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Jose Mourinho beerbte Louis van Gaal als Trainer von Manchester United
Jose Mourinho beerbte Louis van Gaal als Trainer von Manchester United © Getty Images

München - Makellose Bilanz bei Manchester United und ein Stimmungswandel dank cleverer Handgriffe: Jose Mourinho ist bereit für das Derby-Duell mit Pep Guardiola.

Sie ist eine Mogelpackung, die 100-Tage-Bilanz von Jose Mourinho bei Manchester United.

Die Manchester Evening News, die sie als erste englische Zeitung gezogen hat, hat nämlich getrickst, um damit vor allen anderen auf dem Markt zu sein - denn 100 Tage ist in Wahrheit nur die Ankündigung her, dass Mourinho zum 1. Juli offiziell übernehmen würde.

Mourinho kann dieser Kunstgriff durchaus recht sein.

Kommt er so doch in den Genuss einer überaus positiven Manöverkritik - die ihm auch nicht mehr durch das Duell mit Pep Guardiolas Manchester City am Samstag (ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) verdorben werden kann.

Transferpolitik mit Hand und Fuß

Der "Special One" steht bestens da vor dem Derby mit dem Klub seines Erzrivalen: Aus drei Premier-League-Spielen holten die Red Devils neun Punkte, gewannen den Community Shield gegen Leicester - und hinterließen auch sonst viele positive Eindrücke im Umfeld des zuletzt sportlich gebeutelten Klubs.

Die Transferpolitik zum Beispiel. Mourinho nannte vier große Transferziele: Paul Pogba, Zlatan Ibrahimovic, Henrikh Mkhitaryan, Eric Bailly. Manager Ed Woodward arbeitete sie ab, alles lief nach Plan.

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 Das offenkundig gute Verhältnis Mourinhos zu Transferpate Mino Raiola, dem Berater von Pogba, Ibrahimovic und Mkhitaryan, trug dazu bei.

Umfeld ruhig - trotz umstrittener Personalien

Der eindrucksvolle Transfersommer und der gelungene Ligastart verschafften Mourinho Kredit. Das half ihm dabei, kritische Debatten wegen anderer Personalentscheidungen von sich fernzuhalten.

Die Ausbootung von Bastian Schweinsteiger ist in England kein so großes Thema wie hierzulande. Auch dass Marcus Rashford, der junge Durchstarter der Van-Gaal-Endzeit, unter Mourinho aus der Stammelf geflogen ist, sorgt für keine größeren Debatten. Ebensowenig wie der Umstand, dass Mkhitaryan bislang nur zu Joker-Einsätzen kam. Das Derby gegen City droht der Ex-Dortmunder verletztungsbedingt zu verpassen.

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Der bisherige Erfolg gibt Mourinho Recht und liefert keine Ansatzpunkte für Kritik von Fans, Medien und United-Legenden wie Paul Scholes und Rio Ferdinand.

"Unter van Gaal war zwei Jahre lang eine negative Grundstimmung", hielt Ferdinand kürzlich fest. Mourinho sei da ein "riesiger Wandel" gelungen.

Mourinho verbessert das Binnenklima

Generell fällt Beobachtern auf, dass Mourinho die Mannschaft zusammengeschweißt hat.

Unter Vorgänger van Gaal hätte es Risse im Teamgefüge gegeben - unter anderem wegen dessen Angewohnheit, seine Startaufstellung schon zwei Tage vor den Spielen verraten. Zwei Tage, in denen die Ersatzspieler Gelegenheit hatten, Frust zu schieben und damit die Atmosphäre auf dem Trainingsplatz zu belasten.

Mourinho vermeide das, in dem er seine Personalentscheidungen erst kurzfristig bekanntgebe. Er gebe damit allen das Gefühl, bis zur letzten Sekunde um ihren Platz kämpfen zu können.

Gute Transfers, sportlicher Erfolg, ein zufriedenes Team: Mourinhos erster Arbeitsnachweis kann sich sehen lassen. Jetzt muss er die gute Stimmung nur noch ein paar hundert Tage aufrechterhalten.

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