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München - Party-Reise, Wechselgerüchte, Druck aus der Heimat: Gründe für Neymars Krise gibt es reichlich. Ein Ausraster könnte ihm die nötige Denkpause verschaffen.

Fünf Mal in Folge ohne Tor, drei Liga-Pleiten in Serie, der Triple-Traum geplatzt, die Meisterschaft auf einmal wieder spannend: Es könnte alles ein bisschen besser laufen für Neymar in diesen Tagen.

Nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen den FC Valencia soll der Barca-Star Gegenspieler Antonio Barragan erst geschlagen, und dann mit einer Wasserflasche beworfen haben. Laut Marca rief Neymar ihm zudem hinterher: "Sei still, ich verdiene zehnmal so viel wie du."

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Ob Barragan das zuhause im Wohnzimmer noch einmal nachgerechnet hat? Schließlich weiß dank Football Leaks inzwischen die ganze Welt, wie viel Neymar verdient.

Ohnehin bekannt ist ja, dass der 24-Jährige mehr oder weniger großen Ärger mit den Steuerbehörden hat. Und dann gibt es da noch die ständig schwelenden Gerüchte um einen möglichen Mega-Wechsel. Reichlich Ablenkungspotenzial. 

"Neymar, der Vermisste", titelte die Marca in diesen Tagen angesichts der Leistungskrise des Brasilianers. In Zahlen liest die sich wie folgt: fünf Spiele, keine Torbeteiligung. Zuvor sammelte Neymar in 38 Spielen satte 50 Scorerpunkte.

Dafür hat er mitten in der Krise jetzt für den brasilianischen Playboy die Top 3 der heißesten Brasilianerinnen gewählt. Der Zeitpunkt ist nicht unbedingt der glücklichste.

"Stark bleiben", schrieb der Brasilianer am Sonntag auf seinem stets wohlgepflegten Instagram-Account.

Für den könnte Neymar angesichts einer drohenden Sperre bald noch mehr Zeit haben - und sich nebenbei Gedanken über die möglichen Gründe für sein Tief machen. Denn davon gibt es eine ganze Reihe.

Party-Reise nach Brasilien

Begann Neymars Krise mit einer Geburtstagsparty? Anfang März handelte sich Neymar - angeblich absichtlich - eine Gelbsperre für die Partie bei SD Eibar ein, um zur Feier seiner Schwester nach Brasilien fliegen zu können. Trainer Luis Enrique erteilte ihm die Erlaubnis.

Doch der Vorwurf, dass mit dieser Reise alles Übel begann, hat Schwächen: Nach seiner Rückkehr traf Neymar beim 6:0 gegen Getafe doppelt, glänzte gegen Arsenal mit Tor und Vorlage und knipste auch beim 2:2 in Villarreal.

Zoff rund ums Nationalteam

Zeitlich fällt der Beginn seines Absturzes genau mit der Länderspielpause Ende März zusammen: Seither gelang Neymar kein Tor mehr - und Barca verlor vier von fünf Spielen.

Der Druck auf den vermeintlichen Heilsbringer ist groß in seiner Heimat, Neymar soll der Selecao endlich wieder Titel bescheren. Doch nach zwei Remis in Folge wäre Brasilien aktuell nicht einmal für die WM 2018 qualifiziert.

Dass Neymar sich selbst - genauso wie ganz Brasilien - im Sommer gern sowohl bei Olympia als auch bei der Copa America sähe, Barca diesem Vorhaben jedoch skeptisch gegenübersteht, macht die Sache nicht einfacher.

Wechselgerüchte

Weiteren Zündstoff zwischen Verein und Spieler birgt die seit längerem im Raum stehende Vertragsverlängerung des Brasilianers. Die Sportzeitung as berichtete zuletzt, Neymar wolle in Zukunft jährlich das verdienen, was ihm sein bisheriges Arbeitspapier für fünf Jahre zusichert - rund 55 Millionen Euro.

Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen können, lauert angeblich schon die finanzkräftige Konkurrenz: Manchester United, Manchester City, Paris Saint-Germain und sogar Erzrivale Real Madrid sollen bereit sein, ein Paket von bis zu 190 Millionen Euro für eine Verpflichtung Neymars zu schnüren.

Steuervorwürfe

Schon Neymars Wechsel aus Brasilien nach Europa wurde von den Finanzbehörden ganz genau beäugt, Ruhe kehrt rund um den Barca-Star und seinen Vater in Sachen Finanzen seither nicht mehr ein.

Vor einigen Wochen sollen unter anderem ein Privatjet, eine Jacht, Bankkonten und Immobilien von der brasilianischen Justiz gepfändet worden sein.

Überbelastung

Seit Monaten spielt der FC Barcelona im Dreitagesrhythmus, das Sturmtrio aus Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar gönnt sich dabei fast keine Pause. Ex-Real-Coach Fabio Capello vermutet daher, "die drei da vorne" seien "nach einer großartigen Saison jetzt tot".

Bleibt die Frage, ob sie für die verbliebenen sechs Pflichtspiele im Kampf um das Double noch einmal wiederauferstehen. Und wie oft Neymar nach seinem Ausraster dabei überhaupt noch helfen darf.

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