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Die DTM-Fahrer begrüßen die Verpflichtung Gerhard Bergers
Die DTM-Fahrer begrüßen die Verpflichtung Gerhard Bergers © Audi

Der neue DTM-Chef Gerhard Berger bekommt großen Zuspruch von den Piloten. Ex-Formel-1-Fahrer Paul di Resta könnte sich "keinen Besseren als ihn vorstellen".

Drei Wochen ist Gerhard Berger nun im Amt als Vorsitzender der DTM-Dachorganisation ITR. In ihn werden hohe Erwartungen gesetzt, die DTM wieder in die richtige Spur zu bringen und mehr Zuschauer auf die Tribünen und vor die Fernsehbildschirme zu locken. Bei den Testfahrten in Hockenheim in der vergangenen Woche fand das erste offizielle Aufeinandertreffen des ehemaligen Formel-1-Fahrers mit den aktuellen DTM-Piloten statt. Die Resonanz über die Verpflichtung Bergers ist durchweg positiv und viele Fahrer äußerten sich im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' begeistert über den Tiroler.

"Ich finde das einen sehr guten Schritt", sagt BMW-RMG-Fahrer Timo Glock. "Man kann den Herstellern nur gratulieren, dass sie ihn überzeugt haben vom Produkt DTM. Er war Rennfahrer, er kann uns verstehen. Er hat aber auch die andere Seite als Motorsportchef bei BMW erlebt und er war lange bei der FIA. Er hat in allen Bereichen die nötige Erfahrung. Und er kann alles, wenn er es darf, in die richtige Bahn bringen."

"Wenn man sich seine ersten Aussagen anhört, dann denke ich, sieht er die Sache ähnlich wie wir Fahrer. Die Autos müssen einem Angst machen und brachial sein. Das sind die richtigen Ansätze. Ob er das umsetzen kann, wird die große Frage sein. Ich habe sehr große Hoffnung in ihn, und das habe ich ihm auch schon gesagt", ergänzt der Deutsche.

Ekström: "Ich werde Gerhard voll unterstützen"

"Gerhard ist ein Vollblut-Racer. Es ist wichtig, dass du jemanden hast, der viel Ahnung hat. Ich werde ihn und Herrn Zitzelsberger voll unterstützen. Sie haben die notwendige Kompetenz, die DTM zu führen. Jetzt hoffe ich nur, dass sie auch das Vertrauen von den Sportchefs und Herstellern bekommen. Sonst ist es schwierig etwas zu ändern, wenn du es nicht darfst. Wenn die Fahrer etwas infrage stellen, denke ich, dann ist das eine Warnung, dass etwas nicht rund läuft", bringt es Audi-Pilot Mattias Ekström auf den Punkt.

Paul di Resta schließt sich der Meinung seines Fahrerkollegen an: "Gerhard weiß, was geändert werden muss. Ich denke, er würde die Herausforderung nicht annehmen, wenn er nicht wüsste, was zu tun ist. Ich könnte mir keinen besseren als ihn vorstellen, der diesen Job macht. Er hat die richtigen Kontakte, er ist selbst ein Racer. Er betrachtet nicht nur die kommerzielle Seite, sondern er weiß auch, was den Fahrern gefällt und wie man die Fans miteinbeziehen kann."

"Das Fahren an sich macht nur fünf Prozent des Gesamtbilds aus. Die Sponsoren, Hersteller, Fans, Familien: alle, die an die Strecke kommen, wollen unterhalten werden. Es muss die richtige Balance gefunden werden. Je größer die Bekanntheit der Serie und je größer das Interesse ist, desto mehr Möglichkeiten haben wir und nur so können wir weiter unserer Arbeit nachgehen", fügt der Schotte hinzu.

Martin: "Er weiß, worauf es beim Rennen fahren ankommt

BMW-RBM-Pilot Bruno Spengler stimmt zu: "Ich finde das super und sehr positiv, dass Gerhard da ist. Ich habe seine Karriere verfolgt, als ich noch jünger war. Er war früher bei Schnitzer in der Box und hat sich die Autos angeschaut, da habe ich ihn ein paar Mal getroffen. Er hat viel Erfahrung in vielen Bereichen. Auch als Rennfahrer. Er versteht, wie ein Rennfahrer denkt und was er möchte. Er hat viel Wissen und das ist sehr positiv für die Serie."

"Er weiß, worauf es beim Rennen fahren ankommt", sagt Maxime Martin über Berger. "Wenn du als Fahrer im Auto bist, dann weißt und fühlst du, was man braucht, um zu überholen und es schwieriger zu machen. Er weiß es wahrscheinlich besser als wir alle. Das ist gut." Mercedes-Neuzugang Edoardo Mortara ergänzt: "Es ist gut, jemanden mit neuen Ideen zu haben. Er war Fahrer, Teamchef, und er hat viel Erfahrung in vielen Bereichen gesammelt. Es kann nur positiv sein, ihn an Bord zu haben."

Rockenfeller: "Man muss die Dinge angehen"

Phoenix-Fahrer Mike Rockenfeller hofft, dass auf Worte auch Taten folgen werden: "Generelle Dinge muss man nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Wir können über tausend Sachen sprechen, aber man muss die Dinge auch angehen. Wenn wir Veränderungen haben wollen, dann wollen wir uns verbessern. Du kannst es nie allen recht machen. Aber alle wollen, dass die DTM gut und populär ist, dass wir geilen Motorsport zum Anfassen haben. Nur LKWs anfassen im Fahrerlager ist zu wenig."

Der DTM-Meister von 2013 glaubt, dass die neue Führung der DTM neuen Schwung verleihen kann: "Die Personalie Berger ist grundsätzlich sehr positiv. Inwieweit es die DTM kurzfristig beeinflussen wird, wird man sehen. Aber ich glaube, es ist ein gutes Zeichen. Es sind viele Schritte gemacht, aber es sind noch viele zu machen."

Mercedes-Fahrer Maro Engel ergänzt: "Zuerst sollte man würdigen, was Hans-Werner Aufrecht für die Serie getan hat, das ist unglaublich. Gerhard Berger ist ein sehr guter Mann an der Spitze und er macht einen guten Eindruck. Ich denke, dass die DTM sehr positiv in die Zukunft blicken kann und die Serie bei ihm in sehr guten Händen ist. Er war selbst Rennfahrer, das ist sehr positiv. Er versteht uns, aber auch die Hersteller und den DMSB. Er ist der ideale Kandidat für den Posten."

© Motorsport-Total.com

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