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F1 Grand Prix of Japan
Lewis Hamilton bejubelt den 41. GP-Sieg seiner Karriere © Getty Images

Suzuka - Lewis Hamilton gewinnt den Start gegen Nico Rosberg und rast anschließend zum überlegenen Sieg. Rosberg kämpft sich noch an Sebastian Vettel vorbei auf Platz zwei.

Eine Woche nach dem Mercedes-Desaster von Singapur hat sich Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton in Japan mit seinem achten Saisonsieg eindrucksvoll zurückgemeldet und die deutschen Verfolger im Kampf um den WM-Titel weiter distanziert.

Der 30-Jährige siegte in Suzuka (Highlights ab 20.45 Uhr im TV auf SPORT1) souverän vor seinem Stallrivalen Nico Rosberg. Ferrari-Star Sebastian Vettel musste sich mit Rang drei begnügen, während Hamilton mit seinem 41. Karrieresieg mit dem legendären Ayrton Senna gleichzog. "Sennas Siege auszugleichen, ist unbeschreiblich", sagte Hamilton: "Ich kann das noch gar nicht fassen."

Vettel war dieses Kunststück bereits mit seinem Sieg beim Ungarn-GP gelungen, dieses Mal musste er sich mit Platz drei begnügen. "Wir hatten uns eine kleine Chance ausgerechnet, aber ich bin auf jeden Fall froh, bei meinem Lieblingsrennen wieder auf dem Podium zu stehen", sagte Vettel, der Mercedes zu einem "fantastischen Auto" gratulierte: "Aber auch wir bewegen uns in die richtige Richtung und sind sicher wesentlich besser unterwegs, als man uns das vor der Saison zugetraut hatte."(DATENCENTER: Das Ergebnis von Suzuka)

Hamilton macht großen Schritt

Bei nur noch fünf ausstehenden Rennen steht Hamilton, der beim Vettel-Sieg in Singapur zuletzt mit einem Defekt ausgefallen war, dicht vor der Titelverteidigung.

Mit 277 Punkten beträgt sein Vorsprung auf Pole-Setter Rosberg (229) bereits komfortable 48 Zähler. Dritter der Gesamtwertung bleibt der viermalige Weltmeister Vettel (218), der ebenfalls nur noch geringe Titelchancen hat. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

"Sorry Jungs, ich habe alles rausgeholt", funkte Vettel nach dem Rennen an seine Boxencrew, aufgeben im Kampf um den Titel will er aber noch nicht: "Es ist nicht vorbei, bis es wirklich vorbei ist. Was für ein Rennfahrer wäre ich denn, wenn ich nicht mehr daran glauben würde?"

Rosberg hatte sich zwar zum zweiten Mal in diesem Jahr Startplatz eins gesichert, konnte das jedoch nicht nutzen. Hamilton zog in einem knallharten Zweikampf sofort vorbei, während sein Teamkollege noch in der ersten Runde auf Rang vier zurückfiel - auch Vettel und Williams-Fahrer Valtteri Bottas konnten überholen.

"Es läuft definitiv in die falsche Richtung. Ich hätte gewinnen müssen, das hat nicht geklappt", sagte Rosberg, nachdem er sich bis zum Ziel zumindest wieder auf Platz vorgearbeitet hatte.

Vorsprung auf Vettel wächst

Von der Spitze fuhr Hamilton ein kontrolliertes Rennen. Nach den ersten zehn Runden hatte er schon mehr als fünf Sekunden Vorsprung auf Vettel, während Rosberg auch nach dem ersten Boxenstopp hinter Bottas zurückblieb. Erst in der 19. Runde kam der Wahl-Monegasse vorbei und versuchte anschließend Vettel zu attackieren. 

Insgesamt fand Mercedes auf dem Traditionskurs zu alter Stärke zurück, nachdem es in Singapur überhaupt nicht nach Plan gelaufen war. In der Hitze des Stadtstaates schwächelten die Silberpfeile und konnten nicht ihre üblichen Leistung abrufen.

Nach einer intensiven Analyse unter der Woche zeigte sich in Japan nun jedoch das alte Bild: Hamilton leistete sich keinen Fehler und darf nach der perfekten Vorstellung vom dritten WM-Titel träumen.

Rosberg im Schatten von Hamilton

Rosberg hingegen wird wohl wie schon im Vorjahr das Nachsehen haben, mit nur drei Siegen im Jahr 2015 steht er klar im Schatten des exzentrischen Hamilton. Immerhin konnte der elfmalige Grand-Prix-Sieger nach seinem zweiten Boxenstopp noch an Vettel vorbeiziehen und sorgte somit für den achten Mercedes-Doppelsieg der Saison.

Force-India-Pilot Nico Hülkenberg erkämpfte sich hinter der Spitze den starken sechsten Platz. Der 28-Jährige Vettel machte noch das Beste aus seinen Möglichkeiten und sicherte sich nach einer konzentrierten Vorstellung erneut die Position hinter dem Branchenprimus.

Schon nach dem Qualifying hatte der ehemalige Red-Bull-Pilot das auf seinem Lieblingskurs als sein Ziel ausgegeben. "Dass sie in Singapur so schwach waren, war sicher für alle eine Überraschung", sagte Vettel, der in Suzuka zum siebten Mal in Folge auf dem Podest stand.

In Gedanken bei Bianchi

Bereits vor dem Start hatte Hamilton, so wie einige andere Kollegen, des vor einem knappen Jahr in Suzuka verunglückten ehemaligen Kollegen Jules Bianchi gedacht. "Ich denke heute an dich, Jules. Gott beschütze dich", twitterte der zweimalige Champion. Eine offizielle Gedenkminute oder eine koordinierte Aktion gab es im Vorfeld allerdings nicht. 

Marussia-Pilot Bianchi war beim vergangenen Rennen in Suzuka am 5. Oktober 2014 auf regennasser Fahrbahn von der Strecke abgekommen und mit hoher Geschwindigkeit unter einen Bergungskran gerutscht.

Nach rund neun Monaten im Koma starb der 25-jährige Franzose Mitte Juli. Am Sonntag gab es bei perfekten äußeren Bedingungen mit Sonnenschein und 28 Grad keine Zwischenfälle. 

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