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Zur Zeit in guter Form, Mario Gomez © Getty Images

Florenz und München - Florenz‘ Stürmer Mario Gomez spricht vor dem Pokalkracher gegen Juve (ab 20.35 LIVE auf SPORT1+ und im TICKER) bei SPORT1 über seinen wiederentdeckten Torinstinkt und seine Karriereplanung.

Mario Gomez hat ein dickes Fell. Immer wieder musste der Angreifer im Lauf seiner Karriere als Sündenbock herhalten, wurde wahlweise als "der Schatten eines Stürmers" oder "Chancentod" verunglimpft.

Fakt ist jedoch auch: Der 29-Jährige hat sich nie wirklich unterkriegen lassen, seine Torausbeute spricht seit jeher für ihn. Der Stürmer, manchmal fast ein wenig melancholisch wirkend, schaffte es immer wieder, sich in den Fokus zu rücken.

So auch in diesen Wochen.

Vor den entscheidenden letzten Saisonwochen gilt er als der große Hoffnungsträger seines AC Florenz. In der Europa League hat er den Tabellen-Vierten der Serie A zum Weiterkommen gegen Tottenham Hotspur verholfen, im Viertelfinale der Coppa Italia bezwang er den AS Rom per Doppelpack quasi im Alleingang.

Jetzt soll es Gomez im Rückspiel der Coppa Italia gegen Juventus Turin (ab 20.35 LIVE auf SPORT1+ und im LIVETICKER) richten.

Im Hinspiel glückte Florenz der Coup, nach 700 Tagen als erstes Team Juves Festung mit 2:1 einzunehmen. Florenz träumt vom Finaleinzug und dem ersten Titel nach 14 Jahren Abstinenz.

Gomez könnte dabei der gefeierte Held werden. In der Liga traf er zuletzt beim 2:2 in Udine doppelt, leitete zudem beim 2:0 über Sampdoria am Wochenende einen Treffer ein. Trainer Vincenzo Montella geizte zuletzt nicht mit Lob: "Er ist in wirklich guter Form. Das ist der Spieler, in den Florenz viel investiert hat." Nämlich: Rund 15 Millionen Euro, überwiesen an den FC Bayern.

Im SPORT1-Interview spricht der Stürmer über den Kracher gegen Juve, seine wiedergefundene Torgefährlichkeit und die Fiorentiner Fans.

SPORT1: Herr Gomez, nach einer schwierigen Zeit und Verletzungspech haben Sie in den vergangenen Wochen wieder zu alter Treffsicherheit zurückgefunden. Welche Faktoren haben dabei eine Rolle gespielt?

Mario Gomez: Natürlich in erster Linie die Fitness. Und ganz wichtig ist auch ein gewisser Rhythmus – gerade bei Spielertypen wie mir. Ich habe immer hart an mir gearbeitet, wusste aber letztendlich auch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich wieder richtig in Form bin.

SPORT1: Die Fans haben Sie ins Herz geschlossen, hielten immer zu Ihnen. Vergleichen ist ja immer schwer, aber sind die Tifosi der Fiorentina zumindest die leidenschaftlichsten, die Sie bisher hatten?

Gomez: Das möchte ich gar nicht vergleichen, denn schließlich sind auch die Fans von Bayern und Stuttgart top. Aber was ich sicher sagen kann ist, dass unsere Fans absolut fantastisch sind. 

SPORT1: Sie spielen am Dienstag mit der Fiorentina zu Hause gegen Juventus um den Einzug ins italienische Pokalfinale. Wie sehen Sie die Chancen nach dem 2:1-Hinspielsieg in Turin?

Gomez: Die Chancen liegen nach wie vor bei 50:50, auch wenn wir das Hinspiel gewonnen haben. Juve ist und bleibt die beste Mannschaft Italiens. Aber es wird für uns natürlich eine Riesenherausforderung und brutal schwer, sie auszuschalten.

SPORT1: Die Stadt, die Fans, Sie selbst: Alle dürsten nach einem Titel - wie dem Pokalsieg. Was fehlt noch zum letzten Schritt?

Gomez: Zwei Siege (lacht).

SPORT1: Auch in der Europa League sind Sie mit Florenz noch im Wettbewerb. Zehrt die Anstrengung der drei Wettbewerbe schon am Team?

Gomez: Nein, mental vielleicht ab und zu ein wenig. Aber physisch nicht so sehr. Wir haben einen großen Kader, der sehr ausgeglichen besetzt ist und dem Trainer die Möglichkeit gibt, viel zu rotieren. Davon macht er auch immer wieder Gebrauch. 

SPORT1: Sie hatten zuletzt ausgeschlossen, Florenz im Sommer zu verlassen. Ihr Vertrag läuft bis 2017. Könnten Sie sich eigentlich vorstellen, noch länger in der Toskana zu bleiben und bei der Fiorentina Ihre Karriere zu beenden?

Gomez: Vorstellen kann ich mir vieles. Sicherlich auch das. Aber es macht jetzt noch überhaupt keinen Sinn zu überlegen, was in zwei oder drei Jahren ist. Fußball ist nun mal ein Tagesgeschäft. In Florenz fühle ich mich jedenfalls sehr wohl. 

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