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Australian F1 Grand Prix - Qualifying
Das neue Quali-Format sorgte in Australien für viel Ärger © Getty Images

Die Qualifying-Revolution ist offenbar wirklich sofort Geschichte. Vor dem Großen Preis von Australien einigen sich die Teamchefs auf die Rückkehr zum alten Modus.

Das viel kritisierte neue Qualifying-Format der Formel 1 soll direkt nach seiner Premiere wieder abgeschafft werden. Darüber erzielten die Teamchefs am Sonntag vor dem Großen Preis von Australien (JETZT im LIVETICKER) im Rahmen einer Sitzung Einigkeit, schon beim kommenden Rennen in Bahrain (3. April) soll die Pole Position wieder nach dem alten Modus ermittelt werden.

Die Entscheidung muss wie üblich nun von der Strategiegruppe, der Formel-1-Kommission und dem Weltrat des Automobil-Dachverbandes FIA abgesegnet werden. "Aber ich glaube nicht, dass jemand nach dieser Erfahrung noch seine Hand hebt und dagegen ist", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schon am Samstagabend.

Beim neuen Modus schieden in jedem Abschnitt die langsamsten Fahrer nach einer Einrollphase im 90-Sekunden-Takt aus. Dieser Sudden-Death sorgte für einiges Chaos in den Boxen, viele Teams verschätzten sich.

Schlimmer war jedoch, dass zahlreiche Piloten die Jagd nach der besten Zeit vorzeitig beendeten. Sie waren schlicht gezwungen, früher auf die Strecke zu gehen, dadurch waren in der eigentlich entscheidenden Phase die Reifen zu stark abgenutzt.

So kam es, dass die Qualifying-Uhr noch lief, Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) und seine Kontrahenten aber schon aus ihren Autos gestiegen waren. Zahlreiche prominente Vertreter übten daraufhin heftige Kritik an dem Modus.

"Ich sage ja selbst immer, wir sollen öffentlich nicht schlecht über die Formel 1 reden", sagte Wolff: "Aber ich glaube, das neue Format ist ziemlicher Mist." Fast wortgleich urteilte auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Unter anderem die Fahrer hatten zuvor vor diesem Szenario gewarnt und fühlten sich bestätigt. "Ich weiß nicht, warum alle so überrascht sind", sagte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel: "Wir haben gesagt, dass es so kommt, dass das Format nicht funktioniert."

Red-Bull-Teamchef Christian Horner entschuldigte sich bei den Fans. "Es war gut gemeint, aber es ist schiefgelaufen. Was wir heute gesehen haben, war nicht gut für die Formel 1."

Im ursprünglichen Format durften alle verbliebenen Piloten den jeweiligen Abschnitt (Q1, Q2, Q3) bis zum Ende bestreiten, erst danach wurde in der Zeitentabelle abgerechnet. Dieser Modus hatte stets für Spannung bis zum Schluss gesorgt.

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