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Sebastian Vettel kam in den letzten 14 Rennen immer in die Punkte
Sebastian Vettel ist mit Startplatz drei in China zufrieden © Getty Images

Schanghai und München - Hamilton und Rosberg gehen beim Großen Preis von China aus der ersten Startreihe ins Rennen. Trotzdem spürt Mercedes "Vettel im Genick". Der könnte noch ein Ass im Ärmel haben.

Sebastian Vettel tätschelte seine "Eva" und reckte den Daumen nach oben.

Vor dem Großen Preis von China (So., ab 7.45 Uhr im LIVETICKER) fühlt sich der viermalige Weltmeister in Lauerstellung hinter den Silberpfeilen durchaus wohl - zumal Vettel für das Rennen noch ein As im Ärmel haben könnte.

"Startplatz drei war das Optimum. Die Jungs von Mercedes waren eine Macht. Aber ich denke, dass es im Rennen knapper werden wird", sagte der Heppenheimer nach dem Qualifying (Highlights ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1) und wirkt zufrieden mit der Ausgangssituation.

Ferrari reifenschonender

Zwar schaffte es Vettel im Gegensatz zu seinem ersten Sieg im Ferrari vor zwei Wochen in Malaysia diesmal nicht, das Mercedes-Duo in Startreihe eins zu sprengen.

Doch die Hoffnung auf einen erneuten Coup hat der 27-Jährige nicht abgeschrieben.

Als entscheidender Vorteil könnten sich die Reifen entpuppen. Der Ferrari fährt bislang wesentlich gummischonender als die Rivalen in Silber. Und der Kurs in Schanghai ist berüchtigt als "Reifenkiller", wie es Vettel formulierte.

In psychologischer Kriegsführung einmal in Fahrt, ergänzte Vettel: "Mercedes hat lange Zeit keinen Druck mehr verspürt. Es wird Zeit, dass sie wieder was auf die Ohren kriegen."

Wolff: "Die Köpfe rauchen weiter"

Bei Mercedes ist die Verunsicherung spürbar - trotz des erfolgreichen Qualifyings.

"Von Dominanz kann keine Rede sein. Jetzt müssen wir es hinbekommen, dass wir mit dem Setup die beste Balance finden und mit den Reifen gut umgehen", sagte Motorsportchef Toto Wolff und wollte von Entwarnung nichts wissen: "Die Köpfe rauchen weiter."

Auch Hamilton erwartet nach seiner dritten Pole im dritten Rennen keinen Selbstläufer. "Ferrari ist schnell und Nico ist es auch", sagte der Titelverteidiger.

Rosberg fehlt ein Wimpernschlag

Rosberg rückte Hamilton am Ende des Qualifyings noch einmal bedrohlich auf die Pelle.

Am Ende fehlte ihm der Wimpernschlag von 42 Tausendstel Sekunden (Datencenter: Qualifying in Schanghai).

"Natürlich bin ich frustriert", machte Rosberg aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, gibt sich aber kämpferisch: "Ich bin sehr guter Dinge. Ich habe mein Setup sehr auf das Rennen angepasst. Ich glaube, das könnte klappen."

Mit Vettel im Genick

Ein Lob bekam Rosberg von Aufsichtsratsboss Niki Lauda.

"Nico ist Gott sei Dank wieder zurück", sagte Lauda spürbar erleichtert: "Wenn du morgen in der ersten Reihe stehst mit Vettel im Genick, der darauf wartet, dass du einen Fehler machst, dann ist es sehr wichtig, dass beide dort sind."

Lauda ist fest davon überzeugt, dass der Stern von Mercedes in Schanghai auch im Rennen strahlt: "Weil wir all die Fehler, die wir im vergangenen Rennen gemacht haben, hoffentlich nicht wiederholen."

Künftig "Renntaktik splitten"

Möglich ist, dass Mercedes seine beiden Piloten mit unterschiedlichen Strategien ins Rennen schickt.

"In Zukunft lassen wir uns offen, die Renntaktik von Lewis und Nico zu splitten, um auf Situationen wie Safety-Car-Phasen vorbereitet zu sein", erklärte Wolff.

Noch einmal will man sich nicht von Vettel überrumpeln lassen.

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