vergrößernverkleinern
F1 Grand Prix of Belgium
Lewis Hamilton (l.) baute seinen Vorsprung auf Nico Rosberg auf 28 Punkte aus © Getty Images

Beim Belgien-GP in Spa liegt der Ferrari-Star lange auf Podiumskurs, riskiert am Ende aber zu viel. Lewis Hamilton feiert einen souveränen Sieg vor Nico Rosberg.

Lewis Hamilton hat im Titelduell mit Nico Rosberg gleich zum Start aus der Sommerpause Stärke bewiesen und in Spa Kurs auf seinen nächsten WM-Titel genommen (DATENCENTER: Rennergebnis Spa).

Der Titelverteidiger gewann den Großen Preis von Belgien am Sonntag nach einer hochkonzentrierten Vorstellung auf dem Berg-und-Talkurs vor seinem Mercedes-Teamrivalen und baute die Führung im WM-Klassement auf 28 Punkte aus (DATENCENTER: Fahrerwertung).

Noch 24 Stunden zuvor hatte der Weltmeister mit einem Maschinengewehr-Video im Internet für Kopfschütteln und teils heftige Kritik gesorgt - und war von positiven Schlagzeilen weit entfernt.

Überraschung durch Grosjean

"Das war ein Traum heute, das ganze Wochenende hatte ich ein großartiges Auto", sagte Hamilton auf dem Podium: "Nico war schnell unterwegs, aber ich konnte immer reagieren, ich war ziemlich relaxt unterwegs da vorne."

Rosberg ärgerte sich anschließend über einen "verpatzten Start, das war bitter. Ich habe danach alles gegeben, aber das war nicht genug."Auf Rang drei landete überraschend der französische Lotus-Pilot Romain Grosjean.

Vettel wütet gegen Pirelli

Das doppelte Jubiläum wurde derweil für Sebastian Vettel zur großen Enttäuschung. Im 900. Grand Prix von Ferrari lag der Heppenheimer lange auf Podestkurs, sein 150. Formel-1-Rennen endete jedoch kurz vor Schluss mit einem Reifenschaden - und mit einem dickem Hals.

"Ich muss aufpassen, was ich sage. Wenn das 200 Meter früher passiert, knalle ich mit 300 km/h in die Wand", sagte Vettel wutentbrannt bei RTL: "Es muss mal gesagt werden: Die Qualität der Reifen ist miserabel, das geht jetzt schon seit Jahren so, das kann nicht sein. Ich weiß nicht, worauf wir warten. Da fühlt man sich verarscht."

Sein finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen kam zudem nicht über den siebten Platz hinaus. (SERVICE: Das Rennen zum Nachlesen im TICKER)

Hülkenberg fehlt die Leistung

Schon vor dem Start war das Rennen derweil für Nico Hülkenberg erledigt. "Keine Leistung" funkte der Force-India-Pilot schon auf der Einführungsrunde und stellte seinen Wagen wenig später in die Box.

"Mal ging's, mal wieder nicht", sagte Hülkenberg bei RTL: "Das ist schon sehr frustrierend und bitter, denn das Auto ging richtig gut, da geht uns eine Riesen-Möglichkeit durch die Lappen, fette Punkte zu machen."

Mit seiner zehnten Pole im elften Rennen hatte Hamilton erneut seine Ausnahmestellung im Qualifying unter Beweis gestellt - ansonsten allerdings für eher wenig Begeisterung gesorgt: Ein Social-Media-Beitrag des 30-Jährigen am Samstag sorgte für Reaktionen zwischen Erstaunen und Entsetzen bei seinen Fans.

Fokus auf das Kerngeschäft

In einem Baller-Video feuerte der Brite unter der Überschrift "Zielübungen" mit einem Maschinengewehr auf dem Schießstand, im Internet wurde er daraufhin wüst beschimpft, auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff offenbarte gemischte Gefühle. "Lewis ist ein Rockstar, aber man muss auch sehen, was in der Welt passiert", sagte der Österreicher.

Das Video verschwand wenig später, und zum Rennbeginn konzentrierte sich Hamilton wieder auf sein Kerngeschäft. Erstmals mussten die Fahrer dabei ohne technische Hilfen am Start auskommen, das hatten die Macher im Zuge der aktuellen Reformen beschlossen.

Die Piloten sollen wieder mehr Verantwortung tragen, einige Beobachter hatten angesichts der Umstellung nun Chaos auf den ersten Metern befürchtet - doch das blieb aus.

Rosberg verpatzt Start

Hamilton legte einen einwandfreien Start hin und verteidigte die Spitze souverän, Rosberg musste dahinter dagegen einige Konkurrenten passieren lassen - es erinnerte an die schwachen Mercedes-Starts in den vergangenen beiden Rennen.

Vom zweiten Rang fiel der Deutsche zurück und drehte die folgenden Runden auf Position vier, gleich dahinter lag bereits Vettel, der nur von Rang acht ins Rennen gegangen war.

Hamilton baute seine Führung nun mit einigen schnellen Runden aus, Veränderungen ergaben sich erst aus der Boxenstopp-Phase, Rosberg war der große Gewinner. Der 30-Jährige schob sich auf Rang zwei vor, nur noch rund drei Sekunden trennten ihn vom Stallrivalen.

Anschließend blieb an der Spitze jedoch alles wie gehabt, erst die Aussicht auf späte Regenschauer brachten noch einmal echte Spannung - doch ausnahmsweise endete das Rennen in den Ardennen ohne die berüchtigten Wetter-Kapriolen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel