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Lewis Hamilton hat nach den ersten vier Saisonrennen 43 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Rosberg
Lewis Hamilton hat nach den ersten vier Saisonrennen 43 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Rosberg © Getty Images

Beim Russland-GP bekommt Lewis Hamilton unter abenteuerlichen Umständen ein neues Benzinsystem. Niki Lauda nutzt seine Connections, auch Bernie Ecclestone ist beteiligt.

Mit einer atemberaubenden Nacht-und-Nebel-Aktion hat Mercedes Lewis Hamilton eine realistische Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung bewahrt.

Nach erheblichen Problemen beim Qualifying zum Russland-GP setzten die Schwaben alle Hebel in Bewegung, um für Hamilton ein neues Benzinsystem herbeizuschaffen - mit dem er dann nach einer furiosen Aufholjagd Platz zwei hinter Nico Rosberg sicherte und seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf gerade noch überschaubare 43 Punkte begrenzte. (Die Fahrerwertung der Formel 1)

Hamilton hatte nach seinem zehnten Platz in der Quali darauf gedrängt, wieder mit dem Motor an den Start gehen, mit dem er in China unterwegs war. Dieser ist mit der neuen MGU-H-Einheit und dem neuen Turbolader versehen. Allerdings hatte Mercedes für dieses Aggregat in Sotschi nur ein altes Benzinsystem dabei.

Dank der Connections des Aufsichtsratsvorsitzenden Niki Lauda, zugleich Besitzer einer  Fluglinie, war rasch ein Privatjet organisiert: Für 43.000 Dollar charterte das Team eine 950 km/h schnelle Bombardier Global 6000.

Und zum Glück für Hamilton besitzt ein Team-Mitarbeiter in England ein russisches Visum im Pass. So sparte sich Mercedes den langwierigen bürokratischen Aufwand.

Auch Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone war an der Aktion beteiligt und erledigte die Formalitäten mit dem Zoll, verriet Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.  "Ich will gar nicht wissen, wie er das gemacht hat."

Ecclestone dürfte dabei seine enge Freundschaft zum russischen Präsidenten Wladimir Putin zugute gekommen sein - schließlich hatten in der Vergangenheit schon einige Motorsportler Schwierigkeiten, nachträglich Ersatzteile zu importieren.

Nachdem das Benzinsystem endlich vor Ort war, schraubten die Mechaniker zwei Stunden lang am Silberpfeil von Hamilton, der sich im Anschluss ans Rennen auch von Herzen bedankte. "Coole Aktion!", meint auch SPORT1-Experte Peter Kohl.

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