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Manchester - Bei seiner Präsentation als United-Coach gibt sich Jose Mourinho gewohnt selbstsicher. Er spricht über Transfers, Guardiola, Giggs - und teilt gegen einen alten Rivalen aus.

Jose Mourinho hat bei seiner Vorstellung als Teammanager beim englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United gleich richtig ausgeteilt.

Auf die Frage, ob er nach der missglückten vergangenen Saison beim FC Chelsea etwas beweisen müsse, antwortete Mourinho: "Manche Manager haben seit zehn Jahren nichts gewonnen. Andere noch nie. Mein letzter Titel ist erst ein Jahr her." Ein direkter Seitenhieb gegen Arsenals Arsene Wenger, einen seiner Lieblingsfeinde.

Der Fortsetzung des Duells mit Manchester Citys neuem Teammanager Pep Guardiola sieht Mourinho gelassen entgegen. "Ich bin der Manager des größten englischen Klubs. Ich muss nicht zu sehr auf die anderen schauen", sagte der 53 Jahre alte Portugiese.

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Auch zum Abschied von Klublegende Ryan Giggs bezog Mourinho Stellung. Der ehemalige Profi war zuletzt Assistenztrainer unter Louis van Gaal, verlässt den Klub aber nun nach 29 Jahren. "Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass Ryan nicht mehr im Verein ist", sagte der zweimalige Champions-League-Sieger: "Er wollte meinen Job, aber die Klubbesitzer wollten mich. Das ist nicht mein Fehler."

Während Mourinho bedauerte, in der kommenden Saison nur Europa League statt Königsklasse zu spielen, machte er deutlich, dass er nach Zlatan Ibrahimovic, Eric Bailly und dem - von seinem Klub noch nicht als Neuzugang bestätigten - Henrikh Mkhitaryan noch ein viertes großes Transferziel hat.

SPORT1 hat die Pressekonferenz mit dem neuen starken Mann Uniteds zum Nachlesen.

+++ Keine Frage zu Schweinsteiger +++

Die Zukunft von DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger bleibt für's Erste ungeklärt. Mourinho wurde nicht zu dem Mittelfeldstrategen befragt.

+++ PK beendet +++

Die Mourinho-Präsentation ist vorbei.

+++ Rooney kein Mittelfeldspieler +++

Anders als unter Van Gaal wird England-Ikone Wayne Rooney unter Mourinho nicht im zentralen Mittelfeld agieren.

"Er mag seine Spielweise in den vergangenen Jahren verändert haben. Vielleicht ist er kein Stürmer mehr. Aber er ist auch kein Sechser, nicht einmal ein Achter. Er wird auf der Neun oder Zehn spielen."

+++ "Meinung von Sir Alex wichtig" +++

"Er ist hier immer willkommen. Seine Meinung ist eine sehr wichtige für mich", sagt Mourinho über Ferguson.

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Jose Mourinho freut sich auf seine neue Herausforderung © Getty Images

+++ Fergusons Ratschläge +++

Mourinho ist ein enger Freund von Uniteds Trainer-Legende Sir Alex Ferguson. Der Portugiese verrät schmunzelnd, welche Ratschläge ihm der Schotte mit auf den Weg gegeben hat.

Nummer eins: "Er sagte, ich solle einen Regenschirm mitnehmen. Und ich konnte es gestern nicht glauben, als es auf dem Trainingsplatz zu regnen begann. Ein großartiger Tipp."

Nummer zwei: "Er sagte, ich solle meine typische Weinflasche in greifbarer Nähe haben, da wir uns fortan häufiger sehen werden."

+++ Mourinho verteidigt Jugendarbeit +++

Kurios: Angesprochen auf seinen Umgang mit Jugendspielern, holt Mourinho einen Zettel hervor, auf dem 49 Namen stehen.

"Ich habe in meiner Karriere 49 Spieler zu den Profiteams geholt. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen diese Liste aushändigen. Hierbei sind zwei Faktoren wichtig: Manchmal holst du einen Spieler, weil du wegen Verletzungen keine andere Möglichkeit hast, oder du gibst ihm aus Überzeugung eine Chance. Ich hatte bisher selten Verletzungen zu beklagen. Wenn ich jemandem eine Chance gebe, dann aus Überzeugung."

+++ Giggs-Abgang "seine Entscheidung" +++ 

Dass United-Legende Ryan Giggs den Verein nach 29 Jahren verlassen hat, sei einzig und allein "seine Entscheidung" gewesen, sagt Mourinho.

"Ich habe direkt nichts damit zu tun. Er wollte den Job, den mir United gab. Der Klub bot ihm dennoch einen wichtigen Job an, doch er traf eine andere Entscheidung. Sollte er während meiner Zeit hier zurückkehren, heiße ich ihn herzlich willkommen. Ich wünsche ihm alles Gute."

+++ Kein Privatduell mit Guardiola +++

"20 Mannschaften können den Titel gewinnen. Es macht keinen Sinn, den gesamten Fokus auf einen Gegner zu richten. Ich bin der Teammanager des größten englischen Klubs, deshalb werde ich mich nur auf uns konzentrieren."

+++ Ein "Spezialist" soll noch her +++

"Wir haben drei Spieler geholt, um dem Kader eine gewisse Balance zu verleihen und seine Qualität zu pushen. Die Qualität, die ich brauche und möchte. Ich möchte lieber Spezialisten statt multifunktionelle Spieler. Ich will Spieler, die hauptsächlich auf eine Position spezialisiert sind. Das ist mein Spieler-Modell. "

Zlatan Ibrahimovic (Sturm), Henrikh Mkhitaryan (Mittelfeld) und Eric Bailly (Abwehr) sind Mourinho allerdings nicht genug: "Wir haben uns auf vier Ziele festgelegt. Drei haben wir. Solange der Vierte noch nicht da ist, werden wir hart arbeiten. Die sportliche Leitung, ich. Wenn wir den Vierten haben, werden wir durchatmen."

Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Vierten um Frankreich-Star Paul Pogba. Angeblich ebenfalls auf Mourinhos Liste: N'Golo Kante (Leicester City), Blaise Matuidi (PSG) und Andre Gomes (FC Valencia).

+++ Spitze gegen Wenger +++

"Es gibt Trainer, die den Titel zuletzt vor zehn Jahren gewonnen haben", ätzt Mourinho indirekt gegen seinen langjährigen "Trainer-Feind" Arsene Wenger vom FC Arsenal.

"Andere sind sogar noch gar nicht Meister geworden. Bei mir ist es ein Jahr her. Ich spiele gegen mich, nicht gegen andere. Ich muss anderen nichts beweisen, sondern nur mir selbst. Und ich will immer gewinnen", meint der ehrgeizige Mourinho weiter.

+++ "Der richtige Zeitpunkt" +++

"Ich kenne die Verantwortung und die Geschichte des Klubs. Ich weiß, was die Fans von mir erwarten. Aber es macht mich nicht nervös. Dieser Job kommt zum richtigen Zeitpunkt."

+++ "Kein Traum, sondern Realität" +++

Mourinho würde sein Engagement bei den Red Devils nicht als Traumjob bezeichnen: "Ich komme zu einem Klub, der schwierig zu beschreiben ist. Es ist kein Traum, sondern die Realität. Es ist ein Job, den jeder will. Nicht jeder kann von sich behaupten, für diesen Klub zu arbeiten. Ich habe schon für viele große Klubs, aber United ist eine andere Dimension."

+++ Minimalziel Champions League +++

Mourinhos Message zu Beginn: "Lasst uns erst einmal arbeiten!" Der Neu-Coach will nicht in die Vergangenheit blicken. Zunächst müsse man die Top Four erreichen und wieder in der Champions League vertreten zu sein. "Ich will aber nicht, dass die Spieler daran denken. Das ist das Minimalziel und ich bin jemand, der alles erreichen will. Ich will gut arbeiten. Ich will erfolgreich arbeiten."

+++ Pressekonferenz beginnt +++

Jetzt spricht Mourinho zur Presse.

+++ Mourinho posiert im Stadion +++

Der Nachfolger von Louis van Gaal ist im "Theater der Träume" eingetroffen.

Er posiert mit dem Trikot und dem Schal Uniteds, ehe er sich in die Katakomben zur Pressekonferenz begibt. Auf den feinen Zwirn verzichtet der Fußball-Lehrer, er trägt einen Trainingsanzug mit den Initialen "JM".

+++ Fan-Ansammlung vor dem Old Trafford +++

Tausende Fans warten vor dem Stadion, um ein Foto oder ein Autogramm zu ergattern. Ins Stadion dürfen sie nicht. United präsentiert neue Spieler und Trainer traditionell vor leeren Rängen.

+++ Mkhitaryan, Ibrahimovic und Co. +++ 

"The Special One" gibt nur selten Interviews. Umso wissbegieriger dürften die Journalisten heute in Bezug auf Mourinhos Kaderplanungen sein. Der 53-Jährige ist bekanntlich dabei, das Team der Red Devils umzukrempeln.

Wie plant er mit Neuzugang Henrikh Mkhitaryan? Was passiert mit Bastian Schweinsteiger? Kommt Paul Pogba? Genießt Zlatan Ibrahimovic auf und neben dem Platz Sonderrechte? Mit solchen oder ähnlichen Fragen könnte Mourinho in Kürze konfrontiert werden.

+++ Präsentation gegen 12 Uhr +++

Zwei Tage nach Pep Guardiolas Vorstellung als Trainer von City richten sich die Blicke auf die "rote Seite" Manchesters: Jose Mourinho wird im Old Trafford offiziell als neuer Teammanager der Red Devils präsentiert.

Gegen 12 Uhr betritt der portugiesische Star-Coach das Podium im United-Pressesaal, um sich zu seinem neuen, vielversprechenden Projekt zu äußern.

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