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Surfer Mick Fanning wurde trotz eines Schicksalsschlags fast Weltmeister
Surfer Mick Fanning wurde trotz eines Schicksalsschlags fast Weltmeister © Getty Images

Er wehrte einen Hai ab, rettete ein Leben und wird nun selbst ein zweites Mal vom Schicksal getroffen - trotzdem wird Surfer Mick Fanning fast Weltmeister.

Mick Fanning lächelte. Trotz allem.

Gerade hatte der australische Surfer bei der WM vor Hawaii denkbar knapp seinen vierten Titel verpasst - was nicht wichtig war im Vergleich zu dem, was zwei Tage zuvor passiert war.

Kurz vor seinem Drittrunden-Heat war Fanning vom plötzlichen Tod seines großen Bruders Peter informiert worden, paddelte dennoch in die pazifischen Wellen. Er machte weiter, wurde trotzdem beinahe noch Champion.

Gefeiert wurde er am Ende trotzdem wie einer.

"Ein wahrer Champion"

"Er ist ein wahrer Champion", sagte auch der Brasilianer Adriano De Souza, der an seiner Stelle gewann: "Er ist der stärkste Mann, den ich je getroffen habe, und ich habe zwischendurch gedacht, dass er den Sieg mehr verdient hat als ich."

Fanning sei ein "moderner Held über den Sport hinaus", schrieb der Sydney Morning Herald. "Wer auch immer gewonnen hat, du bist der wahre Held", lautete eine der unzähligen Huldigungen in den sozialen Netzwerken: "Die bist ein Champion und eine große Inspiration."

Fanning dagegen? Gratulierte De Souza: "Ich bin sehr stolz auf dich, Kumpel." Es war dennoch Fannings Geschichte, die den Wettbewerb prägte.

Im Sommer wehrte Fanning einen Hai ab

"Mir stehen jedes Mal die Tränen in den Augen, wenn ich in die Wellen gehe", hatte er während des Wettbewerbs erklärt. Fannings Stimme sackte weg, selbst die Reporterin fing an zu Schluchzen.

Der 34-Jährige, der 1998 bereits seinen Bruder Sean nach einem Autounfall verlor, hatte im Juli vor der Küste Südafrikas für weltweite Schlagzeilen gesorgt, als er vor laufenden TV-Kameras die Attacke eines mächtigen Hais abwehrte.

Es sei "ein Wunder", dass er noch lebe, sagte Fanning anschließend. Im Dezember half er vor Hawaii, einen bewusstlosen Kollegen vor dem Ertrinken zu retten.

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Auch der Weltmeister weint

Bei den Pipe Masters vor Hawaii fiel die Entscheidung nach der denkbar knappen Halbfinal-Niederlage gegen Gabriel Medina (Brasilien) zugunsten von De Souza.

Auch dessen Titelgewinn ist mit einer tragischen Geschichte verknüpft: Der 28-Jährige aus Sao Paulo trauert um seinen Surferkollegen und Landsmann Ricardo dos Santos, der im vergangenen Januar vor seinem Haus erschossen worden war.Ein außer Dienst gestellter Polizist und dessen Bruder waren kurz nach der Tat festgenommen worden, das Motiv blieb unklar.

De Souza widmete dos Santos seinen Titel. Und weinte.

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