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Pep Guardiola startet gegen den FC Bayern seine Amtszeit bei Manchester City
Pep Guardiola startet gegen den FC Bayern seine Amtszeit bei Manchester City © Getty Images

Das Duell mit dem alten Klub FC Bayern läutet für Pep Guardiola den Neustart bei Manchester City ein. Die Aufgabe ist gewaltig, die Erwartungen noch größer.

Die Worte von Kelechi Iheanacho dürften noch niemals so begehrt gewesen sein wie in diesen Tagen.

Mit den fußballerischen Qualitäten des nigerianischen Nationalstürmers hängt das nicht zusammen, nicht unmittelbar zumindest.

Was den 19-Jährigen gerade weit interessanter macht für die englischen Medien: Er trainiert. Bei Manchester City. Unter Pep Guardiola. Und er erzählt davon.

Und da es sonst nicht viele Eindrücke von der Arbeit des ehemaligen FC-Bayern-Trainers bei seinem neuen Klub gibt, laufen Kelechi Iheanachos Eindrücke gerade rauf und runter in England.

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Rückkehr zum FC Bayern: Guardiolas erstes City-Spiel

"Die Atmosphäre ist toll", berichtet er: "Er bringt frische Ideen ein. Alles ist anders und alle stellen sich auf das ein, was er uns beibringt."

Was das für frische Ideen sind, die Guardiola seinen Spielern schon beigebracht hat: In Iheanachos Erlebnisbericht ist es nicht weiter ausgeführt. Es wird erst zu sehen sein, wenn sie das erste Mal auf dem Spielfeld stehen.

Das wird an diesem Mittwochabend passieren, beim Test gegen einen gewissen FC Bayern München (20.30 Uhr im LIVETICKER).

Was macht Guardiola mit ManCity?

Guardiolas erstes Spiel mit dem neuen Klub an alter Wirkungsstätte in München - formell übrigens das verspätete Ablösespiel für Jerome Boateng - wird in England mit Spannung erwartet. Mit ähnlich großer, wie hierzulande sein erster Auftritt mit Bayern erwartet wurde.

Damals wie heute lautete die große Frage: Was macht dieser Trainer, der Trainer schlechthin, mit diesem Verein? Wobei nein, genauer: Was macht er mit dieser Fußballnation?

Kriegt er es hin, nach der spanischen und der deutschen Liga auch der englische Premier League seinen unverkennbaren Stempel aufzudrücken?

Eine großes Projekt, das bei Guardiola ganz klein klingt.

Der Auftritt ist bescheiden

Bei seiner Vorstellung Anfang Juli präsentierte er sich als bescheidener Lehrling, der ein bisschen mehr von der Welt sehen möchte, in London das eine oder andere Bier mit City-Edelfan Noel Gallagher trinken - und bei der Gelegenheit mal gucken, ob seine Ideen, sein Kurzpassstil und das alles auch in England anwendbar sein könnten.

"Wir werden es versuchen", antwortete er auf die entsprechende Frage: "Natürlich muss ich meine Ideen auch an die Qualitäten der Spieler anpassen."

Wer Guardiola kennt, ahnt aber, dass das nicht heißt, dass er bei ManCity auf das Prinzip Kick and Rush umschwenken wird.

Größerer Umbau mit Gündogan und Sane

Aus diesem Grund hat er schon ein paar Spieler verpflichtet, die für den Guardiola-Fußball tauglich sind.

Dortmunds Ilkay Gündogan und der spanische Offensivspieler Nolito sind schon da, Schalkes Leroy Sane wird wohl sehr bald dazustoßen - Schalkes Manager Christian Heidel bestätigte am Dienstagabend Sanes Wechselabsichten für diesen Sommer. Ein neuer Innenverteidiger soll auch noch folgen, wahrscheinlich auch ein Torhüter, der Joe Hart Konkurrenz machen soll, Barcelonas Claudio Bravo soll Guardiolas Favorit sein.

Dass Guardiola den Kader kräftig umbaut: nur logisch. Wo er vor drei Jahren bei Bayern einen Triple-Sieger-Kader vorfand, der seinen Ideen schon recht nahe kam, übernimmt er nun die Mannschaft, die als letzten internationalen Eindruck das unselige Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid hinterließ.

Ein Auftritt mit dem Potenzial, ihn als Schockbild auf Zigarettenpackungen zu drucken - Guardiola würde das gewiss für alle Zeiten vom blauen Dunst abhalten.

In England unter Alphatieren

Der Vorteil der Konstellation: Guardiola hat nicht wie bei Bayern die Last des schon vor ihm gewonnenen Triples auf den Schultern. Den Erfolgsdruck verringert das aber kaum. Guardiola ist Guardiola, auch in England wird für die Kritiker nur das Beste, was er erreichen kann, gut genug sein.

Und bei City wird es für ihn auch im Liga-Alltag schwieriger, diesen Anspruch einzulösen. In Deutschland bot ihm zuletzt ja nur Thomas Tuchel in seinem ersten Jahr bei Dortmund so etwas wie Konkurrenz. Ein Gleichgesinnter, mit dem er auch mal entspannt bei einem Glas Rotwein (für den abstinenten Tuchel: Wasser) über Taktik-Trends reden und dabei die Salzstreuer hin- und herschieben konnte.

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In England trifft er nun gleichzeitig auf das Liverpool des Jürgen Klopp, den FC Arsenal des Arsene Wenger, das Chelsea des Antonio Conte, den Sensationsmeister Leicester des Claudio Ranieri. Und natürlich auf Stadtrivale Manchester United und den alten Erzfeind Jose Mourinho, der Guardiola wohl eher mit Salzstreuern bewerfen würde, als mit ihm Bier, Rotwein oder Wasser zu trinken.

Pep Guardiola steht vor spannenden Zeiten. Der Weltfußball ebenso. In München wird es den ersten Vorgeschmack geben.

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