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Lewis Hamilton fährt seit 2013 für Mercedes
Lewis Hamilton fährt seit 2013 für Mercedes © Getty Images

Bekleidet mit einem knallroten Sweatshirt stieg Lewis Hamilton aus seinem knallroten Privatjet und betrat australischen Boden.

Der exzentrische Weltmeister liebt den großen Auftritt und manchmal auch die Provokation.

Schließlich wird der Mercedes-Pilot seit einigen Tagen in England mit einem Wechsel zu Ferrari in Verbindung gebracht.

Denn: Der Superstar der Formel 1 hat seinen Vertrag bei den Silberpfeilen immer noch nicht verlängert.

Langer Poker vor dem Abschlusss

Doch dass Hamilton im nächsten Jahr Teamkollege von Sebastian Vettel wird, ist ziemlich unwahrscheinlich.

"Wir sind kurz vor der Einigung", sagte Hamilton vor dem Saisonauftakt in Melbourne (Sonntag, ab 6 Uhr im LIVETICKER) über die bevorstehende Vertragsverlängerung.

Der neue Kontrakt werde eine Laufzeit "über mehrere Jahre" haben.

Hamilton hat lange gepokert. Eigentlich wollte Mercedes die neuen Verträge schon vor dem ersten Rennen unterschrieben haben.

Hamilton harter Verhandlungspartner

Aber der 30-Jährige, der sich mittlerweile selbst vermarktet, erwies sich als zäher Verhandlungspartner, der seinen Marktwert bis zum Letzten austariert wissen will.

Und Hamilton kann es sich erlauben, er ist in der Form seines Lebens. "Ich habe eine mentale Haltung entwickelt, die undurchdringlich ist", sagt Hamilton.

Nach seinen elf Rennsiegen 2014 und dem WM-Triumph über seinen Teamrivalen Nico Rosberg strotzt er nur so vor Selbstvertrauen.

Mittlerweile paart er Rücksichtslosigkeit und Mut der Jugend mit der Erfahrung des gereiften Champions. "Ich fühle mich frisch, fit, entspannt und positiv", sagte Hamilton: "Ich bin bereit."

Bereit, Geschichte zu schreiben

Bereit, um eine absolute Legende zu werden.

Hamilton will mit aller Macht der erste Brite werden, der seinen Titel erfolgreich verteidigt - dies gelang weder Jim Clark noch Jackie Stewart.

Auf der Insel nennen sie ihn deshalb schon "König Lewis, der Dritte". Mit seinem dritten WM-Titel würde Hamilton zudem mit seinem Idol Ayrton Senna gleichziehen.

Private Querelen belasten nicht

Auf dem Weg dorthin will sich Hamilton auch nicht durch die privaten Turbulenzen nach der erneuten Trennung von seiner On-Off-Freundin Nicole Scherzinger aufhalten lassen.

"Ich bin stärker als jemals zuvor", sagt er: "Ich habe nicht das Gefühl, dass das zum Problem wird."

Hamilton freut sich geradezu, dass er in diesem Jahr der Gejagte ist. "Ich bin überzeugt, dass es eng wird", sagt er: "Mir gefällt das, und die Fans lieben es, uns dabei zuzusehen."

Besonders Rosberg und Vettel werden an seinem Thron rütteln.

Mit Lieblingsnummer 44

Bei der Hatz verzichtet Hamilton auf das Statussymbol der Startnummer "1" auf seinem Boliden.

Stattdessen fährt er lieber weiter mit seiner Lieblingsnummer 44. "Aber das heißt nicht, dass ich nicht die Nummer eins bin", sagt Hamilton.

Und Hamilton lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er auch nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi weiterhin die Nummer eins sein will. "Es gibt viele gute Fahrer, und jeder möchte gewinnen. Man muss es nur mehr wollen als alle anderen", sagt er.

Und wenn Hamilton auch in diesem Jahr wieder unschlagbar ist, verzeihen sie ihm bei Mercedes sicher auch das knallrote Sweatshirt.

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