsteiger einer der ersten Leidtragenden? Während seiner ersten Saison bei United genoss der Nationalmannschaftskapitän englischen Medien zufolge unter Mentor Louis van Gaal zahlreiche Privilegien, die offenbar unter den Spielern nicht immer gern gesehen wurde. Es ist davon auszugehen, dass der 31-Jährige seine Sonderstellung unter Mourinho einbüßen wird.

Englische Medien wie die Sun gehen bereits einen Schritt weiter und behaupten, der 53-Jährige habe gar kein Interesse mehr an den Diensten des achtmaligen Deutschen Meisters.

Persönlichkeit als Trumpfkarte

Entscheidend wird am Ende sein, wie gut sich Schweinsteiger in das System des "Special One" integrieren kann. Statt van Gaals und Guardiolas Dominanz-Fußball wartet auf den 31-Jährigen eine Spielidee, die von starker Athletik und raschem Umschaltspiel geprägt ist. Schweinsteiger neigt dagegen dazu, das Spiel im defensiven Mittelfeld eher zu verlangsamen als es schneller zu machen.

Doch Mourinho legt neben der sportlichen Komponente seit jeher großen Wert auf die Persönlichkeit seiner Führungsspieler. In all seinen großen Teams hatte er im Mittelfeld einen Strategen mit Autorität und Ausstrahlung. Deco bei Porto, Frank Lampard bei Chelsea, Dejan Stankovic bei Inter, Xabi Alonso bei Real: Sie allen hinterließen auch durch ihr Auftreten Eindruck beim Gegner. Wie Schweinsteiger.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel