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F1 Grand Prix of China - Practice
Nico Rosberg (r.) und Toto Wolff rätseln über die Klatsche für Mercedes im Qualifying von Singapur © Getty Images

Bei Mercedes wird nach dem Qualifying-Debakel von Singapur über die Gründe gerätselt. Sebastian Vettel spürt sein Adrenalin, die Red Bulls fahren auf Sieg. Die Stimmen.

Sebastian Vettel hat die Formel 1 zumindest kurzfristig auf den Kopf gestellt.

Der viermalige Weltmeister holte in Singapur (Rennen, So. ab 13.45 Uhr im LIVETICKER) nicht nur seine erste Pole Position für Ferrari, sondern deklassierte auch die im bisherigen Saisonverlauf so dominanten Mercedes.

Ganze eineinhalb Sekunden fehlten Lewis Hamilton und Nico Rosberg auf den Rängen fünf und sechs auf Vettel. Entsprechend sprachlos waren sie im Lager der "Silberpfeile".

"Das ist eine richtige Watschn, aber manchmal braucht man die", sagte Motorsportchef Toto Wolff bei "Sky".

Vettel in Hochstimmung

Ganz anders war die Gefühlslage natürlich im Ferrari-Land. Die erste Pole seit Hockenheim 2012 beendete für die Scuderia eine Durststrecke von 61 Grand Prix (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying).

"Unglaublich! Das Auto war fantastisch zu fahren. Es ist aber nur Samstag. Ich bin mir sicher, dass Mercedes und die Red Bulls morgen sehr schnell sein werden", stapelte Vettel mit Blick auf das Rennen tief.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Singapur zusammen:

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 1:

"Das Auto wurde immer besser. Die Runden haben gepasst. Ich konnte mir fast schon selbst nicht trauen, dass es so aus einem Guss kam. Es war perfekt. Es ist schon eine Weile her, dass ich am Samstag so viel Adrenalin hatte. Jetzt haben wir natürlich für das Rennen eine super Ausgangsposition."

Daniel Ricciardo (Red Bull), Startplatz 2:

"Es ist überraschend, dass kein Mercedes auf dem Podium ist. Es ist schön, dass wir diese Schwäche ausgenutzt haben. Wir waren schon lange nicht mehr in der ersten Reihe. Es wäre natürlich schön, morgen wieder bei der Pressekonferenz zu sein. Wir haben uns seit Silverstone und Budapest stark verbessert. Das Resultat bestätigt mein Vertrauen in das Auto. Wir fahren morgen auf Sieg."

Kimi Räikkönen (Ferrari), Startplatz 3:

"Ich bin nach dem Resultat im 3. Freien Training überrascht. Hoffentlich bringen wir morgen beide Autos auf das Podium."

Daniil Kwyat (Red Bull), Startplatz 4:

"Ich bin sehr glücklich. Ich denke, es ist ein guter Startplatz. Die roten Autos sehen sehr stark aus, aber wir werden ihnen einen richtigen Kampf liefern. Es ist ein langes Rennen und wir müssen Geduld haben."

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 5:

" Es ist wie es ist. Ich hatte heute Spaß, aber uns fehlte einfach die Pace. Wir waren von der Pace der Ferrari nicht überrascht, da es das gesamte Wochenende so war. Es liegt an den Reifen. Sie funktionieren hier an unserem Auto einfach nicht. Das ist seltsam. Morgen wird es hart. Es ist hier schwierig zu überholen, aber ich bin trotzdem gespannt. Ich werde hart pushen und alles geben, um Plätze gutzumachen." (Fahrerwertung der Formel 1)

Nico Rosberg (Mercedes), Startplatz 6:

"Die Pace der Ferrari ist sehr beeindruckend und es ist echt frustrierend, von Platz sechs zu starten. Ich hatte in den Kurven keinen Grip. Zunächst werde ich daran arbeiten, Lewis zu überholen. Es ist für mich sehr wichtig, vor ihm ins Ziel zu kommen. Gegen die Jungs vorne wird es schwierig. Ich glaube, die können wir nicht schlagen. Als wir am Freitag für das Qualifying geübt haben, sah es eigentlich noch ganz okay aus. Seitdem sind wir aber immer langsamer geworden. Das ist unerklärlich. Wir hatten einfach keinen Grip."

Nico Hülkenberg (Force India), Startplatz 11:

"Uns fehlt einfach eine halbe Sekunde. Wir haben noch einen frischen Satz Reifen, was für uns strategisch sehr gut ist. Wir haben die richtige Balance nicht hinbekommen. Wir müssen die richtigen Entscheidungen treffen." (Teamwertung der Formel1)

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

"Wir haben hier keinen vernünftigen Schritt gemacht. Das Zusammenspiel des mechanischen Setups mit dem Reifengrip funktioniert einfach nicht. Unser Auto ist ja nach wie vor das gleiche dominante Auto. Wenn du das ohne Grip nicht auf die Straße übertragen kannst, geht es nicht vorwärts. Wir müssen analysieren, wo wir falsch lagen. Überholen ist hier schwierig. Wir versuchen, das bestmögliche Ergebnis herauszuholen und dann in Suzuka besser da zu stehen. Vettel steht vorne und kann richtig aufholen. Er ist der Gegner."

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