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Daniel Ricciardo (m.) übte mächtig Druck auf Lewis Hamilton (l.) aus
Daniel Ricciardo (m.) übte mächtig Druck auf Lewis Hamilton (l.) aus © Imago

Monaco und München - Mercedes gewinnt in Monaco nur dank des Reifen-Faux-Pas von Red Bull. Die Silberpfeile scheinen den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren zu haben.

Es war nicht ganz klar, ob Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff es ernst meinte. "Jetzt haben wir endlich wieder echte Competition. Immer gewinnen ist auf Dauer ja auch nicht das Wahre", sagte er bei Skynach dem Großen Preis von Monaco.

Die Seriensieger in der Formel 1 der letzten Jahre plötzlich gelangweilt vom Gewinnen? Das wohl nicht. Aber es hilft ja auch nichts. Die Silberpfeile scheinen ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit erst eimmal losgeworden zu sein - trotz des Triumphes von Lewis Hamilton im Fürstentum.

Hätten sich die Mechaniker und Verantwortlichen von Red Bull bei Daniel Ricciardos zweitem Boxenstopp in der 32. Runde nicht bis auf die Knochen blamiert, als sie den Australier zum Reifenwechsel in die Box beorderten, dann aber die richtigen Pneus nicht vorbereitet hatten - Hamilton hätte sich nicht über seinen ersten Saisonsieg freuen können.

Zu wenig Grip

Da machte sich Wolff keine Illusionen. "Nein", antwortete er unumwunden auf die Frage, ob Mercedes ohne den Patzer der Rivalen eine Siegchance gehabt hätten. "Generell hatten wir bei beiden Autos nicht das Tempo. Lewis hat noch das Beste daraus gemacht. Aber jedes Mal, wenn das Rennen nach einem virtuellen Safety-Car wieder losgegangen ist, hatten wir keinen Grip", sagte er.

Tatsächlich quält sich Mercedes schon seit Saisonbeginn mit allerlei technischen Problemen herum, zunächst vor allem bei Hamilton, nun auch beim Boliden Nico Rosbergs, der in Monaco darüber klagte, "kaum Pace" gehabt zu haben und wegen Problemen an den Bremsen Hamilton in der 16. Runde überholen lassen musste.

Rosbergs Erfolge hatten Probleme übertüncht

Zu Saisonbeginn hatte Rosberg mit seinen vier Siegen hintereinander die Probleme der Silberpfeile noch übertünchen können, doch nun, da Red Bull immer stärker wird, sind sie nicht mehr zu verbergen.

Mercedes mag noch das beste Paket aus Auto und Motor haben, aber Red Bull kommt. Und Ferrari mit Sebastian Vettel ist wohl auch nicht ganz so weit weg, wie es die reinen Ergebnisse vermuten lassen.

Neue Spannung in der Formel 1

Die Formel 1 verspricht, wieder etwas spannender zu werden. Zwar ist der enge Stadtkurs in Monaco ein atypischer Kurs, dennoch sieht es derzeit so aus, als ob das Feld etwas zusammengerückt ist.

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 "Wir haben jetzt mehr Druck, als jemals zuvor. Die anderen Teams kommen von hinten, und das macht es für uns nicht einfacher. Dieser Sieg gibt uns dabei einen großen Schub", sagte auch Hamilton.

Zu den Problemen kommen Strategiefehler

Der emotionale Schub alleine wird aber nicht genügen, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Mercedes muss die Silberpfeile zuverlässiger machen - und die Fehler bei der Strategie ausmerzen.

"Wir reisen keinesfalls selbstgefällig aus Monaco ab: Red Bull hatte an diesem Wochenende die Performance und Montreal sowie Baku werden uns vor ganz andere Herausforderungen stellen. Wir müssen die Performance weiter vorantreiben und die Ursachen für unsere Probleme finden.", sagte Wolff später noch.

Am Ende war seine Freude über den neuen Wettbewerb in der Formel 1 wohl übrigens ernst gemeint. "Wir haben jetzt Rock'n'Roll!", so Wolff.

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