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München - Sergio Ramos wird im Clasico beim FC Barcelona vom Platz gestellt. Zu spät, meinen Barca nahestende Medien. Madrids Kapitän hätte direkt Rot sehen müssen.

Sergio Ramos ist kein Kind von Traurigkeit ist. In 372 Ligaspielen bringt es der Verteidiger von Real Madrid mittlerweile auf 16 Platzverweise. Elf Mal Gelb-Rot und fünf Mal Rot, so lautet die nicht gerade ruhmreiche Bilanz des 30-Jährigen in elf Spielzeiten für die Königlichen.

Bei Reals 2:1-Sieg in Barcelona sah Madrids Kapitän in der 83. Minute für ein Foul an Luis Suarez Gelb-Rot.

Etwas überraschend: Es war erst sein dritter Platzverweis in einem Clasico - und das wettbewerbsübergreifend. Bei Reals 0:5-Pleite in Barcelona im November 2010 hatte er Rot gesehen, im Viertelfinal-Rückspiel der Copa del rey im Januar 2012 war es Gelb-Rot.

Am Samstagabend hatte Ramos aber Glück, dass er nicht schon viel früher vom Platz flog.

Ramos war Zuschauer, als Cristiano Ronaldo Real zwei Minuten später zum Sieg schoss. Er konnte sich beim Portugiesen bedanken und bei Schiedsrichter Alejandro Jose Hernandez Hernandez, der ihn trotz einiger gelb- oder gar rotwürdiger Fouls nicht früher des Feldes verwiesen hatte.

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Sergio Ramos (am Boden kniend) wird in der 83. Minute vom Platz gestellt © Getty Images

"Was für eine Schande, was mit Sergio Ramos passiert ist! Es ist ein Skandal!", schrieb die Zeitung Sport aus Barcelona. "Hernandez Hernandez schenkt Ramos 60 Minuten", titelte das zweite Sportblatt Mundo Deportivo (Pressestimmen zum Clasico).

Vier Mal ging Ramos rüpelhaft zur Sache:

23. Minute: Überhartes Einsteigen gegen Messi an der Strafraumgrenze. Die Fans im Camp Nou forderten Elfmeter. „Ein Strafstoß war es nicht, aber mindestens Gelb für Ramos“, meinte Mascaro. Der Unparteiische habe die Karte nicht gezückt, weil Ramos schon in der 10. Minute wegen Meckerns verwarnt worden war.

47. Minute: Ramos fällt Luis Suarez von hinten, „und der Schiedsrichter macht wieder den Blinden“, schimpft der Journalist aus Barcelona. Die Proteste der Barca-Spieler habe der 33 Jahre alte Referee nicht hören wollen.

51. Minute: Bei einer Ecke wird Ramos von Barca-Verteidiger Dani Alves bedrängt. Ramos hält den Brasilianer mit einem Ellbogen-Stoß auf Distanz. Allein dieses Foul wäre von vielen Schiedsrichtern schon mit einer direkten Roten Karte bestraft worden. Nicht vom unerfahrenen Hernandez Hernandez.

83. Minute: Ramos senst Suarez zum zweiten Mal von hinten um. Dieses Mal kann der Schiedsrichter nicht anders, als Madrids Spielführer unter die Dusche zu schicken.

Zwar pfiff der überforderte Schiedsrichter ein reguläres Tor der Madrilenen durch Gareth Bale ab, doch im Fall Ramos hatte Real Glück. Eine Stunde lang in Unterzahl zu spielen wäre etwas Anderes gewesen als sieben Minuten.

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